Anatman

Die Anatman-Lehre, einer der zentralen Gedanken im → Buddhismus, behauptet, dass kein substanzielles Selbst (Sk. atman) existiert, welches ein unveränderliches oder unabhängiges Sein besitzt. Die Betonung des → Theravada-Buddhismus liegt deshalb auf der Erlösung bzw. Befreiung des Einzelnen (arhat), der erkennt, dass sein Glauben an ein „Ich“ eine Täuschung ist. D.T. Suzuki bemerkt dazu:

„Ins → Nirwana einzugehen, ohne dass irgendetwas zurückblieb, das war zweifellos das Ideal der Arhatschaft (des mönchischen Lebens); doch was immer man darunter verstehen mag, es schmälert die Bedeutung der → Erleuchtung nicht, ja ohne die Erleuchtung würde dieses Ideal sich selbst sinnlos machen. Nirwana ist in seinem Wesen eigentlich nichts anderes als Erleuchtung: Erleuchtung ist das Nirwana, das man ‚bei lebendigem Leibe’ erlangt, und ohne Erleuchtung gibt es keinen Zugang zum Nirwana. … Das Nirwana implizierte immer schon den Erleuchtungsgedanken, auch wenn sich die unmittelbaren Schüler des Buddha dessen nicht bewusst waren.“ (D.T. Suzuki 1987, 63)

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