Lexikon

Delta (griech.), Dal (arab.), Daleth (hebr.)

Zahlwert vier, im spirituellen Sinne die Tür zu einer anderen Welt. Während die Zwei, das Beth, ein Haus darstellt, stellt die Verdoppelung der Zwei eine Tür dar. Weinreb (Friedrich Weinreb 1979) interpretiert das so: Wenn des Menschen Welt, das wesentliche Haus, keine Tür besitzt, dann mangelt es seinen Bewohnern an Begegnungen, die ihr Leben wieder…

Gamma

Gamma (griech.), Ghim (arab.), Gimel (hebr., gesprochen wie djimel) Zahlwert drei. Ursprünglich auch gam, gamal, „reifen lassen“, oder gamul, „Vollendung“. Die Endung -el oder -al hat mit Licht zu tun, wie in All oder Allah. Gimel ist „Bewegung“, „Tat“ und entspricht der Gibor-Rune (→ Runen), die häufig wie ein X geritzt wurde, ein Symbol der…

Kampfsport

In vielen Kampfsporttechniken sind die Bewegungsabläufe, die ursprünglich wie beim → Qigong aus dem Wu-shu („leere Hände“) und Kung-Fu entwickelt wurden, Tierbewegungen nachempfunden. Am Beispiel des malayischen Silat, das mit dem Kung-Fu verwandt ist, sieht man das deutlich. Die Grundlage jeder Kampfsporttechnik ist stets, eine Haltung der aufmerksamen Konzentration herbeizuführen, die intuitive Bewegungsabläufe ermöglicht, welche…

Kunst und Kreativität

Die Entwicklung von Kunstformen, deren Kraft aus der Berührung mit einer kreativen, spirituellen Ebene herrührt, ist nur wenigen Menschen vorbehalten. Die Künstlerinnen und Künstler müssen das „Numinose“, d.h. das „Göttliche“ oder Geistige, als unbegreiflich erfahren haben, um es auszudrücken. Für das Kunstschaffen in jeder Form reicht es jedoch nicht aus, eine Vision, eine Inspiration zu…

Meditation

„Wenn ihr euren Geist in jedem Moment rein haltet, wird euch nichts verwirren“ (Sheng Yen). Meditation ist eine Methode, die zur Erfahrung eines veränderten → Bewusstseinszustandes führt. Die Grundidee ist die Beruhigung des Geistes, sodass der Meditierende in jene spirituelle Dimension gelangt, aus der alles entsteht, den Bereich jenseits des Bewusstseins. Klassisch setzt sich Meditation…

Meditationstechniken nach → Osho

Osho, der sich anfänglich Bhagwan Shree Rajneesh nannte, hat mehrere eigene Formen der Meditation entwickelt. Dynamische Meditation: Sie dauert eine Stunde und hat fünf Phasen: 1. heftiges Ein- und Ausatmen für ca. 15 Minuten, 2. einige Minuten lang Schütteln des ganzen Körpers, 3. Hochspringen mit dem Mantra HUH, 4. im Stehen Erstarren, 5. freies, wildes…

Mi (griech.), Mim (arab.), Mem (hebr.)

Zahlenwert 40, Bedeutung „Wasser“. Die ägyptische Hieroglyphe für M ist eine doppelte Wasserwelle. Wasser ist die Matrix, die Mutter des Lebens. In der hebr. Genesis heißt es: „Und die Elohim schwebten über dem Wasser.“ Der Begriff elohim beginnt mit dem Aleph (e und a sind im hebr. austauschbar) und endet mit dem Mem. Dazwischen ist…

Muktananda, Swami

Muktananda, Swami (1908-1982) Bekannter Lehrer der Shaiva (→ Shiva). Er gehört der alten indischen Tradition des Siddha-Yoga an und war Schüler von Bhagawan Nityananda. Er übte das so genannte shaktipat aus, die direkte Übertragung der Shakti-Kraft auf den Schüler, um bei diesem die → Kundalini-Energie zu wecken. Die Siddha-Meditation ist eine sehr einfache und leichte…

Omega

Letzter Buchstabe des klassischen griech. Alphabets. Entspricht der Othil-Rune auch in der Darstellung (→ D, → OM).

Ouroboros

Ouroboros (auch: Uroboros) Die Urschlange ist das Symbol der Einheit von Wasser und Land. Sie ist der Anfang der Schöpfung und der Zeit, auch Urkraft und Urmutter. In Ägypten ist es Atum, die Urschlange, die aus dem Urozean aufsteigt. Die Schlange, die sich in den Schwanz beißt und so einen Kreis bildet, galt im alten…

Sigma

Sigma (griech.), Schin (hebr.), Shin (arab.) Zahlenwert 300. Kabbalistisch gesehen (→ Kabbala) enthält der Name Schin den Laut des Geistfeuers SCH (dargestellt durch drei Flammenspitzen) in Verbindung mit der Wurzel in, die das Innere meint. Das Wort sin wie in Sinai bedeutet einfach „Wüste“; im lat. sine (d.i. „ohne“) wird noch die Vorstellung des Mangels…

Wachbewusstseinszustand

Im Alltagsbewusstsein bewerten Menschen ihre → Wahrnehmung entsprechend ihrer Ausbildung und den Vorlieben, Schwächen oder Stärken der jeweils handelnden „Persönlichkeit“ bzw. der vielen „Ichs“, die sich im Laufe des Lebens ausgeprägt haben, im Sinne des Gehirnforscher Robert Ornstein, der den Menschen als „Multimind“ (1990) beschreibt, als „Mensch mit vielen Persönlichkeiten“. Je umfangreicher das gespeicherte Wissen…

Zeta (griech.), Zajin (hebr.)

Zahlenwert 7. Zajin spricht sich wie ein stimmhaftes, weiches S und bedeutet wörtlich „Waffe, Pfeil“. Die Sieben ist in der Zahlenmystik von großer Bedeutung (→ Zahlen, → Oktavengesetz). Vom Schreibzeichen her entspricht es am ehesten der Gibor-Rune (→ G), die wie ein Z mit einem kleinen Strich in der Mitte geritzt wurde. Das G ist…

Abidharma

Abidharma (Sk.) Entstanden 300 v.u.Z. – 300 n.u.Z. Die analytische Lehre des Abidharma, die buddhist. Psychologie, nimmt im → Buddhismus einen zentralen Platz ein. Dabei geht es darum, die endlosen Egospiele des Schülers aufzudecken, um ihn frei für eine höhere Offenbarung zu machen. Der Abidharma ist der dritte Teil des buddhist. Kanons („Tripitaka“) und das…

Abjad-System

Ein Substitutionscode arab. Schriftzeichen in der Geheimlehre des → Sufismus, verbunden mit der Allegorisierung der verschlüsselten Botschaft ähnlich wie in der → Kabbala. Dieselbe Methode der Kabbalisten heißt hebr. Temura, die Vertauschung von Buchstaben gegen andere nach bestimmten Regeln. Grundsätzlich wird jedoch immer versucht, aufgrund von biblischen Aussagen das neue Wort zu „beweisen“. Das gilt…

Achtsamkeit

Achtsamkeit Spirituelle Übung im → Buddhismus. „Achtsamkeit ist Mittel und Ziel zugleich, ist Same und Frucht. Wenn wir Achtsamkeit üben, um Konzentration aufzubauen, dann ist Achtsamkeit der Same. Achtsamkeit bedeutet Leben, sie ist das Lebendige im Gewahrsein. Ist Achtsamkeit vorhanden, so ist da Leben. Somit ist Achtsamkeit auch die Frucht. Achtsamkeit erlöst uns von Unaufmerksamkeit…

Afrikanische Spiritualität

Durch den weltweiten Austausch von kulturellen Einflüssen gerät auch in Europa die afrikanische Spiritualität immer stärker in unser Blickfeld. Der Journalist Michael Ventura, der sich mit dieser Philosophie beschäftigt hat, versucht der metaphysischen Gedankenwelt näher zu kommen: „Afrikaner stellen sich nicht vor, dass die andere Welt – die Geisteswelt, die Welt des Göttlichen – über…

Akasha-Chronik

Bei Rudolf → Steiner (→ Anthroposophie) Begriff für das Gedächtnis der Welt, aus dem Vergangenheit und Zukunft gelesen werden kann. Entspricht wahrscheinlich dem → Bewusstseinsfeld (→ Noosphäre).

Alchemie

„Die Alchemisten betrachten aber, überzeugt davon, unter der Mitwirkung Gottes zu arbeiten, ihr Werk als eine Vervollkommnung der Natur, die von Gott geduldet, wenn nicht gar ermutigt wird … Der abendländische Alchemist führt den letzten Teil jenes sehr alten Programms aus, das vom homo faber an den Tagen begonnen wurde, da er es unternahm, eine…

Almaas, Ali Hameed

Almaas, Ali Hameed (geb. 1944) In den USA und auch Deutschland lehrender, westlich orientierter Sufi (→ Sufismus), der aus Kuwait stammt. Mit 18 Jahren ging Almaas in die USA und studierte an der Universität von Kalifornien in Berkeley Physik und Mathematik. Später widmete er sich mehr den psychologischen und spirituellen Aspekten des Menschen. 1976 gründete…

Alpha

A – Alpha (griech., daher zusammen mit dem zweiten Buchstaben B „Alphabet“), Alif (arab.), Aleph (hebr.) Der erste Buchstabe, der bildhaft „Gott“ bedeutet. Die Buchstaben sind wahrscheinlich von den altägyptischen Hieroglyphen („heilige Zeichen“) abgeleitet (→ Schriften). Für die Ägypter war jede Hieroglyphe ein Bild eines Gotteswortes. Im Gegensatz zu den lat. Buchstaben (→ Schriften), die…

Amida-Buddhismus

Oberbegriff für alle Schulen des Buddhismus, die den Buddha Amitabha (Sk., japan. Amida) zum Mittelpunkt ihrer Lehre gemacht haben. Dazu zählen die „Reines-Land-Schule“, Jodo-shin-shu und Jodo-shu. Mikao Usui, der Begründer des → Reiki, war vermutlich Anhänger oder Mitglied dieser Schule. Der Amida-Buddhismus personifiziert das höhere Selbst oder die Buddha-Natur als Buddha Amitabha und lehrt Vertrauen…

Amma

Amma (geb. 1953) Auch Ammachi („Mutti“) wird die indische Meisterin Mata Amritanandamayi, die „Mutter der unsterblichen Glückseligkeit“, von ihren Anhängern genannt. Mata Amritanandamayi wirkt dabei hauptsächlich durch ihre intensive Ausstrahlung. Allein schon ihre Gegenwart soll die besuchende Person (wie bei → Mother Meera) in einen höheren Bewusstseinszustand erheben. Hingeführt zu dieser Erfahrung wird bei einem…

Anandamayi Ma

Anandamayi Ma (1896-1982) Die aus Bengalen stammende „Glückselige Mutter“ war eine typische Vertreterin des → Bhakti-Yoga. Sie war einer der seltenen Fälle, die – so wird gesagt – bereits von Geburt an im Bewusstsein ihres ewigen Selbst lebten. Die meisten Mystiker müssen vor ihrer Erleuchtung Phasen der Dunkelheit, der Suche und des Kampfes durchmachen, doch…

Anatman

Die Anatman-Lehre, einer der zentralen Gedanken im → Buddhismus, behauptet, dass kein substanzielles Selbst (Sk. atman) existiert, welches ein unveränderliches oder unabhängiges Sein besitzt. Die Betonung des → Theravada-Buddhismus liegt deshalb auf der Erlösung bzw. Befreiung des Einzelnen (arhat), der erkennt, dass sein Glauben an ein „Ich“ eine Täuschung ist. D.T. Suzuki bemerkt dazu: „Ins…

Anirvan, Sri

Anirvan, Sri (1886-1977) Bedeutender Vertreter des → Samkhya. Er hat wesentliche Beiträge zu einer Verbindung mit anderen spirituellen Lehren geleistet. Seine Philosophie gründet auf Erfahrung; sein universalistischer Ausblick lässt ihn Parallelen zwischen der Samkhya- und → Gurdjieff-Philosophie ziehen. Die Auffassung von Sri Anirvan zur Lehrer-Schüler-Beziehung ist sehr fortschrittlich, weil sie jede Abhängigkeit und jeden Zwang…

Anthroposophie

„Soll das religiöse Leben aus den geistigen Bedürfnissen der Gegenwart heraus erneuert werden und eine lebendige Anfachung erfahren, so muss das Geistesleben der Gegenwart vollbewusste imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnis anerkennen“ (Rudolf → Steiner). Wie schon ihr Name sagt, kreist die Lehre der Anthroposophie um den Menschen (von griech. anthropos = „Mensch“, und sophie =…

Architektur

Architektur, spirituell orientierte Architektur ist eine wichtige Kunstform (→ Kunst, spirituelle), die dem Menschen zuträglich oder abträglich sein kann. Seit Menschen bauen, haben sie sich mit der Wirkung der Architektur beschäftigt, und sei es auch nur, um optimale Bedingungen zu erhalten, unter denen man in bestimmten Klimazonen leben kann – man denke an die Pueblos…

Artussage

Artus (engl. Arthur, → A) war ein sagenhafter engl. König, der um 500 gegen die eindringenden Angeln und Sachsen gekämpft haben soll. Die Geschichten um König Artus und seine Tafelrunde gehen teilweise auf kelt. Märchen und Fabeln zurück, haben aber möglicherweise auch einen historischen Kern. Populär wird der Mythos 1136 durch ein Manuskript von Geoffrey…

Asgard

Von der Vorstellung eines Kreises aus, der das → Nichtsein symbolisiert, entwickelte sich die Vorstellung eines → Weltzentrums in der alten nord. Mythologie, des alten Asgard (auch Argard, „Lichtheimat“), der Wohnstatt der Götter. Aus Asgard wurde bei den indischen → Brahmanen Agarttha (Asgarttha), wo der König der Welt residiert. Der Zwölferkreis der idg. Götter (Asen…

Ashram

Ashram (Sk.) Zentrum für spirituelle Studien und Meditation, meist unter Leitung eines Gurus. Es kann ein Heim, ein Landhaus, eine Einsiedelei oder ein Kloster sein. Jeder Versammlungsort spirituell Strebender ist ein Ashram. Ashrams sind in Indien weit verbreitet und werden von vielen spirituell suchenden Menschen oder Anhängern eines Gurus oder einer bestimmten Lehre besucht.

Astralkörper

Begriff aus der → Theosophie und verwandten Lehren, der einen zweiten, feinstofflicheren Körper als den physischen bezeichnet. Er ist in dieser Lehre Träger der Lebenskraft. Siehe auch: → Energie, → Energiekörper.

Astrologie

„Im Horoskop wird der Mensch gleichsam zum Träger des Weltganzen, wird mitverantwortlich in gewissem Sinne an der Gestaltung des Allraumes und seiner innerlich lebendigen Harmonie“ (Fritz Werle 1962, 15). Streng genommen ist Astrologie kein „spiritueller Weg“, sie ist vielmehr eine Methode, mit der sich Muster von Zusammenhängen in einem undurchschaubaren Kosmos erkennen lassen (→ Orakel).…

Atem, Atemtechniken

Einen Teil der Aufmerksamkeit während einer Übung auf den Atem zu konzentrieren ist eine effektive Hilfe bei der → Meditation. Die Atmung reagiert sehr empfindlich und unmittelbar auf psychische und physische Veränderungen. Zugleich ist sie die einzige Körperfunktion, die auch willentlich gesteuert werden kann, obwohl sie ununterbrochen unwillkürlich abläuft. Medizinisch gesehen besteht auch eine Wechselwirkung…

Atlantis-Mythos

Während die meisten Mythen (→ Märchen und Mythen) ihre suggestive Macht meist aus einem geheimnisvollen Ursprung beziehen, verbindet man mit dem Mythos von Atlantis eine tatsächliche, verschwundene Hochkultur. Jedes Jahr zeigt irgendein Bericht im Fernsehen angeblich neue Spuren von Atlantis. Der einzige „Erfinder“ dieses Mythos ist jedoch der griech. Philosoph Platon, der Atlantis ganze zwei…

Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit ist eine Eigenschaft oder direkt zugängliche „Funktion“ des → Bewusstseins und des Willens (wie im → Buddhismus „die überpersönliche Kraft des Geistes“) und wird normalerweise von vielen Dingen angezogen. Wie die Aufmerksamkeit konzentriert werden kann, ist eines der „Geheimnisse“ vieler spiritueller Lehren. Eine gute Übung ist die Beobachtung, die → Wahrnehmung des eigenen Verhaltens.…

Augenblick

Wie auch die → Aufmerksamkeit ist die „Meisterung des Augenblicks“ keine willkürliche Angelegenheit, sondern basiert auf einer gewissen Disziplin des Schülers. Auch eine strukturierte Methode kann viele Augenblicke schaffen, die gemeistert sein wollen. Die Herausforderung ist permanent. Diese Einstimmung in die Situation, in das „größere Ganze“, ist Teil des Trainings für den Augenblick. Jeder Moment…

Augenblick, Übung des gegenwärtigen Augenblicks

Der Sufi (→ Sufismus) Hodscha Faghnawi (gest. 1272) lehrte zum ersten Mal die „Übung des gegenwärtigen Augenblicks“ (sikr-i alaniyya). Auf die Frage, warum er eine Neuerung einführe, sagte er: „Die Menschen leben in einem Traum, dies soll sie aufwecken.“ Die wesentlichen Aspekte dieser Schulung wurden jedoch bereits von Abd al-Khaliq Gudschduwani (gest. 1220) formuliert: 1.…

Aura

Unter diesem Begriff ist die Vorstellung einer feinstofflichen Ausstrahlung des Körpers gemeint, die hellsichtige Menschen auch als Farben sehen können. Die Aura wird in vielen Theorien eng mit der Idee einer universellen Lebensenergie verknüpft (→ Qi). 1972 veröffentlichte der → Parapsychologe Charles T. Tart einen Artikel, in dem er ein theoretisches Konzept zur Erforschung des…

Aurobindo, Sri

Aurobindo, Sri (1872-1950) Brachte in Anlehnung und als Ausdeutung der „Veden“ und → „Upanischaden“ und unter Einbeziehung der → Samkhya-Philosophie ein völlig neues Konzept in die neuere indische spirituelle Philosophie, das von Inhalt und Anspruch her durchaus als Integration oder Synthese der verschiedenen Yogas gewertet werden kann. Dieses Konzept nennt er „Integraler Yoga“: „Die von…

Außerkörperliche Erfahrungen

Eine außerkörperliche Erfahrung (AKE) besteht dann, wenn eine Person das Gefühl hat, sie beobachte ihre Umwelt von einer Position außerhalb oder oberhalb des Körpers aus. Gewöhnlich ereignet sich eine AKE während einer Krankheit oder körperlichen Unbeweglichkeit wie während des Komas, manchmal aber auch in tiefer Entspannung. EEG-Messungen zeigen, dass die AKE einige Merkmale des Traumes…

Avatar

Avatar (Sk.) Wörtlich „Herabkommen einer geistigen Kraft“, um einen Menschen zu erleuchten. Auch: göttliche Inkarnation in einem Menschen, d.h. eine göttliche Kraft geht in die Seele eines Menschen ein. Im → Hinduismus sind es meistens Inkarnationen verschiedener Aspekte von Vishnu, Krishna oder Rama (→ Bhakti-Yoga). In der verbreitetsten Überlieferung fehlt noch der zehnte Avatar Vishnus.…

Avatar, als virtuelle Person

Der Begriff wird heute auch in der Computersprache für virtuelle Personen benutzt, die jedoch nicht nur ein bestimmtes Aussehen, sondern auch eigene „Persönlichkeiten“ haben. Avatare sind meist dafür geschaffen, dass sich der Mensch in der virtuellen Umgebung leichter zurechtfinden kann. Das bekannteste Beispiel eines Avatars ist Lara Croft, die Heldin aus dem Computerspiel „Tomb Raider“.…

Avebury

Eine der bedeutendsten Steinkreisanlagen Europas (→ Megalithbauten) liegt in Avebury (England) etwa 8 Kilometer westlich von Marlborough. Die Anlage ist so groß, dass das heutige Dorf Avebury bequem darin Platz findet. Sie besteht aus drei in sich gestaffelten Kreisen großer Menhire („Hinkelsteine“, → Carnac) und ist von einem 15 Meter hohen Erdwall sowie einem Graben…

Bailey, Alice Ann

Bailey, Alice Ann (1880-1949) Gründerin der Arkanschule und des Lucis-Trust. Ab 1919 empfing sie „Durchsagen“ (→ Channeling) des unsichtbaren Meisters Djawal Khul, der ihr im Laufe der folgenden Jahre eine neue → Theosophie verkündete und eine große Zahl von Büchern „diktierte“. Diese Bücher übten im weitesten Sinne großen Einfluss auf die so genannte → New-Age-Bewegung…

Baker Roshi, Richard

Baker Roshi, Richard (geb. 1936) Seit dem Tod von Shunryu Suzuki Roshi (→ Literatur, Zen) führt er dessen Traditionslinie des → Zen fort. Nach einem Studium an der Harvard-Universität und der Universität von Kalifornien in Berkeley lernte er 1961 in San Francisco seinen Lehrer Shunryu Suzuki kennen, der ihn später nach Kyoto (Japan) in ein…

Balsekar, Ramesh S.

Balsekar, Ramesh S. (geb. 1917) Einer der bedeutensten lebenden Lehrer der indischen Advaita-Vedanta-Tradition. Er fand Mitte der 1940er-Jahre die Bücher von → Ramana Maharshi. Etwa 20 Jahre später traf er seinen Lehrer und Guru → Nisargadatta Maharaj, bei welchem er „Erleuchtung erlangte“ bzw. „erwachte“. Balsekar lebt in Indien und empfängt dort Sucher aus der ganzen…

Baraka

Baraka (arab. „Charisma“) Ein Modus der Anwesenheit des Göttlichen in der Welt, sein „Segen“. Entweder hat der Meister baraka, eine besondere Ausstrahlung, oder die Linie der Überlieferung hat baraka (→ Sufismus, Sufi-Orden). Manchmal bekommt auch eine neue Linie der Arbeit den universalen „Segen“, unabhängig von einer traditionellen Form der Arbeit.

Bardo

Bardo (tibet. „Zwischenzustand“) Im → tibetischen Buddhismus ein Zustand zwischen → Tod und Wiedergeburt oder dem Übergang ins klare Licht des Bewusstseins. Dieses Konzept wurde in den Lehren des → Vajrayana weiter ausgebaut. Im „Tibetischen Totenbuch“ („Bardo Thödol“) gibt es sechs Arten des Zwischenzustands: 1. Bardo der Geburt; 2. Bardo der Täuschung; 3. Bardo der…

Basho, Matsuo

Basho, Matsuo (1644-1694) Begründer der klassischen japan. Haiku-Dichtung im Sinne des → Zen. Sein Lebensmotto: „Suchet nicht das Wissen der alten Weisen, sondern das, was sie selbst gesucht haben.“ Eines seiner Haikus lautet: „Kommt! Lasst uns den Schnee betrachten, bis auch wir zu Boden fallen.“ „Vom Zen durchdrungen fingen seine Haikus auf unvergleichliche Weise den…

Bauhütte

Die Bauhütte als Institution entstand gegen Ende des 12. Jh. Steinmetzen und Maurer samt Gesellen und Lehrlingen waren an eine Hüttenordnung und die Geheimhaltung der Kunstregeln gebunden, aber frei von allen Verpflichtungen gegenüber der jeweiligen Kirchengemeinde. Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Bauhütten und Kunstschulen das Wissen um „objektive“ oder spirituelle Qualitäten der → Kunst…

Bayt oder Beth

Bayt oder Beth (hebr. „Behältnis“) Deshalb heißt es im „Bahir“ (einem bedeutenden Werk der → Kabbala): „Lies nicht beth, sondern bayit (‚Haus’).“ Das Zeichen geht aus → Aleph (der Eins) hervor. Der zweite Buchstabe (und gleichzeitig die Ziffer Zwei) im hebr. Alphabet. In der Kabbala stellt die Zwei die Phase oder den Zustand dar, der…

Bede Griffiths

Bede Griffiths (1906-2002) Wurde in einer mittelständischen engl. Familie geboren und studierte in Oxford, wo er ein enger Freund des engl. Mystikers, Sciencefiction- und Kinderbuchautors C. S. Lewis („Narnia“) und anderer Literaten wurde. Er wurde Katholik und trat in ein Benediktinerkloster ein, um sein Leben Studium und Gebet zu widmen. Seiner Neigung zur indischen Philosophie…

Beelzebub

Beelzebub (hebr. „Herr der Fliegen“) Ursprünglich war Baal, der bei uns auch als Beelzebub bezeichnet wurde, eine → demiurgische Gottheit, die im Judentum wie alle alten Götter als → Dämon (griech. daimon), d.h. eine geisterhafte, unheimliche Macht, verteufelt wurde. In „Beelzebubs Erzählungen für seinen Enkel“, dem Opus magnum von G.I. → Gurdjieff, wird der Begriff…

Bennett, John Godolphin

Bennett, John Godolphin (1897–1974) Britischer Mathematiker und bedeutender Schüler von G.I. → Gurdjieff. Nachdem er diesen in den 1920er-Jahren kennen gelernt hatte, schloss er sich in England zunächst dem eigenständig lehrenden Gurdjieff-Schüler P.D. → Ouspensky an. Durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges und Ouspenskys ambivalente Ablehnung Gurdjieffs verlor Bennett den Kontakt zu Gurdjieff, den er…

Besant, Annie

Besant, Annie (1847-1933) Eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Adyar-Theosophie (Adyar in Indien ist heute noch das Zentrum der Theosophischen Gesellschaft, TG; → Theosophie). Von 1907 bis zu ihrem Tod 1933 war Besant Präsidentin der TG. Während dieser Zeit veröffentlichte sie mehr als 300 Bücher und Broschüren. Als sie 1912 Jiddu → Krishnamurti als neuen Messias…

Beschwörung

Anrufung von → Geistern mit rituellen Formeln, Machtworten, → Mantras oder Gebeten. In der rituellen → Magie werden die Geister dazu gebracht, sich auf irgendeine Weise zu manifestieren. Im → Schamanismus ruft man Geister an, um mit ihnen durch rituelle Formeln zu kommunizieren. So will man evtl. Informationen über die Ursachen von Krankheiten oder Heilverfahren…

Besessenheit

Fast alle Glaubenssysteme kennen Zustände der Besessenheit, Zustände also, in denen ein Mensch neben seiner eigenen Seele noch von einem anderen, übernatürlichen Geistwesen besessen sein kann. Kultiviert wird dieser Zustand u.a. von der evangelistischen Pfingstgemeinde (in der Form des Zungensprechens, der Glossolalie), die es nicht nur Amerika, sondern auch in Südafrika gibt, dem haitianischen Vodun…

Bewusstsein

Wesentlicher Begriff für das Verstehen des menschlichen Geistes. Je nach Lehre und Weltbild gibt es unterschiedliche Bewusstseinsmodelle. Heute treffen sich naturwissenschaftliche und spirituelle Modelle und verbinden sich. Modelle sind jedoch immer hypothetisch, sind Bilder oder erste Vermutungen. Je nach geistigem Hintergrund interpretiert jeder Mensch seine Einsichten und Erfahrungen auf seine Weise. Dennoch sind Modelle nützlich,…

Bewusstsein, kosmisches

Dieser Begriff wurde 1894 von dem amerikanischen Arzt Richard Maurice Bucke geprägt. Das kosmische Bewusstsein befähigt den Menschen, den Kosmos als Ganzheit zu begreifen. „Das kosmische Bewusstsein ist das Ergebnis einer Erfahrung, die man als das plötzliche Erwachen eines neuen, nämlich des kosmischen Sinnes begreifen kann. In diesem Erwachen erfährt der Mensch eine Intensivierung aller…

Bewusstseinsevolution

Die Geschichte der menschlichen Kultur ist auch eine Geschichte der Evolution des Bewusstseins. Insbesondere der Philosoph Jean Gebser (1905-1973) versuchte in seinem Werk „Ursprung und Gegenwart“ eine Geschichte der Bewusstseinsevolution zu entwerfen. Eine Stufenfolge birgt natürlich Probleme in sich, weil sie auch bedeutet, dass frühere Stufen als „niedriger“ angesehen werden als spätere. Wenn man die…

Bewusstseinsfeld

Neuer Begriff für Energiefelder, die Information (→ Geist) übertragen, vergleichbar mit der die unsere Erde umgebende Atmosphäre (aber nicht identisch mit dieser). Von einigen fortschrittlichen Wissenschaftlern wird angenommen, dass das Bewusstseinsfeld Träger der Information aller notwendigen Lebensprozesse ist. Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955) prägte den Begriff der →Noosphäre, Geistsphäre, die dieser Vorstellung entspricht, bereits in…

Bewusstseinszustände

„Ein Bewusstseinszustand ist etwas Dynamisches. In Einzelheiten verändert er sich ständig, wobei das übergreifende Muster aber immer erkennbar bleibt. … Ein Bewusstseinszustand ist dann ein veränderter Bewusstseinszustand, wenn er sich deutlich von einem Normalzustand unterscheidet“ (Charles Tart 1988, 21). Die traditionelle Sichtweise der Psychologie vertritt die Auffassung, dass nur ein begrenztes Spektrum von Zuständen existiert…

Bhagavadgita

„Bhagavadgita“ (Sk. „Gesang des Erhabenen“) Philosophisches Lehrgedicht, das als das „Evangelium“ des → Hinduismus gilt. Die „Bhagavadgita“ wurde schon 1785 durch die engl. Übersetzung von Charles Wilkins bekannt. Sie ist ein Teil des zwischen dem 5. Jh. vor und 2. Jh. n.u.Z. entstandenen indischen Nationalepos „Mahabharata“. Die Gelehrten nehmen stark an, dass die „Bhagavadgita“ später…

Bhakti-Yoga

Ein typisches Beispiel der Vermischung von → Yoga und Volksreligiosität ist der Bhakti-Yoga, der durch betonte Hingabe und Liebe zu dem einen Gott, dem Erhabenen und Allmächtigen, bestimmt ist. „Die Betonung auf hingebungsvoller Annäherung an die Gottheit und die monotheistische Idee vom Ziel der Verehrung sind somit die beiden wichtigsten und charakteristischsten Elemente des Bhakti-Weges…

Blavatsky, Helena Petrowna

Blavatsky, Helena Petrowna (1831-1891) Begründete 1875 zusammen mit Henry S. Olcott die → Theosophische Gesellschaft (TG) in New York. Bei der Gründung hatte man es sich zum Ziel gesetzt, die alten Praktiken und Lehren der → Magie zu erforschen. Aus den ersten Studien dieser Praktiken resultierte das Werk „Entschleierte Isis“. Erst später wurden buddhist. und…

Bodhidharma

Bodhidharma (um 470-543) Sohn eines südindischen Brahmanenkönigs, der im Alter von 60 Jahren nach China reiste und dort den Ch’an- Buddhismus begründete, eine Mischung zwischen Taoismus und Buddhismus, die später zum → Zen-Buddhismus in Japan wurde. In China wurde er von dem damals herrschenden Kaiser Wu nach Nanking eingeladen. „Was ist der höchste Sinn der…

Bodhisattva

Bodhisattva (Sk. „Erleuchtungswesen“) Im → Mahayana ein Mensch, der durch die systematische Ausübung der buddhist. Meditationspraxis und der Vervollkommnung seiner Tugenden (Paramita) die Buddhaschaft anstrebt, jedoch so lange auf das Eingehen ins vollständige → Nirwana verzichtet, bis alle anderen Wesen erlöst sind. Ein Boddhisattva leistet tätige Hilfe und ist bereit, das Leid aller Wesen auf…

Bogenschießen als → Zen-Disziplin

Zen lehrt, Leben und Tod nicht getrennt zu sehen. Zen ist die Lehre der Nichtunterscheidung. Beim Bogenschießen wie bei anderen Kampftechniken innerhalb des Zen wie → Kendo oder Kung-Fu (→ Kampfsport) geht es um das Wesen der Meisterung einer Methode, den do, den spirituellen Weg, der körperliche Geschicklichkeit mit geradliniger Entschlossenheit und Entscheidungskraft verbindet. Die…

Böhme, Jakob

Böhme, Jakob (1575-1624) Protestantischer Mystiker. Er wurde bekannt durch seine Schrift „Die Morgenröte im Aufgang“, später „Aurora“ genannt, in der er der in Natur und Kosmos ausgebreiteten Gottesweisheit näher kommen wollte, um die „Signaturen“ zu entziffern, die allem Sichtbaren anhaften. Darin folgt er Paracelsus (→ Gnosis, → Magie). Böhme beschreibt seine Erfahrung als Theosophie, als…

Bön

Bön (tibet. „Herbeirufen“) Alte schamanische Lehre (→ Schamanismus), die vor dem Aufkommen des Buddhismus in Tibet existierte und später in den tibet. Buddhismus insbesondere in die Lehren der Nyingmapas (→ tibetischer Buddhismus) integriert und transformiert wurde. Wie bei anderen schamanischen Methoden geht es dem Bön unter anderem darum, die Geister herbeizurufen, sie zu zähmen oder…

Brahma, Brahman

Im frühen vedischen → Brahmanismus wurde das letztendlich Göttliche, brahman, ohne Qualitäten (nirguna) gesehen und daher jenseits menschlichen Denkens und war durch keine persönliche Verehrung erreichbar. Die upanischadische Präsentation (→ „Upanischaden“) von Brahma als mentalem Vorstellungsbild des abstrakten Brahman löste vorübergehend ein Problem der monotheistischen Theorie, doch durch die Kulte um Vishnu (→ Bhakti-Yoga) und…

Brahmane

Im Hinduismus ein Priester bzw. Angehöriger der Priesterkaste. Der Begriff → Brahman bezeichnet einen Zustand der Transzendenz, ebenso auch das Ewige und Absolute, die höchste, nichtduale Wirklichkeit (→ Nichtsein

Brahmanismus

Die fundamentalen Aspekte der brahmanischen Religion des → Hinduismus entstanden im 1. Jahrtausend v.u.Z. aus einer Reihe von priesterlichen Kommentaren zu den „Veden“. Veda bedeutet „Wissen“, ein Begriff, der sich insbesondere auf das höchste heilige Wissen bezieht, das in den vier Sammlungen (Samhitas), die „Veden“ genannt werden, zusammengefasst ist. Die „Veden“ sind Hymnen (mantras, →…

Buddha

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Buddhi

Buddhi (Sk. „Intelligenz, universaler Geist“) Instanz im Menschen, die durch Unterscheidungsvermögen alle Sinneseindrücke klassifizieren kann. Als Instrument des Geistes „leiht“ sie sich die Intelligenz und das Bewusstsein des Atman („Selbst“, „Ich“) und entfaltet alle Fähigkeiten des Menschen bis hin zur Intuition. In der → Theosophie, insbesondere bei Annie → Besant, ist es die vierte Bewusstseinsebene,…

Buddhismus

Geht als „Religion der Vernunft“ und Meditation auf den so genannten „historischen → Buddha“ Siddharta Gautama zurück, auch Shakyamuni genannt, der ca. 500 v.u.Z. lebte. Der Buddhismus ist im ganzen Fernen Osten noch heute verbreitet und gewinnt neuerdings auch immer mehr Anhänger in Europa und den USA. Was an ihm so anziehend wirkt, ist jedoch…

Cantor, Georg

Cantor, Georg (1845-1918) Mathematiker, Begründer der Mengenlehre. In den 1970er-Jahren wurde die Mengenlehre unter den Namen „Neue Mathematik“ im Unterricht der Grundschulen eingeführt. Ziel war es, neben der Vermittlung von Rechenfertigkeiten auch Denkfähigkeit und Abstraktionsvermögen der Kinder zu fördern. Die wissenschaftlich formalisierte Mengenlehre entsprach jedoch nicht dem pädagogischen Anspruch, kindgerecht zu sein. So beschränkte sich…

Carnac

Liegt an der Südküste der Bretagne im Gebiet Morbihan. Carnacs Ruhm beruht in erster Linie darauf, dass sich hier die größte Ansammlung von Menhiren („Hinkelsteinen“) der Welt befindet. Die größte Gruppe findet sich nahe dem kleinen Dorf Le Ménec bei Carnac, wo ein Halbkreis von dicht beieinander stehenden Menhiren durch die Häuser der Ortschaft halb…

Castaneda, Carlos

Castaneda, Carlos (1925-1998) Amerikanischer Anthropologe und Schriftsteller. Er behauptete, dass er im Rahmen seiner Feldforschungen in Mexiko den Medizinmann und Zauberer Juan Matus kennen gelernt habe. Die Veröffentlichung seines Buches „Die Lehren des Don Juan“, das diese erste Begegnung schildert und auch als Dissertation vorgelegt wurde, hatte großen Einfluss auf die Hippie-Bewegung Ende der 1960er-Jahre.…

Caterina da Siena, Katharina von Siena

Caterina da Siena, Katharina von Siena (1347-1380) Die hl. Caterina erblickte als 23. Kind ihrer Eltern im ital. Siena das Licht der Welt und hatte bereits mit sieben Jahren ihre erste Vision der ihr zulächelnden Gestalt des Erlösers. In ihren mystischen Schauungen (→ christliche Mystik) erfuhr sie eine innige Lebensgemeinschaft mit Christus, die ihr die…

Chakra

Chakra (Sk. „Kreis“, „Wirbel“) Energiezentrum in der „Subtilphysiologie“ des → Tantra. Allerdings waren Energiezentren bereits lange vor der indischen tantrischen Lehre im chines. → Tao-Yoga bekannt. Die Entdeckung von Energiezentren und den damit verbundenen Energiebahnen ging wahrscheinlich mit asketischen, ekstatischen und kontemplativen Erlebnissen einher. Die Yogis experimentierten viel und entdeckten durch veränderte → Bewusstseinszustände analog…

Channeling, Funktionsweise

Channeling ist ein umstrittenes Phänomen. Manche Parapsychologen (→ Paranormal, Parapsychologie) und Wissenschaftler behaupten, dass die Botschaften aus dem Unterbewusstsein kommen, andere sagen, von einem höheren Bewusstsein, wiederum andere sprechen von „unverkörperten“ Wesenheiten. Für die Findhorn-Mitbegründerin Dorothy Maclean sind es Geistwesen, die über ein eingestimmtes höheres Selbst mit dem Medium kommunizieren: „Ja ich spreche mit →…

Channeling, Spiritismus

Der Begriff Channeling kommt aus dem Amerikanischen und bedeutet „kanalisieren“, „Sprachrohr für Wesenheiten aus einer fünften Dimension sein“. Er wird als ein erweitertes Verständnis des Phänomens → Spiritismus verstanden. Im 20. Jh. führten Alice A. → Bailey, die mit gechanneltem Wissen eines „Tibeters“ die → New-Age-Bewegung dieses Jh. begründete (→ Theosophie), und Robert Cayce (1877-1945),…

Chartres, Kathedrale Notre-Dame de Chartres

Eines der berühmteren Beispiele für „objektive“ → Architektur ist die Kathedrale von Chartres. Sie steht auf einer Höhle, die ursprünglich eine Dolmenkammer war. Dolmengräber wurden in der Kultur der → Megalithbauten (Jungsteinzeit, ca. 2 500 v.u.Z.) aus mehreren steinernen Stützen mit einer Deckplatte aus einem großen flachen Felsstein errichtet, der meist mit einem Erdhügel überwölbt…

Chassidismus

Chassidismus (hebr. „Frömmigkeit“) Darunter versteht man drei Bewegungen innerhalb des Judentums: 1. die so genannten Frommen, die zusammen mit den Makkabäern gegen die Überfremdung durch die Griechen kämpften; 2. den dt. Chassidismus als mystische Strömung des Judentums zwischen 1150 und 1250; 3. die geistige Strömung, die Baal Shem Tow (1700-1760) begründete und die in der…

Chi

C – Chi (griech.) Entspricht dem griech. Buchstaben Chi (Χ), hat aber keinen entsprechenden hebr. Buchstaben; von der Schreibweise kommt es der Rune → Ka in einer Abwandlung am nächsten, die aber auch dem → G entspricht. Dieses ist im Griech. Gamma und im Hebr. das Gimel.

Chinmoy Kumar Ghose, Sri

Chinmoy Kumar Ghose, Sri (geb. 1931) Langjähriger Schüler von Sri → Aurobindo; lehrt heute in aller Welt. Mit elf Jahren verliert der Junge seinen Vater und mit zwölf Jahren seine Mutter, worauf die Geschwister in den Ashram von Sri Aurobindo nach Pondicherry gebracht werden; Chinmoys ältester Bruder hatte schon vorher mit dem Ashram in Kontakt…

Christliche Mystik

Das Wort → Mystik bezeichnet in Bezug auf das Christentum einen Weg zu unmittelbarer Gotteserfahrung und im wahrsten Sinne ein Leben aus solcher Gotteserfahrung. Die christliche Mystik ist in dieser Bedeutung ein Weg zur unio mystica. Jede persönliche und unabhängige Erfahrung der Gottheit, die sich durch eine ungeheure emotionale Kraft auszeichnet, ist eine mystische Erfahrung.…

Crowley, Aleister

Crowley, Aleister (1875-1947) Crowley war einer der bekanntesten europäischen „Magier“ des 20. Jh. (→ Magie). 1898 schloss er sich dem Orden des Golden Dawn an, der unter der Leitung von Gregor Mathers stand. Während eines Aufenthalts in Kairo 1904 empfing er eine „Offenbarung“ von Aiwaz, einem Abgesandten des ägyptischen Gottes Ra-Hoor-Khuit. In seinem „Buch der…

Dalai Lama

Der höchste → Lama, das geistliche Oberhaupt des → tibetischen Buddhismus. Die Tibeter glauben, dass der Dalai Lama (zurzeit. ist es der 14.) eine Reinkarnation (→ Tulku) der vierarmigen Gottheit Chenresi ist. Wenn er stirbt, gehen die anderen Lamas auf die Suche nach einem neugeborenen Kind, das die erhabene Seele des spirituellen Oberhaupts in sich…

Dämon

Dämon (griech. daimon) Meist gedeutet als böser Geist oder → Teufel. Als Dämonen wurden von den Gnostikern (→ Gnosis) Wesen bezeichnet, die auf einer Mittelstufe zwischen Gott und den Menschen agieren. Plutarch und andere griech. Autoren bezeichnen häufig lokale Naturgottheiten wie Pan als Dämonen, die teils gut, teil böse sind. Daneben gibt es auch →…

Darshan

Darshan (Sk. „Anblick“, „Anschauen“) Bedeutet, einem Heiligen oder → Avatar Ehrerbietung zu erweisen, um durch seinen Anblick Segnung und Heilung zu erfahren. Jede Begegnung mit einem → Guru oder → Heiligen kann als Darshan betrachtet werden.

Darshana

Darshana (Sk.), „Weltanschauung“ Philosophie. Bezeichnung für die sechs Schulen der → indischen Philosophie.

Dattatreya

Dattatreya (Sk.) Gilt der indischen Überlieferung nach als Sadguru, als höchster Lehrer, als göttliche Essenz der Weisheit. Seine Lehren gelten als Grundlage für alle → Heiligen und Schriften aller → Religionen. Den spärlichen indischen Quellen zufolge gilt er sogar als die Quelle des Göttlichen, als sichtbare Form des Wissens. Die Hindu-Mythologie und Ikonografie (→ Ikonen)…

Delphi

Die Visionen des Orakels von Delphi wurden offenbar durch Dämpfe aus dem Erdinneren hervorgerufen. Man vermutete daher eine Quelle mit ethenhaltigen Gasen als Ursache für die → Trance. Amerikanische Wissenschaftler entdeckten denn auch tatsächlich die lang gesuchte Erdspalte unter dem Orakel von Delphi. Bei Griechen und Römern war die Pythia, die Priesterin in Delphi, eine…

Demiurg

Demiurg (griech.): Intelligente Schöpferkraft Im antiken Athen bezeichnete der Begriff „Arbeiter für das Volk“, d.h. den Handwerker und Künstler, der den demos, den Bürgern von Athen, mit den Geräten des Wohlergehens und der Kultur versorgte (→ Griechen). Aristoteles übernahm den Begriff für den „Großen Handwerker“, die Macht, die das Leben auf der Erde erschafft und…

Derwische, freie

Derwische, freie (pers., türk. „Bettler“) Das Wort „Derwisch“ folgt der Idee von den „Armen im Geiste“, was natürlich nicht „dumm“, sondern vielmehr „offen für spirituelle Einsichten“ bedeutet. Die Mehrheit der Sufis und Derwische gehört zu den großen, wohl organisierten und orthodox geprägten Bruderschaften (→ Sufi-Orden). Eine Minderheit, die sich von den Zwängen und der Strenggläubigkeit…

Dharma

Dharma (Sk. „tragen“, „halten“) Umfassender Begriff für das, was unser Wesen ausmacht. Das Dharma des Menschen ist sein „geistiges Muster“. Im → Buddhismus gilt es auch als Grundlage der menschlichen Moral und Ethik, als Ordnung des Universums. Die Lehre Buddhas wird auch als Dharma bezeichnet, weil er dieses „Gesetz“ erkannt und als die Lehre der…

Dhikr

Im → Sufismus gibt es zwei Arten von → Mantras: der Dhikr und das → Wazifa. Dhikr ist eine rhythmische Rezitation, meist mit dem Namen Allahs oder Lobpreisungen Allahs wie la illaha il allah oder bismillah ir rahman ir rahim. Die Beteiligten an der religiösen Versammlung hadra stehen dabei meist im Kreis, in manchen Gruppen…

Die einzelnen Chakras

Wurzelchakra (indisch muladhara): am Perineum und in der Kreuzbeingeflechtregion (direkte Verbindung mit dem Sympathikus), Ausstrahlung auf Nebennierengebiet, Prostata. Es hat die Form eines roten Lotos mit vier Blättern; in der Mitte befindet sich ein Quadrat, Symbol für das → Element Erde, das in sich ein Dreieck mit der Spitze nach unten trägt (Symbol der Yoni,…

Dionysios Areopagita

Von der Philosophiegeschichte nun als Pseudo-Dionysios Areopagita bezeichnet, gilt er als Vater der östlichen wie westlichen → Mystik. Die Arbeit einer Forschungsgruppe hat nachgewiesen, dass die ihm zugeschriebenen Texte nicht auf Dionysios zurückgehen. Lange Zeit wurde der angebliche Verfasser von neuplatonischen Schriften (→ Neuplatoniker), die angeblich im 6. Jh. auftauchten und ihn zum Heiligen der…

Dualismus

Der zoroastrische Dualismus (→ Zoroaster) drang in alle westlichen Glaubenssysteme ein. Es ist der Kampf zwischen den „bösen Kräften“, den Kräften der Finsternis, und den „guten“ Kräften des Lichts. Der Dualismus findet sich auch im chines. Denken von → Yin und Yang. Die Unterscheidung von Geist und Materie – der klassische europäische Dualismus – wurde…

Dürckheim, Karlfried Graf

Dürckheim, Karlfried Graf (1886-1988) Der Schriftsteller und Psychotherapeut hielt sich 1938 bis 1948 in Japan auf und lernte die japan. Geisteskultur kennen. Er machte dabei auch intensive Erfahrungen mit dem → Zen-Buddhismus, u.a. in Form der Kunst des Bogenschießens, der Tee-Zeremonie, von Ikebana und Kalligraphie. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gründete er 1952 mit seiner…

Eckehart, Meister

Eckehart, Meister (1260-1327) Der größte Vertreter dt. → christlicher Mystik. Nachdem er mit 18 Jahren in den Dominikanerorden eingetreten war und dort seine Ausbildung beendet hatte, trat er eine Laufbahn als glänzender Prediger und Betreuer mehrerer Nonnenorden an. Aus dieser Zeit stammen seine berühmten Predigten und Erbauungsreden von dem einen Gott, der in der Seele…

Ekstase

Ekstase (griech., lat.) Aus-sich-Herausgetreten-Sein“, Verzückung, rauschhafter Zustand, meist in Verbindung mit → Trance und Sexualität (→ Tantra, → Sexualität und Spiritualität) gebraucht

Ekstasetechniken

Es gibt eine Fülle von Trancetechniken (→ Trance): darunter schmerzvolle Methoden wie Selbstgeißelungen, psychologischer Stress wie Sinnesdeprivation, Schlafentzug, Fasten, Belastung durch extreme Hitze oder Kälte; lustvolle Veränderungen durch Trancetanz, Trommeln, Singen (→ mantrische Gesänge), ekstatische Trance, Atemtechniken (→ Atem, Atemtechniken), ritueller Geschlechtsverkehr (→ Tantra), sexueller Orgasmus. Auch mit Lust und Schmerzen verbundene Methoden, wie sie…

Elemente

Die vier ursprünglichen Grundstoffe Erde, Wasser, Feuer und Luft, in die auch die → Alchemie die manifestierte Welt einteilte. In der späteren Chemie wurden daraus die vier Grundelemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff. Ähnlich wie in der Alchemie benutzte → Gurdjieff diese vier Stoffe für seine so genannte Wasserstofftabelle, in der die Triade (→ Trinität,…

Energie

Der Begriff „Energie“ wird in spirituellen Zusammenhängen häufig sehr undifferenziert gebraucht. Meistens sind „Schwingungen“ gemeint (→ Aura), die besondere Ausstrahlung einer Person. „Energie“ an sich heißt nichts anderes als die „Kraft, eine Arbeit auszuführen“. So ist in der aristotelischen Philosophie energeia die Tatkraft. Wir wissen, dass jede Aktivität, jede Arbeit den Aufwand von Energie erfordert.…

Engel

Engel (von griech. angelos, „Bote“) Im Judentum, Christentum und auch im Islam sind Engel unsterbliche Wesen, die als Mittler zwischen Gott und den Menschen fungieren. In zwei grundlegenden Werken, der „Himmlischen Hierarchie“ des → Dionysios Areopagita und der „Summa Theologica“ des Thomas von Aquin, ist die Rede von neun himmlischen Klassen oder Ständen, die in…

Enneagramm

„Zu den Symbolen, die zur Überlieferung der Ideen des objektiven Wissens dienen, gehören die Diagramme der Grundgesetze des Weltalls, und sie überliefern nicht nur das Wissen selbst, sondern zeigen auch den Weg dazu“ (G.I. Gurdjieff, in: P. D. Ouspensky 1966, 412). In allen esoterischen und okkulten Denkmodellen haben außer der Eins als Symbol der Einheit…

Enneagramm, Typenlehre

Die inzwischen bekannteste Form des Enneagramms als psychologische Typenlehre geht auf Oscar Ichazo (geb. 1931) zurück, einen Chilenen, der seit 1971 in New York lehrt. Ichazo behauptet, seine Form der Anwendung von afghanischen Sufi-Meistern gelernt zu haben, bevor er → Gurdjieffs System kennen lernte; einen Beweis dafür blieb er schuldig. Denn Gurdjieff hatte dieses Symbol…

Erleuchtung

Auch auf dem spirituellen Weg verbindet jeder Mensch seine persönlichen Wünsche und Vorstellungen mit persönlicher Heilung an Körper und Seele, Erlösung, Erleuchtung, vielleicht sogar Unsterblichkeit. Die meisten Lehren betonen jedoch, dass Persönliches im Zusammenhang mit einem spirituellen Weg eine zu begrenzte und lineare Sicht der Dinge sei und der „Sinn des Lebens“ womöglich kein Selbstzweck…

Esoterik

Bedeutet im ursprünglichen Sinne „innerer Kreis“. Damit bezeichneten die Pythagoräer, d.h. die Schüler des → Pythagoras (um ca. 600 v.u.Z.), den inneren Kreis der Forschungs- und Glaubensgemeinschaft um den Philosophen. Der innere Kreis bestand aus Menschen, die in die Geheimnisse seiner Lehre eingeweiht waren und sich ständig in seinem Umfeld aufhielten. Dabei beschäftigte sich Pythagoras…

Eurhythmie

Die tänzerische Eurhythmie wurde von Rudolf → Steiner ab 1912 zusammen mit seiner Frau Marie Steiner-von Sivers (1867-1948) entwickelt. Sie wird im musischen Unterricht auch in den Rudolf-Steiner-Schulen gelehrt. Die fließenden Körperbewegungen lehnen sich an den Ausdruckstanz der damaligen Zeit an. Die Eurhythmie sollte allerdings nicht verwechselt werden mit der Rhythmik, die zur gleichen Zeit…

Europa

In der griech. Sage Tochter des phönizischen Königs Agenor und Geliebte des Zeus, der sie in Gestalt eines Stiers nach Kreta entführte. Der phönizische Stiergott wurde auch als Vater der Menschen bezeichnet. Im vorbiblischen semitischen Himmel wurde El (→ E), auch eine Bezeichnung für Stier, neben den lokalen Gottheiten wie → Baal verehrt. Fast jeder…

Europa, Spiritualität

Die spirituellen Traditionen alteuropäischer Völker gehen weit in die Vergangenheit, bis in die Frühzeit der Menschen, zurück. Sie haben sich aus dem frühen → Schamanismus entwickelt, dessen Spuren sich bis in die Frühzeit der Menschheit zurückverfolgen lassen. Die vielen Völker Europas, darunter → Griechen, → Iberer, → Kelten und → Germanen, hatten unterschiedliche, aber im…

Europa, Sprache

Bei der Bildung des Begriffs „indogermanisch“ im 19. Jh. bezogen sich die Sprachforscher auf die beiden damals räumlich am weitesten auseinander liegenden Sprachgruppen, der indischen und der german. Sprache. Diese Bezeichnung wurde im dt. Sprachraum, der in dieser Forschungsdisziplin weltweit immer noch führend ist, beibehalten und hat nichts mit irgendeiner Überlegenheit der Germanen in Europa…

Ewigkeit

Zeitbegriff für eine unvergängliche → Zeit (auch → Nirwana). Die → Mystik spricht gelegentlich von einer „ewigen Wahrheit“ oder „ewigen Freude“. „Wer eine Welt erblickt im Körnchen Sand und den Himmel in dem Blumengrunde, / schließt die Unendlichkeit in seine Hand und Ewigkeit in eine Stunde“ (William Blake). Für den Mathematiker John G. → Bennett…

Exoterik

Der „äußere Kreis“. Als Exoteriker wurden ursprünglich die Schüler des → Pythagoras (600 v.u.Z.) bezeichnet, die nicht in seinem Zentrum in Crotona (Italien) lebten, sondern in den umliegenden Orten, und nur gelegentlich seine Schule besuchten. Ihnen wurden nicht alle Lehren offenbart, weil vieles davon dem inneren Zirkel (→ Esoterik) vorbehalten war.

Externsteine

Die Externsteine sind ein außergewöhnliches Naturdenkmal und werden heute noch als → Kraftort betrachtet. Die Felsgruppe, zwischen Detmold und Paderborn in Westfalen gelegen, ist für Forscher heute noch ein Rätsel. Durch natürliche Erosion entstand eine Gruppe von 13 Sandsteinfelsen, die wild zerklüftet eine Höhe von bis zu 37 Metern erreichen. Natürliche Steinformationen mischen sich hier…

Fa (nord.), Phi (griech.), Fa (arab.), (hebr.) Phé

Fa-Rune mit der Zahl 1; die Zeugungsrune „Fater“ (Vater). Die Rune des Urfeuers, Fyr, auch Pyr (griech. Pyro.), griech. Buchstabe Phi, arab. Fa, hebr. Phé (Zahlwert 80) mit dem Bild „Mund“ und geistigen Sinn von offenbartem Wort oder Offenbarung. Auch im Griech. der erste Buchstabe u.a. des Wortes Philosophie. Das hebr. Zeichen besteht aus dem…

Familienstellen, Familienaufstellung

Eine Form der Psychotherapie nach Bert Hellinger (geb. 1925). Die von Hellinger entwickelte Kurztherapie des Familienstellens hat Gemeinsamkeiten mit schamanischen Heilzeremonien (→ Schamanismus). Bei beiden wirkt eine Kraft, die der nichtalltäglichen Wirklichkeit angehört, die jedoch wahrnehmbar ist und sichtbar gemacht werden kann. Der Leiter einer Familienaufstellung wie auch der Leiter einer schamanischen Heilzeremonie muss sich…

Fana

Fana (arab. „Auslöschung“) Auf dem Weg durch die Bewusstseinswelten stirbt (fana) ein Teil unserer Zuwendung zur jeweiligen Welt, und wir werden in einer neuen Qualität wiedergeboren (baqa). Siehe auch ausführlich: → Ibn Arabi.

Farbe

Form kann eigentlich immer nur als Farbe wahrgenommen werden (→ Wahrnehmung). Es ist von der menschlichen Anlage her praktisch nicht möglich, eine Form, eine Gestalt, einen Gegenstand von dem zu trennen, was als Farbe gesehen wird. Denn allein durch die Farbe reagiert die Form eines Gegenstands auf die Lichtwellen, durch die er überhaupt wahrgenommen werden…

Feng Shui

Feng Shui (chines.) Alte asiatische geomantische Lehre (→ Geomantie), die den Zusammenhang zwischen umgebendem Lebensraum und dem Wohlbefinden der Menschen in diesem Lebensraum beschreibt. Die ältesten bekannten Schriften sind 3 000 Jahre alt. Feng Shui bedeutet „Wind und Wasser“ und steht im Chines. sinnbildlich für alles, was sich bewegt, fließt und strömt. Nach der Harmonielehre…

Freimaurer

Die moderne Form der Freimaurerorganisation entstand im Jahre 1717, als die engl. Logen sich zur United Grand Lodge of England vereinigten. Die Logen gehen wahrscheinlich auf die → Bauhütten der Kathedralen zurück (die vom → Templerorden organisiert und finanziert wurden) und bewahren eine gewisse Symbolik der Einweihung. Die Baumeister verfügten ursprünglich über erstaunliche Kenntnisse. Louis…

Ganapati Saccidananda Swamiji, Shri

Ganapati Saccidananda Swamiji, Shri (geb. 1942) Gilt als Vertreter der Linie → Dattatreyas. Die Einweihung (upadesa) soll er von seiner frommen und weisen Mutter Jayalakshmi kurz vor ihrem Tod 1951 erhalten haben. Als junger Mann verschwand er für zwei Jahre und tauchte 1963 als avadhuta (Erleuchteter, welcher der Welt entsagt hat) mit dem Namen Ganapati…

Gandhi, Mahatma

Gandhi, Mahatma (1869-1948) Typischer Vertreter des → Karma-Yoga, das er als zentrale Lehre der Gita betrachtete: „Wer nicht handelt, wird erniedrigt. Wer auf die Belohnung verzichtet, wird erhöht. Aber Verzicht auf Lohn bedeutet keinesfalls Gleichgültigkeit gegenüber dem Ergebnis. Bei jeder Handlung muss man das erwartete Ergebnis kennen, die Mittel dazu und die eigenen Fähigkeiten. Jemand,…

Ganesha

Ganesha (Sk.) Auch Ganapati (Sk.), der elefantenköpfige Sohn → Shivas und Parvatis (ein weiterer Name für die Göttliche Mutter, → Shakti). Er ist der Gott der Weisheit und Lehre und Beseitiger aller Hindernisse. Seinen Verehrern gewährt er im weltlichen wie spirituellen Leben Erfolg. Ganesha hat in einer Version des Mythos deshalb einen Elefantenkopf, weil Shiva…

Gebet

Das Anrufen einer Gottheit, eines → Gottes oder → Geistes, oft in Form einer Lobpreisung, einer Bitte oder eines → mantrischen Gesangs. Häufig werden dazu auch bestimmte Handhaltungen (→ Mudras) benutzt. Siehe auch: → Herzensgebet.

Geist

„Ein Mönch fragt: ‚Was ist eigentlich Geist?’ – ‚Geist’, lautet die Antwort des Meisters. ‚Ich verstehe nicht’, forscht der Mönch weiter. ‚Ich auch nicht’, erwidert ohne zu zögern der Meister.“ (frei nach D.T. Suzuki 2003). Der Begriff wird im allgemeinen dt. Sprachgebrauch mit → Bewusstsein oder Denken gleichgesetzt. Gemäß der heute weithin akzeptierten naturwissenschaftlichen Dreiteilung…

Geister, Geistwesen

Geister sind Teil der Wirklichkeit. Sie lassen sich hören und sehen, manchmal auch riechen, und visualisieren sich gegebenenfalls in zeitgemäß adäquater Weise.“ (Klaus E. Müller 2004, 94) Nicht nur in vielen Religionsformen werden Geister bzw. Geistwesen für real gehalten; manche spirituellen Praktiken, wie z.B. im → Schamanismus oder → Voodoo, gehen explizit von ihrer Existenz…

Geisteswissenschaft

Der dt. Philosoph Wilhelm Dilthey (1833-1911) erstrebte als Erster eine erkenntnistheoretische Begründung der Geisteswissenschaften, deren Methodik er gegen die Naturwissenschaften abzugrenzen trachtete. In den Geisteswissenschaften geht es darum, Lebensäußerungen durch Nacherleben von innen her zu verstehen. So ergibt sich bei Dilthey der Begriff einer Lebensphilosophie, die im Gegensatz zur Metaphysik steht. Bei Rudolf → Steiner…

Geistheilung

Unter christl. Vorzeichen ist dies eine Heilung durch den Geist Gottes oder den Glauben an Christus. Geistheilung wird heute auch mit Energieheilung gleichgesetzt, und auch Fernheilung gehört dazu. Geistheiler behaupten, dass sie „Kanäle“ für göttliche Energie seien (→ Channeling). Handauflegen, Reiki und andere zeitgenössische Methoden werden ebenfalls als Geistheilung bezeichnet. Auch schamanisches Heilen (→ Schamanismus)…

Geisttiere

Geisttiere im → Schamanismus Das Geisttier trägt im Schamanismus nicht nur die Information des Geistes der Gattung Tier mit sich, in der es erscheint. Es verfügt auch über das ganze Wissen der Kosmologie des Schamanen. Das Geisttier ist im traditionellen Schamanismus geistiger Berater und Gefährte des Schamanen. Der Schamane kommt während seiner Lehrzeit durch Techniken…

Geomantie und Geometrie

Die Geomantie (griech. Befragung/Wahrsagung der Erde) ist die Kunst, die Erde an einem bestimmten Ort zu „befragen“ und energetische Standortqualitäten festzustellen (→ Kraftorte). Solche Qualitäten sind im Allgemeinen sehr unterschiedlich in Stärke, Intensität, polarer Gegebenheit und vor allem in ihren Auswirkungen auf den Menschen und seine Umgebung. Auch alle Bezüge und Einflüsse der näheren oder…

Germanen

Germanen (lat. Germanus) Die Bedeutung des Wortes „Germanen“ ist unklar, der Begriff kommt wahrscheinlich aus dem Keltischen. Heute Sammelbegriff für die indoeurop. Völker, die um die Zeitenwende in Nord- und Mitteleuropa lebten. Einige Belege und Vermutungen legen nahe, dass bereits vor über 10 000 Jahren Nordvölker hoch im Norden und auf Grönland lebten, als dieses…

Gnosis

Gnosis (griech. „Erkenntnis des Übersinnlichen“) Entstand am Schnittpunkt vieler alter Mittelmeerkulturen, zu einer Zeit, die das Ende der vorchristl. Religionen kennzeichnet (um 250 v.u.Z.). Ihre Stärke erwuchs aus der Verschmelzung von Vergangenheit und Zukunft, von Altem und Neuem, Ost und West. „Die bleibende Faszination, die Gnosis und Gnostizismus bis heute auf das gebildete Publikum ausüben,…

Gnosis, Philosophie und Weltbild

„Die gnostischen Schriften führen den Ursprung aller Dinge auf ein erstes Prinzip zurück, eine reine vollkommene und höchste Macht, die ewig, unendlich und absolut ist“ (Benjamin Walker 1992, 36). Dieses unendliche → Nichtsein, ohne Raum und Zeit, ohne Qualität und Quantität, ist unbegreiflich und unaussprechbar: „Selbst der Begriff des Daseins, wie wir ihn verstehen, hat…

Gnostische Praxis

Die meisten spirituellen Praktiken der Gnostiker sind nicht schriftlich überliefert. „Zostrianus“, der längste Text in der Nag-Hammadi-Bibliothek, erzählt jedoch, wie ein spiritueller Meister seine Erleuchtung erreichte. Er beschreibt ein Übungsprogramm, das aus asketischen Praktiken, Beruhigung des Geistes durch → Meditation und der Erlangung von → Visionen besteht. In anderen Quellen gibt es Hinweise auf →…

Gott

Gott (engl. „God“, schwed. „Gud“, althochdt. Got) Der Ursprung des gemeingerman. Wortes ist nicht sicher geklärt. In der dt. Sprache fasst der Begriff got ursprünglich männliche und weibliche Naturkräfte zusammen. Wenn man – wie im idg. Sk. – das Wort wurzelsprachlich klären will, kann man das Wort zusammengesetzt aus der Rune Gibor (→ G), „Geben“…

Götterdämmerung

Der Begriff Götterdämmerung (isländ. Ragna-rök) in der nord. Mythologie (der Wöluspa, der „Seherin Gesicht“) bezieht sich auf eine kommende Katastrophe, der Schlacht am Enden der Zeiten, dem Fallen der Sterne vom Himmel und der Zerstörung der Erde durch Feuer und Blut. Damit ist der unausweichliche Untergang des jeweils Vorhergehenden gemeint, nicht die Übergänge Abend- und…

Göttin, weibliche Spiritualität

Die Leben schenkende Urmutter ist das Urbild der Schöpferkraft. Die Muttergöttin Eva (Chawwa bzw. Heva, Zahlwert 19) wird in der Bibel im Zusammenhang mit der Herrschaftsnahme einer männlichen Gottheit (Jahwe) durch eine Umdeutung im Zusammenhang mit der „verführerischen“ Schlange am Baum des Lebens entmachtet. Dabei war die Schlange auf der ganzen Welt der Inbegriff des…

Govinda, Lama Anagarika

Govinda, Lama Anagarika (1898-1985) Deutschstämmiger buddhist. Gelehrter, der seine Lehre von tibet. Lamas in Tibet erhielt und später im Westen lehrte. Er schrieb mehrere Werke über Theorie und Praxis des → tibetischen Buddhismus, deren bedeutendstes „Grundlagen tibetischer Mystik“ ist. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt. Vor seinem Tod gründete er den buddhist. Orden Arya…

Gral, heiliger, Gralsgeschichte

Die Herkunft des Mythos vom hl. Gral ist vermutlich irischen Ursprungs. Poetisch bearbeitet erscheint die Sage zuerst in Frankreich Mitte des 12. Jh. im Versroman von Robert de Boron „Die Geschichte des heiligen Gral“. In die dt. Dichtung wurde die Sage zuerst von Wolfram von Eschenbach in seinem „Parzival“ eingeführt. Wolfram von Eschenbach (um 1170/80…

Griechen, griechische Glaubensvorstellungen

Die griech. Glaubensvorstellungen sind aufgrund der vielfältigen Völker und landschaftlichen Zergliederung des alten Griechenland und auch der vielen Inseln uneinheitlich. Es gab hier eine Vielzahl von Göttern und Kulten (→ Delphi). Schon früh stellten sich die alten Griechen die Götter anthropomorph vor, d.h. menschengestaltig. Die bedeutendsten Götterfiguren entstanden durch die Verschmelzung der spirituellen Vorstellungen der…

Grün, Anselm

Grün, Anselm (geb. 1945) In Deutschland bekannter Benediktinermönch. Trotz seiner kontemplativen Hingabe an die → Mystik und Versenkung der benediktinischen Tradition (→ Kloster) steht er als Buchautor von 130 Büchern, Seelsorger und Seminarleiter mitten im weltlichen Leben. „Ich versuche, Menschen aus der Tradition heraus Antworten zu geben, wie Menschsein gelingen kann“, sagt er. Doch trotz…

Gurdjieff, Georg Iwanowitsch

Gurdjieff, Georg Iwanowitsch (1869-1949) Eine der außerordentlichen spirituellen Persönlichkeiten des 20. Jh. Während andere große Lehrer innerhalb einer Tradition standen oder stehen, hat Gurdjieff ähnlich wie Rudolf → Steiner einen eigenen Weg begründet. Im Allgemeinen wird dieser als der → „Vierte Weg“ bezeichnet, weil er die Wege des Fakirs (Körper, → Karma-Yoga), des Mönches (→…

Gurdjieff, Philosophie und Kosmogonie

Sie basieren auf altem Wissen, das von den Schamanen über → Zoroaster, die Pythagoräer (→ Pythagoras), → Gnostiker und → Neuplatoniker bis in spirituelle Lehren Innerasiens einfloss. Der Mensch ist eingebunden in einen umfassenden Prozess der gegenseitigen Erhaltung alles Existierenden – nicht nur im Kreislauf und Austausch innerhalb der Biosphäre, sondern auch im gesamten kosmischen…

Halluzination

Alle Sinne können Halluzinationen hervorbringen. In der Psychologie werden Halluzinationen als Sinnestäuschungen bezeichnet. Es gibt Auditionen (Veränderungen des Hörens), optische, sensorische, olfaktorische und gustatorische Halluzinationen. Allerdings neigen einige fortschrittlichere Wissenschaftler inzwischen dazu, außergewöhnliche → Bewusstseinszustände und Halluzinationen nicht mehr nur als pathologisch einzustufen. Manchmal werden Halluzinationen auch als „Einbildungen“ bezeichnet. Auch → Visionen, die Menschen…

Hare, Hari

Hare, Hari (Sk.) Name für Gott als Vishnu und Krishna (der eine Inkarnation von Vishnu ist). Auch generell benutzt für den persönlichen Gott (Ishvara; → Bhakti-Yoga). Als → Mantra HARI OM Anrufung der Gegenwart Gottes.

Hartmann, Thomas de

Hartmann, Thomas de (1886-1956) Russischer Komponist, der für → Gurdjieffs Arbeit von größter Bedeutung war, weil er es kongenial vermochte, dessen Musik und → Tänze (auch Movements genannt) zu vertonen. Die rituellen Tänze bilden einen wesentlichen Aspekt von Gurdjieffs Methoden der „harmonischen Entwicklung des Menschen“. De Hartmann konnte sie in eine Form bringen, die den…

Hatha-Yoga

„Yoga ist das zur Ruhe bringen der seelisch-geistigen Bewegungen der Denksubstanz. Dann ruht der Sehende in seinem wahren Wesenskern“ (Patanjali, Sutra I, 2-3). Wenn heute von → Yoga als Methode gesprochen wird, ist meistens das Hatha-Yoga gemeint. Darunter versteht man Körperübungen (Asanas) und Körperhaltungen, meist in Verbindung mit Atemtechniken (→ Atem, Atemtechniken), die nicht nur…

He

He (hebr.), Hu (arab.) Die Zahl fünf, die Zahl des Lebens und der Seele in der → Kabbala. Hu ist der ausgehauchte Laut Gottes am Ende des Wortes Allah. Für die Kabbalisten ist es der Atem Gottes. Dieser geistige Hauch ist das Leben der menschlichen Seele; er erweckt in ihr die Ahnung von der Unzerstörbarkeit…

Heilige Orte, heilige Berge, Heiliges Land

Einige spirituelle Überlieferungen sprechen von einer zentralen Quelle der Spiritualität und des Wissens und behaupten, dass die Menschheit von einer höheren Intelligenz zum Ziel der menschlichen Evolution geführt wird. René Guénon untersuchte das Thema in seinem Buch „Der König der Welt“: „Nach den Zeugnissen aller Traditionen ergibt sich eine klare Schlussfolgerung: Es ist die Behauptung,…

Heiliger

Ein Heiliger ist eine Frau oder ein Mann, der vollständig und für immer vom Egoismus befreit ist. Wenn so ein Mensch reif ist, dann kann die geistige Kraft ungehindert in seine → Seele einfließen und sich mit ihr vereinigen. In diesem Falle kommt die schöpferische Energie des „wahren → Selbst“ ganz unter den Einfluss der…

Hellsehen

Die außergewöhnliche Fähigkeit der Wahrnehmung von Dingen und Ereignissen, insbesondere der nahen oder fernen Zukunft, die noch niemand kennt. Es gibt wenige Hellseher mit ungewöhnlichen Fähigkeiten. Diese sollen auch schon bei der Untersuchung von Kriminalfällen mitgewirkt haben. Die → Parapsychologie hat Hellsehen und Telepathie („Gedankenübertragung“) zum Forschungsgegenstand gemacht, da es zweifellos entsprechend begabte Menschen gibt.…

Hermetik

Die hermetische Philosophie wird oft gleichbedeutend mit → Esoterik verwendet. Die Hermetiker und → Neuplatoniker können als direkte Abkömmlinge der Lehren der → Gnosis angesehen werden. Die Schriften, die Hermes Trismegistos (ca. 2. Jh. v.u.Z.), der griech. Ausprägung des ägyptischen Gottes der Weisheit, Thoth, zugeschrieben werden, gehen wahrscheinlich auf Zeitgenossen von → Valentinus zurück. Die…

Hexen

Das Wort „Heide“ kann sprachlich von hag (→ H) oder hagen abgeleitet werden, einem rechtsfreien Stück Ödland. Solch ein meist von einer dornigen Hecke (Hagebutte, Weißdorn, Kreuzdorn, Sanddorn, Schlehe, Brombeere, Hasel, Holunder, Eberesche) umgebenes Gelände war, weil es nicht landwirtschaftlich genutzt wurde, häufig eine Trockenrasenvegetation, auf der Heilpflanzen besonders gut gediehen. Dies war das Arbeitsfeld…

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (1098-1179) Die Heilige, seinerzeit Äbtissin des Benediktinerinnenklosters bei Bingen, beeindruckte schon ihre Zeitgenossen durch ihre gewaltigen Visionen von der Schöpfung und Erlösung der Welt. Ihre naturheilkundlichen Schriften haben ihr den Ruf der ersten dt. Naturforscherin und Ärztin eingetragen und erleben heute eine Renaissance.

Hinduismus

Die klassischen → Yoga-Systeme sind Teil des Hinduismus, auch wenn sie in vielfältiger Form ohne Einbettung in den Hinduismus im Westen gelehrt werden (→ Brahmanismus). Der Begriff „Hinduismus“ wird heute im Allgemeinen gebraucht, um die Religion der Mehrheit der Völkerschaften Indiens zusammenzufassen. Er wurde jedoch im Westen geprägt und vermag nicht den tatsächlichen Glauben der…

Holle

„Frau Holle ist die All-Mutter und Erd-Mutter, die an der Quelle, an den Wurzeln des Weltenbaumes in dreifacher Gestalt wirkt – als die das Leben Gebärende, als die mütterliche Sorgende und das Leben Erhaltende, als die das Leben Nehmende und die Seelen der Toten Hütende. Gäbe es im deutschsprachigen Kulturraum noch einen lebendigen Schamanismus, sie…

Hölle

Die christl. Theologie machte aus dem Namen der alten nord. Göttin Hel, Frau → Holle, den Begriff der Hölle. Dabei hat diese nichts mit Hels göttlichem Kessel der Wiedergeburt zu tun (→ Reinkarnation). Die Vorstellung von der ewigen Höllenqual kam mit den asketischen, patriarchalischen Religionen auf. Barbara Walker (1994, 227) berichtigt für uns Hels Reich:…

Hörner

Das gehörnte Haupt (manchmal auch ein Federkranz oder Federn) war immer das auffälligste Merkmal eines → Schamanen und ist immer noch in allen schamanischen Kulturen ein Zeichen für die Fähigkeit des Schamanen, kundiger Reisender und Mittler zwischen den Welten zu sein. Tierhörner, Knochen und Vogelschnäbel sind die ursprünglichen schamanischen Ritualgeräte. Später, als andere Religionsformen entstanden,…

Horoskop

Der Bundesverband der Astrologen (BDA) hat folgendes Thesenpapier zur astrologischen Deutung veröffentlicht, das gewisse Grundsätze für die Deutung von Horoskopen klarstellt: These 1: Astrologie ist die älteste Typologie der Menschheit und damit älteste Lehre von den Erscheinungsformen körperlicher, seelischer und geistiger Beschaffenheit des Menschen. Sie ist die Deutung räumlicher Verhältnisse und zeitlicher Abläufe in unserem…

Huna, polynesischer → Schamanismus

In Polynesien entstand vor einigen Jahrtausenden die Lebensphilosophie Huna. Huna heißt übersetzt „verborgenes Wissen“ oder „Geheimnis“. Damit ist jedoch nicht ein geheim gehaltenes Wissen gemeint, sondern ein Wissen von den unsichtbaren Dingen. Die Huna-Meister werden Kahuna genannt. Die Kunst des Heilens durch den Geist war eine „Spezialität“ der schamanischen Huna. Nach Kahili King gibt es…

Hypnose

Hypnose (griech. hypnos „Schlaf“) Der Begriff wurde 1841 (nach anderen Quellen 1843) von dem schottischen Chirurgen Dr. James Braid geprägt. Er ließ Menschen auf eine Glaskugel starren und sprach in suggestiven Worten. Dadurch kommt ein Patient in eine tiefere Entspannung und im Gehirn entstehen vorwiegend Alpha-Wellen (→ Bewusstseinszustände). Insofern ist Hypnose kein tiefer Bewusstseinszustand. Viele…

I Ging

Wenn der Einklang mit dem Kosmos ein glückliches Dasein verbürgt, dann muss der Mensch vor allem bestrebt sein, die gegenwärtige und zukünftige Tendenz des Weltverlaufs kennen zu lernen, damit er sich diesem harmonisch einfügen kann. Dieser nüchterne Ansatz fand in der chines. Orakelpraxis (→ Orakel) seinen Ausdruck, die auf alte schamanistische Vorstellungen (→ Schamanismus) zurückgeht.…

Iberer, iberische Glaubensvorstellungen

Die Iberer, deren Sprache nicht mit der indoeuropäischen Sprachgruppe verwandt ist, traten etwa 1000 v.u.Z. erstmals in Erscheinung. Seit 800 v.u.Z. hatten sie mit den Phöniziern und Griechen Handelskontakte, bei denen das auf der iberischen Halbinsel vorkommende Silber ein begehrtes Produkt war. Diese bis ins 5. vorchristliche Jahrhundert reichende Periode des Handels stellt gleichzeitig die…

Ibn Arabi

Ibn Arabi (1165-1240) Einer der wichtigsten Vertreter der Schule der → Illuministen. Er wirkte hauptsächlich in Spanien und Marokko, bereiste aber auch Ägypten und andere arab. Länder. Ibn-al Arabi wuchs in Sevilla auf und lebte dort über 30 Jahre. Er hatte einige Sufi-Lehrer, doch über sein Leben ist sehr wenig bekannt. Sein Vermächtnis besteht in…

Icaros

Gesänge der Schamanen im peruanischen Amazonasgebiet in Heilritualen. „Der Schamane Kajuyali Tsamani, Kolumbien, erzählte mir von seinem Lehrmeister, dem abuelo furnamilani, Schamane der Sikuani: ‚Mein maestro heilt nur mit Gesängen. Er kennt 10 000 Lieder, die für 10 000 verschiedene Dinge wirken: zur Heilung von Krankheiten, für Glück und Liebe und Erfolg, zum Schutz vor…

Identifikation

Auch wenn ein Mensch nicht von einem anderen hypnotisiert ist (→ Hypnose), zeigt er in vielen Fällen und Lebensumständen Verhaltensweisen, die man als gesellschaftlich konditioniert bezeichnen kann. Alle Menschen – auch spirituell entwickelte – unterliegen Routineverhalten, Sachzwängen, Gesetzen und Bindungen. Unbewusste Wünsche und Fantasien bestimmen, was wir tun oder lassen. Hinzu kommen Identifikationen mit inneren…

Ikonen

Voller Überraschungen ist die griech.-orthodoxe Ikonenmalerei als eine „objektive“ Kunstform im Kontext einer religiösen Weltanschauung (→ Kunst, spirituelle). Die Art der Herstellung und Maltechnik ist wesentlich älter als das Christentum. Das Wort „Ikone“ stammt aus dem griech. eikon, das „Abbild“ und „etwas darstellen“ bedeutet. Ikonografie ist eine visuelle Theologie, die auch bei den alten Ägyptern…

Illuministen, persische

Die persischen Illuministen des 13. Jh., wie Al-Kubra und Suhrawardi, hatten enge Beziehungen zu den spanischen Sufis (→ Sufismus). Dieser Einfluss, besonders die Lehre von den → Farben und dem Licht, beeinflusste noch Johann Wolfgang von Goethe, dessen „Farbenlehre“ die Erkenntnisse dieser Meister bestätigt. Al-Kubra wurde 1145 geboren, verbrachte den ersten Teil seines Lebens mit…

Indische Philosophie

Die indische Philosophie hat eine außerordentliche Tiefe und Breite. Traditionell wird sie in verschiedene philosophische Schulen (darshanas, „Anschauungen“) eingeteilt, auch wenn diese nie die Geltung einer dogmatischen Orthodoxie erreicht haben: Uttara-Mimamsa oder → Vedanta, das von Badarayana (um 200 v.u.Z.) in den Brahmasutras dargestellt wurde, und Purva-Mimamsa, begründet von Jaimini, welches die orthodoxen Formen des…

Initiation

Initiation (lat. initium, „Anfang“, „Einführung“) In vielen spirituellen Traditionen ist die Einweihung in eine höhere Stufe der Entwicklung eines Initianden eine Vorbedingung für die Aufnahme in die Gemeinschaft oder esoterischer Mysterien (→ Mystik). Die Praxis der Initiation ist ein alter Brauch, der von allen Glaubenssystemen genutzt wurde, um sicherzugehen, dass der Anwärter auch die entsprechende…

Jäger, Williges

Jäger, Williges (geb. 1925) Christl. Mystiker (→ christl. Mystik) und Benediktinermönch der Abtei Münsterschwarzach. Er hat viel dazu beigetragen, dass das nichtdualistische → Zen Eingang in die Praxis der → christl. Mystik fand. Jäger studierte Philosophie und Theologie und wurde anschließend als Priester ordiniert. Durch seine langjährigen Aufenthalte in einem japan. Zen-Kloster und seine Ausbildung…

Jakobsweg

Der Jakobsweg ist ein ganzes Wegesystem. Wie die Verästelungen von Bachläufen und Flüsschen zu einem Flusssystem führen, so durchqueren verschiedenste Wege ins spanische Santiago de Compostela ganz Europa. Es ist deshalb auch richtig, in der Mehrzahl von den Jakobswegen zu sprechen. In Spanien führt ein Hauptweg, der camino francés, von den Pyrenäen bis nach Santiago…

Johannes vom Kreuz

Der Heilige war gleichsam der geistige Sohn und Seelsorger (Lehrer) von → Theresia von Ávila und führte sie zur höchsten mystischen → Ekstase. Ob dabei sublimierte oder konkrete Sexualität eine Rolle spielte, weiß man nicht. Außerdem stand er Theresia von Ávila bei der Reform des Karmeliterordens zur Seite. Sein eigenes Leben war reich an Entbehrungen…

Jota (griech.), Jod (hebr.), Ya (arab.), Is-Rune (nord.)

Im Hebr. der zehnte Buchstabe mit der Bedeutung „Finger“, „Hand“. Das Schriftzeichen ähnelt einem wellenförmigen Punkt. Das Jod, die Zahl zehn, ist das kleinste Zeichen, aus dem alle anderen Zeichen geschaffen sind. Es ist der Anfangsbuchstabe des göttlichen Namens JHWH (→ Kabbala) und enthält als Zahl zehn alle zehn → Sefiroth. Jod ist der Punkt,…

Kabbala

(hebr. qabbalah, „Offenbarung“, „Enthüllung“, manchmal auch „Überlieferung“) Sie beschäftigt sich mit der geheimen Überlieferung von den göttlichen Dingen und ist der Kern der jüdischen → Mystik. Offenbarung bezieht sich auf die Entfaltung des eigenen, inneren Wesens des Menschen, durch Studium und praktische Anwendung der Kabbala. Die Kabbalisten sind Mystiker, die sich in das Mysterium der…

Kabbala, gnostische

Jüdische Mystik ist zwar eine Geheimlehre, drang aber zu manchen Zeiten, besonders im Mittelalter, auch nach außen und befruchtete so das europ. Denken. Der kabbalistischen Praxis geht es nicht so sehr um Versenkung und Vereinigung mit dem Höchsten wie in der → christlichen Mystik, sondern vielmehr um eine → Vision oder Erkenntnis seiner Erscheinung. Insofern…

Kali

Hinduist. Göttin. Die frühesten Zeugnisse von Kali in der Hindu-Tradition entstanden ca. 600 n.u.Z. Sie zeigen Kali entweder auf dem Schlachtfeld oder in Situationen am Rande der Hindu-Gesellschaft. Immer hat sie ein schreckliches, erschreckendes Aussehen. Sie wird immer schwarz oder dunkel dargestellt (→ Farbe) und üblicherweise auch nackt. Sie hat langes, aufgelöstes Haar. Sie ist…

Karma

Karma (Sk. „Tat“, „Handeln“) Das Sk.-Wort karma leitet sich von der Wurzel kr ab und bedeutet im engeren Sinne einfach „tun“ oder „handeln“. Auch unser Wort „Kreativität“ enthält diese Wurzel. Im → Hinduismus wird Karma verstanden als eine geistige oder körperliche Handlung, als Folgen dieser Handlungen und als Kette von Ursache und Wirkung. Im →…

Karnak

Ägyptische Tempelanlage. Das größte Heiligtum am Nil war dem Reichsgott Amun geweiht. Fürsten aus Theben hatten um 2000 v.u.Z. mit dem Bau des Tempels begonnen; alle folgenden Pharaonen vergrößerten das Gotteshaus. Zwei Hauptachsen kreuzen sich in der Mitte des Heiligtums (→ Kraftorte). Sie bestehen aus einer Abfolge von Höfen, Säulenhallen und Pylonen. Besonders der große…

Katharer

Von den → manichäisch-gnostischen Lehren beeinflusst waren die Katharer (griech. „die Reinen“), ein Sammelname, den sich eine Reihe häretischer christl. Sekten gab, welche sich vom 3. bis zum 11. Jh. in Vorderasien und Westeuropa ausbreiteten. Ihre Überzeugungen waren von Sekte zu Sekte unterschiedlich, dennoch hatten sie gewisse Gemeinsamkeiten. Man zählt fast 30 unterschiedliche Sekten. Die…

Kelten, keltische Glaubensvorstellungen

Die Kelten, die „Tapferen“, die „Erhabenen“, waren ein uneinheitliches Volk, das große Teile West-, Mittel- und Südeuropas und auch Kleinasiens bewohnte. Zum Alter der kelt. Völker gibt es bis heute kaum Belege, man nimmt aber an, dass die Kelten nicht vor 500 v.u.Z. zu datieren sind. Zum Teil vermischten sie sich auch mit den europ.…

Kendo

Japan. Stockkampf. Die notwendige → Aufmerksamkeit und Intuition, die für jeden spirituellen Weg wesentliche Grundlagen sind, können nur durch Übung und Training entwickelt werden. Ein gutes Beispiel dafür ist Kendo: „Wenn ein Schüler die Kunst des Kendo zu erlernen wünscht, werden seine Abwehrbewegungen am Beginn seiner Unterrichtung … instinktiv sein. Nach einer langen Zeit wird…

Keyserling, Arnold

Keyserling, Arnold (1922-2005) Religionsphilosoph, lehrte in Wien an der Universität für Angewandte Kunst. 1949 Begegnung in Paris mit G.I. → Gurdjieff, dessen Bücher er auf Dt. herausgab. Die Arbeit mit dem Zwölftonmusiker Josef Matthias Hauer vertiefte sein Verstehen, das er zusammen mit seiner Frau Wilhelmine → Keyserling in seinem ersten bedeutenden Werk „Das Rosenkreuz“ 1956…

Keyserling, Wilhelmine

Keyserling, Wilhelmine (geb. 1922) Yogalehrerin, Astrologin und Schriftstellerin. Sie leitet den Studienkreis Kriterion in Wien. Ihr bedeutendstes eigenes Werk, „Anlage als Weg“, entwickelt eine neue Theorie und Methodik der philosophischen → Astrologie auf der Grundlage des „Rades der Weisheit“.

Khan, Hazrat Inayat

Khan, Hazrat Inayat (1882-1927) Kam in den 1920er-Jahren nach Europa. Hazrat war ein Musiker und Mystiker, der von seinem Meister in Indien beauftragt wurde, im Westen den mystischen Sufismus zu aktivieren. Die Khans stehen in der Linie des Chisti-Ordens, der auf den indischen Sufi Moin-uddin Chisti (13. Jh.) zurückgeht; dieser war wahrscheinlich von → Rumi…

Khan, Pir Vilayat Inayat

Khan, Pir Vilayat Inayat (1916-2004) Sohn von Hazrat Inayat Khan. Kurz vor dem Tod seines Vaters erhielt er den Auftrag zu seiner Nachfolge. Er studierte Psychologie und Philosophie an der Sorbonne in Paris und außerdem Musik an den Konservatorien von Oxford und Paris. Seine Schwester Noor-un-Nisa Inayat Khan arbeitete während des Zweiten Weltkriegs für den…

Kloster

Kloster (lat. claustrum, „Verschluss“, „Umfriedung“) Das Kloster (ind. → Ashram) entwickelte sich aus der Einsiedelei. Die einzelnen christl. Klöster sind den verschiedenen Orden und ihren Aufgaben angepasst. Die ältesten Klöster sind die des Benediktinerordens (gegr. im 6. Jh. von Benedikt von Nursia). Der hl. Benedikt verfasste die Regel der ständigen Anwesenheit im Kloster. Die regelmäßige…

Koan

Koan (japan. „gesetzliche Verordnung“) Heute versteht man im → Zen-Buddhismus darunter die Anekdote eines Meisters, ein Zwiegespräch zwischen Meister und Mönchen (auch „Mondo“ genannt), eine Feststellung oder eine Frage. Das Koan dient in der Bewusstseinsschulung durch einen Roshi (Zen-Meister) dazu, den Geist für die Erkenntnis zu öffnen. Meistens geschieht das durch die Auseinandersetzung mit einem…

Kosmogonie

Mythische Lehre von der Entstehung der Welt oder auch die wissenschaftliche Theorienbildung über die Entstehung des Weltalls.

Kraftorte

Der Planet Erde ist mit einer Fülle von Kraftorten und → heiligen Orten überzogen, von denen manche miteinander über so genannte Energielinien oder Ley-Linien netzartig verbunden sind. Die meisten dieser Plätze sind schon lange bekannt und wurden oft für kultische Handlungen (→ Kult) ausgesucht. In früherer Zeit errichtete man z.B. Kirchen an vielen Orten, an…

Kreuz

Das Kreuz wird ursprünglich meist als im Kreis gezeichnet und stellt dabei das Sonnenrad mit den vier Himmelsrichtungen und Sonnwendpunkten dar. Es ist eine Verknüpfung von Raum und zyklischer Zeit. Die meisten traditionellen Lehren wie die jüdische Mystik symbolisieren den „Allmenschen“, hebr. Adam Kadmon, durch das Kreuz. Die vertikale Achse versinnbildlicht die Erschaffung des Raumes…

Krishnamurti, Jiddu

Krishnamurti, Jiddu (1895-1986) Gilt als Vertreter eines nichtdualistischen → Vedanta. In jungen Jahren wurde er von Annie → Besant adoptiert, die in ihm den neuen „Heiland“ sah. Bereits im Alter von 16 Jahren wurde er zum Haupt eines eigens für ihn gegr. Ordens ernannt. Seine Lehrjahre waren sehr intensiv; schon während dieser Zeit hielt er…

Kriya-Yoga

Sehr alte, von der Priesterkaste praktizierte Methode, die mit der religiösen Richtung des Veda verknüpft ist. Dabei geht es um die Trennung des Reinen vom Unreinen. Der Kriya-Yoga wird in den Yoga-Sutren des Patanjali (→ Raja-Yoga) und den „Bhagavata Puranas“ erwähnt und ist eine Technik, die – abgesehen von positiven körperlichen Nebenwirkungen – zur Erfahrung…

Kues, Nikolaus

Kues, Nikolaus (1401-1464) Kaum ein anderer mittelalterlicher Denker hat die hermetisch-theosophischen Gedankensysteme (→ Hermetik) des 16. und 17. Jh. so entscheidend geprägt wie dieser → neuplatonische Universalgelehrte. Seine Vorstellung vom Zusammenfall aller Gegensätze in Gott und die daraus resultierenden Spekulationen (→ Wahrnehmung) über die Unbegrenztheit des Weltalls und des menschlichen Daseins haben die Anschauungen von…

Kult

Kult (lat. cultus, „Verehrung, Hingabe“) Steht heute auch für die übertriebene Verehrung einer bestimmten Person, etwa eines spirituellen Führers. Es kommt häufig vor, dass aus einem spirituellen Weg oder einer Methode ein „Kult“ gemacht wird, der darin besteht, die Sache zu überhöhen oder sich ausschließlich nur noch auf die kultischen Handlungen des Glaubenssystems zu konzentrieren.…

Kundalini

Kundalini (Sk. „Schlangenkraft“) Ein herausragendes Merkmal des → Tantra ist die Anwendung vielfältiger spiritueller Techniken. Dabei spielen die Praxis des → Hatha-Yoga und andere körperliche Übungen eine wichtige Rolle. Dazu gehört auch die Technik des Kundalini-Yoga in Verbindung mit der Aktivierung der → Chakras. Mit dem Erwecken der Kundalini-Kraft, die an der Basis der Wirbelsäule…

Kunst in schamanischen Gemeinschaften

Ein Beispiel, das stellvertretend für viele indigene Kunstformen näher betrachtet werden soll, ist die Kunst der Shipibo, eines Volks, das im Amazonasbecken Perus, am Oberlauf des Rio Ucayali, im tropisch-feuchtheißen Dschungel lebt. Was die Shipibo vor allen anderen Völkern dieses Gebietes auszeichnet und schon in ihrer äußeren Erscheinung unverwechselbar macht, sind die feinlinigen, netzartigen geometrischen…

Kunst, spirituelle oder „objektive“

In allen spirituellen Traditionen ist Kunst in jeder Form des kreativen menschlichen Ausdrucks eng mit der geistigen Entfaltung des Menschen verbunden. Die ersten Künstler waren vor vielen tausend Jahren die geistigen Mittler zwischen den Wirklichkeiten, die wir heute als Schamanen bezeichnen (→ Schamanismus, → Kunst in schamanischen Gemeinschaften). Sie ritzten ihre Kunstwerke in Felsen und…

Labyrinth

Das Wort ist wahrscheinlich vom griech. Wort labrys abgeleitet. Es bezog sich auf die Doppelaxt, einem hl. Symbol der Minoer (ca. 1300 v.u.Z.), benannt nach dem sagenhaften König Minos von Kreta. Labyrinth bedeutete vermutlich „Haus der Doppelaxt“, womit der Palast von Knossos gemeint gewesen sein könnte. Labyrinthe wurden in allen Teilen der Welt gefunden und…

Lambda (griech.), Lam (arab.), Lamed (hebr.)

Zahlenwert 30. Der Sk.-Begriff lamba, „herabhängen”, und das griech. Lambda lassen den geistigen Sinn erahnen: das Herabsteigen des Geistigen in die Materie. Im Wort Islam ist dieser Wortstamm ebenfalls enthalten, Is-lam bedeutet übersetzt „Hingabe“, im weiteren Sinne das Hinausleuchten im Sinne der Hingabe des Gotteslichtes (Al-lah). Entspricht der Laf-Rune auch in der Zeichnung. Diese Rune…

Latifas

Latifas (arab. lataif, „feinstoffliche Zentren im inneren Körper des Menschen“) Die Sphären im Bild des Himmelsmenschen aus den „Gleichnissen des Henon“ (Adam Kadmon, → Kreuz) illustrieren konkrete Punkte oder Lichtsphären am Körper des Menschen. Die → Sufi-Mystiker (die besonders im mittelalterlichen Spanien enge Beziehungen zu den → Kabbalisten unterhielten) bezeichnen diese Punkte lataif. Sie können…

Latihan

Das indonesische Wort, das eine Technik des → Subud ist, kann eigentlich nicht übersetzt werden. In seiner Wurzel latih liegt die Idee von „mit etwas vertraut“ werden, sich etwas aneignen und in sich aufnehmen. Das engl. Wort training kommt seiner Bedeutung am nächsten. Die gebräuchliche Übersetzung „Übung“ ist eher irreführend, da man nichts erlernt, wie…

Leary, Timothy

Leary, Timothy (1920-1996) Amerikanischer Psychologe, der in den 1960er-Jahren zu einer Leitfigur der Hippiebewegung wurde. Er trat für den Gebrauch von → psychoaktiven Substanzen ein, insbesondere LSD, für dessen Legalisierung er sich nach dem Verbot öffentlich stark machte und dafür von der amerikanischen Justiz in Haft genommen wurde. Seine populistische Propagierung des freien Drogengebrauchs ist…

Levi, Eliphas

Levi, Eliphas (1810-1875) Mit bürgerlichem Namen Alphonse-Louis Constant. Er war in Frankreich einer der gelehrtesten und meistzitierten Okkultisten (Okkultismus = Geheimwissenschaft) des 19. Jh. Er erhielt eine Ausbildung zum katholischen Priester und auch die kirchliche Weihe. Als er begann, sich mit → Magie und → Kabbala zu beschäftigen, trat er in den Kreis um den…

Levitation

Levitation (lat. levitas, „Leichtigkeit“) Subjektiv erlebbare Aufhebung der Körperschwere und Schweben des Körpers im Raum ohne Hilfsmittel. Levitation kommt oft im Traum vor. Johann Wolfgang von Goethe stellte die Hypothese auf, dass es als Gegenkraft bzw. ergänzende Kraft zur Gravitation auch Levitation geben müsste, da in der Natur alles zwei Aspekte habe.

Magie

„Der menschliche Wille wird durch die Tätigkeit entwickelt und gestärkt. Um wahrhaft zu wollen, muss man handeln; die Tat beherrscht die Trägheit immer und reißt sie mit sich fort. … Wissen, wagen, wollen und schweigen sind die vier → kabbalistischen Worte, die den vier Buchstaben des Tetragramms (JHWH) entsprechen.“ (Eliphas → Levi, 1966, 162) Wenn…

Magische Symbole und Objekte

In allen spirituellen Richtungen und Glaubenssystemen werden Symbole und Objekte dazu benutzt, mit geistigen Kräften, Gottheiten, Ahnen, → Geistern und → Dämonen in Verbindung zu treten, sie zu beschwören oder gegen sie zu wirken. Die Symbole und Objekte wirken nur in einem rituellen Zusammenhang, der sich auf den Kontext des → Bewusstseinsfelds bzw. des Glaubenssystems…

Mahamudra

Mahamudra (Sk. „das große Siegel“) Meditationstechnik der Kagyüpa-Richtung des → tibetischen Buddhismus und soll in die Leere (→ Shunyata) oder das → Nichtsein führen und dadurch in die Freiheit vom Kreislauf der Geburten. Gleichzeitig lehrt Mahamudra auch die Einheit aller Erfahrungen. Die Mahamudra-Lehre wurde von dem Yogi und Übersetzer Marpa (1012-1097) an seinen Schüler Milarepa…

Maharishi Mahesh Yogi

Maharishi Mahesh Yogi (Mahesh Prasad Warma) Schüler von Guru Dev (Shankaracharya von Jyotir Math). Er gründete 1958 die Spirituelle Erneuerungsbewegung, deren Ziel es ist, „die direkte Erfahrung des reinen Bewusstseins jedem Menschen in der Welt durch die einfache, natürliche und mühelose Technik der Transzendentalen Meditation“ (TM) nahe zu bringen. Seither wurden in aller Welt Meditationszentren…

Mahayana

Mahayana (Sk. „der weite Weg“) Bildete das Bodhisattva-Ideal aus, bei dem nur die Befreiung aller Wesen die endgültige Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten ermöglicht (→ Reinkarnation). Es entwickelte sich die Idee, dass jeder Mensch die Buddhaschaft in sich trägt. „Als die Idee der Bodhisattvaschaft immer mehr an Bedeutung gewann, war die strenge monastische Abgeschlossenheit…

Mala

Mala (Sk. „Rose“, „Kranz“) Auch japamala genannt. Gebetskette mit 108 Rudraksha- oder Tulasiperlen (Baumsamen), die gewöhnlich beim japa, dem Wiederholen von Gebetsformeln oder → Mantras, benutzt wird. Die Kettenglieder können aus vielerlei Materialien bestehen: natürlichen Samen, geschnitzten Perlen aus Holz, Schneckenschalen, Knochen. Der Gebrauch von Malas ist bis zur Steinzeit (Grabfund von Mehrgat) zurückzuverfolgen (ca.…

Malamati

Viele freie Derwische wurden außer von hinduist. Strömungen auch vom Malamatitum beeinflusst, einer mystischen Sekte, die vom 9. bis zum 11. Jh. im iranischen Nishapur entstand. Das Heil der Malamatis (türk. melami) lag damals in der Bereitschaft, die Geringschätzung und Demütigung durch die Mitmenschen, denen der mystische Weg suspekt ist, zu ertragen. Diese Haltung wandelte…

Mandala

Mandala (Sk. „Kreis“, „Bogen“) Im → tibetischen Buddhismus symbolische Darstellung kosmischer Kräfte in zwei- oder dreidimensionaler Form, meistens auf Tangkas dargestellt. Mandalas sind Meditationshilfen und Vorlagen für bestimmte Visualisierungen. Sie werden als eine durch die → Meditation bewirkte Gesamtschau zahlreicher unterschiedlicher Elemente verstanden. Augenscheinliches Chaos und unübersichtliche Komplexität werden zu einem Muster und einer natürlichen…

Mani, Manichäismus

Eine weitere bedeutende Linie der gnostischen Überlieferung (→ Gnosis) ist die Religion des persischen Weisen Mani (ca. 216-276). Schon in seiner Jugend hatte Mani Offenbarungserlebnisse. Reisen in den Osten brachten ihn in Kontakt mit dem → Buddhismus. Mani sah die Beschränkungen dieser Religionen, die nur in einzelnen Sprachen und für einzelne Völker Verbindlichkeit besaßen, und…

Mantra

Mantra (Sk. „heilige Silbe“) „Am Anfang war der Wind. Durch sein Wirbeln bildete er die Urformen und den Urgrund der Welt. Dieser Wind tönte, und also war es der Ton, der die Stoffe formte. Durch das Tönen der ersten Urformen, des Urgrunds, entstanden weitere Formen, die ihrerseits kraft ihres Tönens neue Gestalten hervorbrachten. Der Ton…

Mantrischer Gesang

Die ursprüngliche Bedeutung des lat. Wortes cantare ist nicht „singen“, sondern „beschwören“, „zaubern“. Die spanische Vokabel encantamiento mit der Bedeutung „Entzücken“, „Verzauberung“ weist genauso wie das engl. Wort enchantment auf die Macht des Gesanges hin, mit der das Bewusstsein erweitert werden kann, um in Kontakt zu den Schwingungsfeldern anderer Welten zu treten (→ Bewusstseinszustände). In…

Märchen und Mythen

Märchen und Mythen sind durch alle Zeiten der sprachkundigen Menschheit hindurch Informationsträger des Wissens um Zusammenhänge ordnender Strukturen von Lebensbezügen. Mythen bilden seit ihrem Entstehen den Schlüssel zu den geistigen Entwicklungsmöglichkeiten des menschlichen Lebens, sie sind Geschichten auf der ewigen Suche nach Wahrheit, nach den Sinnzusammenhängen. „Mythen sind Geschichten unserer ewigen Suche nach Wahrheit, nach…

Maria

„Die Väter der christl. Kirche setzten der Verehrung Marias erheblichen Widerstand entgegen, denn sie waren sich darüber im klaren, dass Maria aus einer Mischung verschiedener althergebrachter → Göttinnen bestand; zu diesen Göttinnen gehörte Mariamne, die semitische Gottesmutter und Himmelskönigen, Aphrodite-Mari, die syrische Version von Ishtar, Juno, die gesegnete Jungfrau, Isis als Stella Maris … und…

Maya

Maya (Sk. „Täuschung“, „Illusion“) Universales Prinzip der → Vedanta-Philosophie, die Basis von Denken und Materie. Maya ist die Kraft (→ Shakti) → Brahmans und so ewig untrennbar mit Brahman verbunden. Maya und Brahman zusammen werden Ishvara genannt, die Vorstellung eines persönlichen Gottes, der das Universum schafft, erhält und wieder auflöst. Als Nichterkenntnis, kosmische Illusion oder…

Meditation, Transzendentale

Die Transzendentale Meditation (TM) wurde vor ca. 40 Jahren von dem indischen Physiker und Philosophen Maharishi Mahesh Yogi im Westen eingeführt und erlangte dank ihrer vielfältigen positiven Wirkungen schnell weltweite Anerkennung. Diese Methode lässt sich – so heißt es zumindest – wertneutral und unabhängig von Religion, Glaubensvorstellung und politischer Weltanschauung anwenden. TM ist eine leicht…

Medizin, neue

Im Mittelpunkt der Schulmedizin steht bis heute der physische Körper, der als eine Art „Uhrwerk“ oder als komplexes Zusammenspiel von biologischen, biochemischen und neurophysiologischen Prozessen angesehen wird. Der Einfluss von psychischem Geschehen wird als Psychosomatik bezeichnet, aber noch wenig verstanden. Die neue Medizin versucht demgegenüber, gestützt auf die Erkenntnisse der modernen Physik und weitergehend auch…

Megalithbauten

Vorgeschichtliche Anlangen aus großen Steinen, deren Ursprung im Mittelmeerraum zu suchen ist. Sie waren in der jüngeren Phase der Jungsteinzeit über weite Teile Europas verbreitet: In Frankreich gibt es über 4 000 solcher Megalithbauten. Viele Megalithgräber (Großsteingräber, Hünengräber), die meistens für Bestattungen benutzt wurden, lassen sich in Norddeutschland finden. Sie bestehen aus mehreren Decksteinen, häufig…

Meister des Augenblicks

Sie arbeiten spontan und kreativ, doch das ist nur möglich, weil sie eine → Vision haben und eine Verbindung mit dem größeren Raum und der größeren Zeit. Deshalb können sie im gegebenen Augenblick in einer Zeitsequenz der normalen Zeit richtige Dinge tun, die von anderen für völlig unsinnig gehalten werden, weil diese nicht sehen können,…

Meister, Meisterin

Dieser Begriff entstand im westeurop. Kontext durch die Ausbildung in den → Bauhütten und ist heute noch bei vielen Handwerksberufen gültig, wenn auch in abgeschwächter Form. Der Lehrling oder Auszubildende lernt vom Meister, der dieselbe Ausbildung durchlaufen und seine Fähigkeiten bewiesen hat. Die zweite Stufe ist der Geselle, der die Lehre beendet hat, aber noch…

Meister, unsichtbare

Die Gründerin der Theosophischen Gesellschaft, Helena → Blavatsky (1831-1891),und andere Denker des 19. Jh. infizierten die zeitgenössische spirituelle Bewegung mit der Behauptung, die Menschheit werde durch eine geistige Hierarchie geführt, die unsere Geschicke leitet (→ Theosophie). Diese Idee übernahmen sie wahrscheinlich aus den Schriften des → Dionysios Areopagita und den indischen Vorstellungen über die Verkörperung…

Mimir

Der Riese Mimir heißt auch „der Weise“ oder „der Erinnerer“. Mimir war ehemals ein Gott der Asen (→ Asgard), dem von den Wanengöttern, da sie sich von den Asen beleidigt fühlten, der Kopf abgeschlagen wurde. Mit Zauberkräutern und Zaubersprüchen erhielt Odin den Kopf Mimirs am Leben. Einst kam Odin an Mimirs Quelle und verlangte aus…

Morphogenetische Felder

Der Biologe Rupert Sheldrake (geb. 1942) prägte den Begriff der „morphogenetischen Felder“, um Erscheinungen, die scheinbar ohne Zusammenhang sind, aufeinander beziehen zu können (→ Synchronizität). Gemäß der Sheldrakeschen Theorie gibt es neben den Feldern, die der Wissenschaft schon bekannt sind – wie das Gravitationsfeld und das elektromagnetische Feld – in der Natur morphogenetische Felder. Das…

Mother Meera

Mother Meera (geb. 1960 in Südindien) Weltweit bekannte → Avatarin der Göttlichen Mutter. Bereits als Kind hatte sie das Gefühl, eine Verkörperung der göttlichen Mutter zu sein (→ Shakti), obwohl ihre Eltern nicht besonders religiös waren. Sie sagt, dass sie bereits als Kind im Zustand des → Samadhi gewesen sei. Als Jugendliche lebte sie mit…

Musik, spirituelle

Ähnliches wie für die spirituelle bildende → Kunst oder → Architektur gilt für Entwicklungen in der Musik des Mittelalters und der Neuzeit. Gregorianische Choräle, die polyrhythmischen Gesänge in der russischen, griech.-orthodoxen Kirche oder bestimmte Kompositionen von Johann Sebastian Bach wie „Das musikalische Opfer“ sind zweifellos „objektive Kunst“, die noch heute die Menschen tief berühren und…

Mutter, Die

Mutter, Die (Pseud.) = Mira Alfassa oder Mira Richard (1878-1973) Leitete seit 1926 den Ashram Sri → Aurobindos in Pondicherry und wurde seine Nachfolgerin und Vertreterin seiner Lehre. Sie gründete in der Nähe von Pondicherry das spirituelle Dorf Mirapuri, in dem die Menschen nach ihren Lehren und denen Sri Aurobindos zusammenleben.

Mysterien

Mysterien (griech. „Geheimnisse“) Im frühen 2. Jahrtausend v.u.Z. wurden in Griechenland die Mysterien von Eleusis begründet und schlugen von da an die alljährlich am Ritual teilnehmenden Initianden in Bann. Absolutes Schweigen über die Ereignisse dort war Pflicht, sodass die Einzelheiten des Rituals erst während der Profanierungswelle ca. 415 v.u.Z. bekannt wurden. Dennoch wusste man lange…

Mystik

Das Wort „Mystik“ (abgeleitet vom griech. Wort myzein, „die Augen schließen“) hat seine Wurzeln in den Mysterienkulten der alten → Griechen. Ein Mystiker war jemand, der jenseits des Schleiers der Erscheinungen die ewige Welt des Geistes erfahren hatte. In diesem Sinne ist jeder, der das Wissen um das „göttliche Leben“, d.h. eine andere Realität, erfahren…

Mystische Erfahrung

Was ist eine „mystische“ Erfahrung? Allgemein ist zu sagen, dass bei dieser Erfahrung die Trennung zwischen dem → Selbst und dem Nichtselbst aufgehoben wird. Die mystische Erfahrung verlässt die Verhaftung an eine „persönliche“ Identität und geht in einen Zustand über, der mehr oder weniger nichtdualistisch erlebt wird. Es wird eine Einheit und eine gegenseitige Vernetzung…

Nahtoderfahrung

Klinisch gesehen ist immer noch unklar, wann der Hirntod eintritt. Daher ist die physiologische Definition einer Nahtoderfahrung (NTE) noch schwieriger. Der Heidelberger Psychiater Michael Schröter-Kunhardt betont, dass „der Mensch durch die Beschaffenheit seines Gehirns darauf ausgerichtet ist, mystische Erfahrungen zu machen. Er ist von vornherein ein religiöses Wesen. Wenn Sie möchten, können Sie das Ganze…

Nath, Goraknath

Zwischen dem 7. und 12. Jh. bahnte sich eine neue „Offenbarung“ im Hinduismus ihren Weg, die die zeitlosen Lehren der Hindu-Tradition für die Bedürfnisse ihrer Zeit neu interpretierte. Ein wesentlicher Punkt dieser neuen Offenbarung war laut Mircea Eliade „die Vollendung der Synthese zwischen den Elementen des → Vajrayana- und des shivaitischen (→ Shiva) → Tantra,…

Neuplatoniker

Die neuplatonische Schule, die um Plotin (205-270) entstand, ist von gnostischen Ideen beeinflusst, auch wenn Plotin selbst einige gnostische Lehren ablehnte. Die Neuplatoniker gossen die verschiedenartigen und mitunter sich widersprechenden gnostischen Konzepte in ein Korsett pyramidaler, stufenförmiger Weltordnungen. In der Art einer absteigenden Tonleiter der Schöpfung (→ Oktavengesetz) tritt das Universum überströmend aus dem obersten…

New Age

Die Wurzeln dieser modernen spirituellen Bewegung in Westeuropa, Russland und den USA finden sich im 19. Jh., als der Mythos vom „Neuen Zeitalter“ wiederbelebt wurde. Da das menschliche Leben immer Schwierigkeiten, Unwägbarkeiten und Unzulänglichkeiten unterworfen ist, zieht sich dieser Mythos wie ein roter Faden durch die Geschichte des Abendlands. „Goldenes Zeitalter“, „Garten Eden“, „Utopia“ oder…

Newgrange

Das wohl schönste und berühmteste Ganggrab Europas (→ Megalithbauten) liegt in Irland nördlich von Dublin, nahe Drogheda. Das verfallene und geplünderte Grab wurde 1966 wiederentdeckt und restauriert. Man erreicht die drei kreuzförmig angeordneten Kammern über einen 21 Meter langen Gang. Das hohe Grabgewölbe wird von Hunderten perfekt aufbalancierter Steine gehalten, die ohne jeden Zusatz von…

Ni (griech.), Nun (arab., hebr.), Not-Rune

Das hebr. Zeichen, Zahlenwert 50, zeigt noch schwach die hieroglyphischen Wellenlinien der ursprünglichen Wasserschlange, auf der dieses Zeichen beruht. Die Schlange ist ein Ursymbol der Verbindung von Himmel und Erde und der Erneuerung (→ Göttin). Im slawischen Wort kunda für das weibliche Sexualorgan ist die Wortwurzel KND (siehe → Kabbala) ebenso enthalten wie im Sk.-Wort…

Nirwana

Nirwana (Sk. „Verlöschen“) Zustand der Befreiung oder → Erleuchtung, der gekennzeichnet ist durch das Verschmelzen des individuellen Ich (→ Atman) mit → Brahman. Es ist das Ziel der spirituellen Praxis in allen Richtungen des → Buddhismus (→ Samsara, → Anatman). „Ich denke, dass die Idee, die Zeit zu überwinden, eine der tiefsten Intuitionen der Menschheit…

Nisargadatta Maharaj, Sri

Nisargadatta Maharaj, Sri (1897-1981) Bedeutender Lehrer der Advaita-Vedanta-Richtung (→ Vedanta) des mythischen Satgurus Dattatreya. → Dattatreya wird seit den ältesten Puranas (→ Brahmanismus) als geistiger Vater vieler spiritueller Richtungen angesehen. Nach einem „bürgerlichen“ Leben als Buchhalter machte ihn 1931 ein Freund, Yashvantrao Baagkar, mit dessen spirituellem Lehrer bekannt, Sri Siddharameshvar Maharaj. Dieser gab ihm ein…

Noosphäre

Der Geologe Wladimir Wernadski (1863 – 1945), der den Begriff der Biosphäre prägte, erfand auch in den 1920er Jahren den Begriff Noosphäre – Geistsphäre oder Bewusstseinsfeld. Der Philosoph, Paläontologe und Anthropologe Pierre Teilhard de Chardin (1881 – 1955) lernte Wernadski in den 1920er Jahren in Paris kennen und übernahm von ihm den Begriff der Noosphäre,…

Oktavengesetz

Der Begriff wurde von G.I. → Gurdjieff geprägt, ist jedoch bereits im → pythagoreischen und → neuplatonischen Gedankengut enthalten und hat große Bedeutung als spirituelle → Kosmogonie. Die diatonische Tonleiter, die Gurdjieff aus vielen möglichen Tonleitern auswählt, ist die heutige Dur-Skala, die durch die Reihenfolge ihrer Intervalle gekennzeichnet ist: zwei Ganztonschritte C-D-E, ein Halbton E-F,…

OM

Universelles → Mantra. Eigentlich AUM (Sk.), das umfassendste und erhabenste Symbol des → Hinduismus. Auch im → Buddhismus als mantrische Silbe von größter Wichtigkeit. OM MANI PADME HUM bedeutet „Juwel im Lotos“, d.h. die Gleichsetzung des „Juwels“ mit dem → Erleuchtungsgeist. OM ist sowohl ein Symbol als auch ein Klang, eine Manifestation der höchsten Kraft.

Omphalos

Omphalos (griech. „Nabel der Welt“) Beim Menschen ist der Nabel der Punkt im Körper, der den Ursprung der Versorgung mit den lebenswichtigen Nährstoffen der Mutter darstellt. Symbolisch werden bestimmte Orte (→ Kraftorte, → heilige Orte) durch einen konischen Stein oder auch durch einen Hügel, eine Grube oder einen Pfahl (auch Obelisk) markiert. Das klassische Beispiel…

Opfer

Das Opfer ist eine rituelle Gabe. Die Handlung des Gebens richtet „sichtbar“ die Aufmerksamkeit auf die Verbindung mit den geistigen Kräften (→ Geister). Dieses Geben wird im abendländischen Kulturkreis als „Opfer“ bezeichnet. Der Begriff des „Opfers“ entstammt dem Kirchenlatein des 16. Jh. und wurzelt in dem Wort „operieren“ in der Bedeutung von „arbeiten“, „wirken“, „bewirken“.…

Orakel

„Die Frage lautet nicht, wie es dazu gekommen ist oder welcher Faktor diesen Effekt hervorgerufen hat, sondern was im selben Augenblick in sinnvoller Weise zusammen geschehen mag. Die Chinesen fragen immer: Was neigt dazu, in der Zeit zusammenzupassen?“ (Marie-Louise von Franz 1970) Orakel gab es zu allen Zeiten, denn nichts ist so interessant wie die…

Osho Rajneesh

Osho Rajneesh (1931-1990) Am 11. Dezember 1931 als Rajneesh Chandra Mohan geboren. Er lebte bei seinen Großeltern in einfachen Verhältnissen und behauptet, im Alter von 14 Jahren seine erste Erleuchtungserfahrung, → Satori, gehabt zu haben und mit 21 Jahren seine zweite. Nach seiner Universitätszeit wurde er Philosophieprofessor, reiste durch ganz Indien und hielt Vorträge. 1966…

Ouija-Board

Vorrichtung, mit der angeblich Geisterbotschaften empfangen werden können. Dabei wird ein Glas auf ein Brett mit einer Folge von Buchstaben gestellt. Das Glas wird von den Teilnehmern der Séance (Sitzung) durch unsichtbare Wirkungen der → Geister darauf herumgeschoben, sodass Worte entstehen, die als Botschaft der Geister oder eines Verstorbenen interpretiert werden können (→ Spiritismus).

Ouspensky, P.D.

Ouspensky, P.D. (1878-1947) Er schloss sich 1915 einer Gruppe um G.I. → Gurdjieff an, bei dem er bis 1921 als Schüler blieb. Ouspensky war eine Persönlichkeit, die maßgebliche Bedeutung für die Verbreitung und Ausarbeitung wichtiger Teile von Gurdjieffs Lehre im Westen hatte. Nachdem er sich von Gurdjieff getrennt hatte, gründete er in England eigene Gruppen,…

Paranormal, Parapsychologie

Der spirituell orientierte Physiker David Bohm erklärt: „Wenn das Paranormale existiert, kann es nur durch Bezugnahme auf die eingefaltete Ordnung verstanden werden, da in jener Ordnung alles mit allem anderen in Kontakt steht und es daher keinen wesentlichen Grund gibt, warum das Paranormale unmöglich sein sollte … Des Weiteren reicht mystische Erfahrung [→ Mystik] noch…

Peyote-Weg

Peyote ist ein stachelloser Kaktus, der im nördlichen Mexiko und im texanischen Grenzgebiet wächst. Sein Hauptwirkstoff ist das Meskalin. Eine Art der → Visionssuche ist der Peyote-Weg, der heute noch unter einigen indigenen Völkern Mittelamerikas und im Südwesten der USA weit verbreitet und offiziell als Religion anerkannt ist. Der Peyote-Ritus dauert die ganze Nacht und…

Pi

Pi (griech.) Die Zahl Pi (3,14), keine Entsprechung im hebr. Alphabet. Phi, wie in Philosophie entspricht dem → F.

Pilgerreise

Eine Pilgerreise oder Pilgerschaft zu einem → heiligen Ort oder → Kraftort hat mehrere Anlässe: 1. Verehrung eines Heiligen oder eines Heiligtums; 2. Suche nach Heil: Der Pilger möchte also etwas unternehmen für sein Heil: für das Heil im Diesseits und auch im Hinblick auf das Jenseits; 3. als Buße; 4. Suche nach Wunder oder…

Pilze, entheogene

Pilze, entheogene („Geist offenbarende“) Dazu zählt u.a. der psychoaktive Fliegenpilz (Amanita muscaria), der in Europa und insbesondere in Sibirien von → Schamanen benutzt wird. Es wird vermutet, dass sein Gebrauch bis weit in die Steinzeit zurückreicht. In europ. Ländern heutzutage gern verwendet wird der so genannte Zauberpilz Psilocybe (oder Stropharia) cubensis. Dieser Pilz löst wie…

Psychedelische Erfahrung, psychedelischer Bewusstseinszustand

Die „Entautomatisierung“ der Hinwendung zur Welt durch → psychoaktive (oder entheogene, d. h. Geist offenbarende) Pflanzen oder Substanzen bewirkt eine zeitlose Entfaltung von → Wahrnehmung und Bewusstsein im Augenblick, ein völliges Gegenwärtigsein. Ob man in diesem Zustand die Dinge so sieht, wie sie sind, oder einfach intensiver und reicher wahrnimmt, ist nicht eindeutig zu beantworten.…

Psychoaktive Pflanzen

Im → Schamanismus ist der Gebrauch von bewusstseinserweiternden Pflanzen und Pilzen weit verbreitet. Dazu gehören im sibirischen Schamanismus der Fliegenpilz, im südamerikanischen Yagé bzw. Ayahuasca (aus der Liane Banisteriopsis caapi gewonnen), Kakteen wie → Peyote, San Pedro-Kaktus und Teonanacatl; ferner psilocybinhaltige → Pilze, das Windengewächs Ololiuhqui, in Afrika die Rinde Yohimbé sowie in Griechenland der…

Psychologie, spirituelle

Wenn mit „spirituell“ der Aspekt des Menschen gemeint ist, der sich der gewöhnlichen Erforschung durch wissenschaftliche Methoden entzieht, kann unter „spiritueller Psychologie“ das Studium des Menschen als Ganzes, auch → transpersonale Psychologie, verstanden werden. Bei dieser Psychologie werden die geistigen Potenziale und Bewusstseinsdimensionen erweckt, die nicht mit den Gehirnfunktionen zu tun haben, aber von vielen…

Pythagoras

Pythagoras (ca. 570-496/97 v.u.Z.) Einer der berühmtesten Philosophen und Mathematiker der Antike, der sich nach Forschungsreisen im Mittleren Osten in Crotona (Italien) niederließ und eine bedeutende Schule gründete, die eigentlich eine Lebensgemeinschaft war. Seine Studenten, die dort lebten, wurden → Esoteriker genannt, der „innere Kreis“. Die milesischen Naturphilosophen vor ihm hatten die arithmetische und geometrische…

Qi

Qi (chin. „Lebenskraft“, „Energie“) → Qigong Qi wird oft als „Kraft“ oder „Energie“ übersetzt. In klassischen chinesischen und japanischen Quellen findet man aber auch Beschreibungen, die ein stoffliches Konzept andeuten. Ähnlichen dem Pneuma der griechischen Medizin durchzieht dieses Qi in vielfältigen Ausformungen sowohl den Körper als auch die Außenwelt. Deswegen findet man auch in der…

Qigong

Qigong (chin. „Arbeit mit Energie“) Verbindung von Meditation, bewusster Atmung und Körperbewegung. Das Ziel ist jedoch, dass diese drei Elemente zu einer Einheit werden. Beim Qigong wandelt sich Energie mittels Information in Form. Über das bewusste Ein- und Ausatmen wird das Qi, die Lebensenergie oder „geistige Information“, aktiviert und kreist mit Vorstellungskraft und Körperbewegungen im…

Qoph

Qoph (hebr.) Zahlenwert 100. Die ursprüngliche altägyptische Hieroglyphe bestand aus einem Kreis, aus dessen Zentrum ein Strahl nach außen dringt, das lat. Q entspricht diesem Zeichen noch mehr als das hebr. Schriftzeichen. Qaballah (→ Kabbala), ein Wort, das tatsächlich mit Kopf und Denken zu tun hat, wird eigentlich mit Qoph geschrieben. Die 100 als Potenz…

Radiästhesie

Technik zur Feststellung von ungewöhnlichen Feldern in der Natur oder auch beim Menschen, bei dem sie zur Diagnose von Krankheiten dient. Meist mit Pendel und Wünschelrute ausgeführt. Manche sensitive Menschen sind auch in der Lage, ohne diese Hilfsmittel „Störfelder“ zu entdecken oder besonders starke → Kraftorte zu orten. Radiästheten haben auch den Begriff der so…

Raja-Yoga

Die Königsdiszplin des Yoga, der auf den Sutras des Patanjali (ca. 2. Jh. v.u.Z.) beruht. Der Raja-Yoga ist eine innere Disziplin, die das Denken stilllegen will, damit der Übende → Samadhi erreichen kann, um so den Gegensatz, wie ihn die → Samkhya-Philosophie formuliert, zu überwinden. Der Raja-Yoga meint somit, dass eine bestimmte Anstrengung erforderlich ist,…

Rajas

In der Samkhya-Kosmogonie eine der drei Gunas (→ Trinität), der Grundeigenschaften der Urmaterie. Rajas steht für Bewegung.

Ramana Maharshi, Sri

Ramana Maharshi, Sri (1879-1950) Gehört zu den großen Gestalten des spirituellen Lebens im 20. Jh. Er kann als Exponent und Verwirklichung des Jnana-Yoga angesehen werden (→ Vedanta). In jungen Jahren, von der westlich gefärbten Schulbildung enttäuscht, verlässt er ohne Abschied Schule und Familie, reist zum Berg Morgenrot (Arunachala) bei Tiruvannamalai, Tamil Nadu, und versinkt dort…

Reiki

Reiki (japan.) Rei steht für „Geist“, „Seele“, ki für „Energie“, „Herz“, „Natur“ und „Gefühl“. Reiki kann man also frei als „Lebensenergie“ oder „universale Energie“ übersetzen. Übertragen wird Reiki in der Regel durch Handauflegen (→ Geistheilung). Es existieren aber noch andere Verfahren, insbesondere das stille Aufsagen von → Mantras und die begleitende Vorstellung bestimmter Symbole. Reiki…

Reinkarnation

Reinkarnation (lat. „Wiederverkörperung“) Begriff, der durch den Einfluss → buddhist., → hinduist. und → theosophischen Denkens Einzug in unsere Kultur gehalten hat. Die christl. Meinungsführer früherer Jahrhunderte verwarfen den Glauben an eine persönliche Wiedergeburt oder die Seelenwanderung (→ Seele). Ihrer Meinung nach hatte der Sohn Gottes durch sein Opfer die Menschheit von der Erbsünde erlöst,…

Religion

Ein Wort, das meist von religare (lat. „rückbinden“) abgeleitet wird. Eine Religion ist ein System von Glaubenssätzen, Überzeugungen und Praktiken, in dessen Mittelpunkt die Verehrung übernatürlicher Kräfte, Wesenheiten, Götter, Geister oder – wie in der monotheistischen Religion – eines einzigen allmächtigen Gottes steht. Polytheistische Religionen waren bis zum Aufkommen des Monotheismus, insbesondere in Gestalt des…

Reshad Feild

Reshad Feild, geboren am 15. April 1934 als Richard Timothy Feild ist ein englischer Mystiker, Schriftsteller, spiritueller Lehrer und Musiker. Er ist Autor von mehr als einem Dutzend Bücher über Sufismus und Spiritualität und hatte einen großen Einfluss auf westliche Suchende während der letzten vierzig Jahre. Heute lebt Reshad Feild in England. Er widmet sich…

Rho (griech.), Rai (arab.), Resch (hebr.)

Zahlenwert 200 mit der Bedeutung „Haupt“, „Kopf“. Den guten „Rutsch“, den wir uns in Deutschland am Silvesterabend wünschen, ist vom Resch abgeleitet und bedeutet eigentlich „einen klaren Kopf behalten“. Die Zahl 200 ist eine Potenzierung der Zahl 2, Beit (oder Bayit), dem Behältnis. Der Kopf ist das Behältnis des Denkens und der Weisheit. Das Resch…

Ritual

Ritus oder Ritual bedeutet Anordnung, Reihenfolge. Rituale strukturieren, begrenzen, spiegeln im Äußeren eine innere Ordnung wider. Rituale, die keine Alltagsrituale, sind sondern in einem spirituellen Zusammenhang stehen, reflektieren die jeweilige Vorstellung der kosmischen Ordnung. Spirituelle Rituale zeichnen sich durch das Moment der Wiederholung aus. Die Wiederholung gibt den Kreislauf des Lebens wieder, durch die Wiederholung…

Rock ’n’ Roll

Ein eigenes, spannendes Kapitel spiritueller Impulse, die in die Gesellschaft eingeflossen sind (→ New Age), ist die Entstehung des Rock ’n’ Roll. Afrikanische Sklaven brachten ihre Musik und Spiritualität Mitte des 18. Jh. in die USA und nach Südamerika. In den spanischen und französischen Kolonien versammelten sich die Schwarzen zu → Voodoo-Riten, die jedoch von…

Rosenkreuzer

Den → Templern folgten die → Alchemisten und die Rosenkreuzer. Giordano Bruno (1548-1600) kann als einer der Vorläufer der Rosenkreuzer angesehen werden. Er wurde 1600 von der Inquisition als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt, weil er sich weigerte, das katholische Weltbild mit seinen engen Grenzen anzuerkennen. Ihm zufolge gilt die Erkenntnis, dass die → Transzendenz…

Rumi, Dschelaluddin

Rumi, Dschelaluddin (1207-1273) Der bekannteste Sufi-Meister des südlichen Sufismus (→ Sufismus, Sufi-Orden). Rumi gilt vielen als größter Meister, und auch der Einfluss seiner Lehren lässt sich kaum abschätzen. Die Familie Rumis kam aus dem afghanischen Balkh und floh vor den Mongolen in die Türkei, wo sie sich in Konya niederließ. 1244 traf Rumi den Mann,…

Runen

Skandinavisch-german. Schriftzeichen, ursprünglich in Holz geritzt, später auch in Stein und Elfenbein. Vermutlich in den Jahrhunderten v.u.Z. nach dem Muster südeurop.-nordalpiner Alphabete gebildet. Neue Forschungen des amerikanischen Sprachforschers Thomas Markey, emeritierter Professor der University of Michigan, stützen zum Teil die These des verstorbenen norwegischen Indogermanisten Carl Marstrander (1883–1965), dass das aufgrund seiner Anfangsbuchstaben ”F-u-th-a-r-k“ genannte…

Sadhu

Sadhu (Sk.) Ein Mensch, der Gott verwirklichen will und der der Welt entsagt hat, meistens ein Wandermönch.

Salzmann, Jeanne de

Salzmann, Jeanne de (1889-1990) Kam 1919 als Tänzerin und Schülerin von Émile Jaques-Dalcroze (der die „Rhythmik“ entwickelte) in Tiflis mit → Gurdjieff in Kontakt. Sie war wesentlich an der Ausarbeitung und späteren Lehre seiner Tänze beteiligt. Durch sie flossen einige Elemente der Rhythmik in Gurdjieffs Choreografien ein. Später war sie Gurdjieffs „rechte Hand“ bei der…

Samkhya

Samkhya (Sk.) Lehre bzw. → Darshana („Weltanschauung“) der indischen Philosophie. „In einem Sinne ist alles Materie. In den Veden bedeutet das Wort tanu Körper und auch alles, was mit Verkörperung zu tun hat. Das Wort atman bedeutet den Geist und alles, was mit seiner Energie oder Leben verbunden ist. Diese Worte lassen sich austauschen und…

Samsara

Samsara (Sk. „Wanderung“) Bezeichnet in der → buddhist. Vorstellung den Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt, dem jeder Mensch unterworfen ist. Gegensatz zu → Nirwana, in das der Mensch eingeht, wenn er aus diesem Kreislauf durch seine Befreiung von der Verhaftung erlöst worden ist. Die wesenhafte Einheit von Samsara und Nirwana fußt auf der Ansicht,…

Sangoma

Bedeutet in der Kultur der schwarzen Bevölkerung Südafrikas „Heiler“ oder „Doktor“. Zu den Sangomas gehen die Ureinwohner im südlichen Afrika noch heute, wenn sie krank sind oder bedeutende Probleme lösen müssen. Die Sangomas spielen für die sozialen Gemeinschaften der schwarzen Bevölkerung und deren Zusammenhalt eine unverzichtbare Rolle. Es sind die Ahnen, zu denen und durch…

Sannyasin

Sannyasin (Sk.) Mensch, der der Welt entsagt hat und in völliger Besitzlosigkeit lebt. Er strebt nur nach Verwirklichung der Befreiung (moksha). Die Besitzlosigkeit ist nicht nur materiell, sondern auch geistig, d.h. er strebt auch danach, alle Anhaftungen und damit den Dualismus zu überwinden. → Osho interpretierte den Begriff nur auf geistige Weise.

Satan

Satan (hebr., griech., lat.) Von Satanel. In der → Gnosis ist der Kosmos selbst an sich schlecht und nicht das Werk des Lichtgottes, sondern wird regiert von einer gegnerischen Gottheit, die als → Demiurg oder Schöpfer bezeichnet wird: Satanel, der ursprünglich einen bevorzugten Platz einnahm, aber durch Ausübung seines freien → Willens hochmütig wurde und…

Satchidananda, Swami

Satchidananda, Swami (C.K. Ramaswamy) Einer der bekannten Yoga-Meister. Seine Lehrer waren u.a. → Ramana Maharshi und Sri → Aurobindo. Als Eingeweihter in den hl. Orden der → Sannyas (→ Sannyasin) bekam er den Namen → Swami Satchidananda. Er wurde berühmt, als er während des Woodstock-Festivals 1969 mit den Teilnehmern meditierte. Heute gibt es 400 Yoga-Institute…

Satori

Satori (japan. „Öffnung“, „Erleuchtung“) Erleuchtungserfahrung im → Zen-Buddhismus, die Erreichung eines neuen Blickpunktes (wu im Chines.). Ohne Satori gibt es kein Zen, denn das Leben des Zen beginnt mit der Erfahrung des Satori. Satori enthüllt eine neue Welt. Satori löst die Identifizierung mit dem Verstand, den Gefühlen und dem Körper und öffnet so den Weg…

Satsang

Satsang (Sk. sat, „Wahrheit“, sang, „Zusammenkommen“) In Europa verbreitet ist heute die Satsang-Bewegung, die sich auf den Advaita-Vedanta (→ Vedanta) beruft. Ein großer Teil der in Europa tätigen Satsang-Lehrer sind Schüler von Sri Poonja, der seinerseits als Schüler von → Ramana Maharshi gilt (von diesem ist allerdings bekannt, dass er nie irgendeinen Schüler persönlich „eingeweiht“…

Sattva

Einer der drei Gunas (→ Trinität). Sattva repräsentiert Harmonie, Ausgewogenheit und Klarheit. Es wird auch mit dem Prinzip (oder „Gott“) Brahma in Verbindung gebracht.

Schamanismus

„Wir sehen nicht nur das Wissen, das vor unseren Füßen liegt, sondern erkennen auch die in Raum und Zeit weit entfernt liegenden Ursachen“ (Terencio, peruanischer Schamane, in: Nana Nauwald 2002, 163). Schamanismus und Schamanen waren jahrhundertelang „Phänomene der Wilden“, die zuerst von christl. Missionaren und später von Naturforschern und Ethnologen beobachtet wurden. Beobachtung – auch…

Schamanismus, Ausbildung

Der Beruf des Schamanen bedingt die Verankerung in einer im Weltbild des Schamanismus lebenden Gemeinschaft. Somit ist eine Ausbildung zum Schamanen auch nur möglich innerhalb einer schamanischen Kultur. Traditionell ist diese Lehrzeit ein langwieriger Prozess. Vom Schüler wird große Selbstdisziplin verlangt, Ausdauer und Konzentration, um den Körper und die Psyche auf große Belastbarkeit hin zu…

Schamanismus, Nepal

Die Wurzeln des Schamanismus reichen in Nepal weit zurück – man schätzt mindestens 60 000 Jahre. Alle der etwa 36 in Nepal lebenden Ethnien kennen und praktizieren den Schamanismus, darunter viele Frauen. Manche hinduist. Symbole (→ Hinduismus), → Mantras und Götter wurden in die schamanischen Rituale integriert. Nur wer heilen und in → Trance fallen…

Schamanismus, Nordamerika

Das Weltbild der indigenen Völker Nordamerikas gründet sich bis heute in seinem Kern auf die ganzheitliche Weltsicht der Verbundenheit aller Lebewesen miteinander, der Verwandtschaft von Mensch und Tier, der Beseeltheit der Natur, der Vorstellung von einem „großen Schöpfergeist“. Um 13 000 v.u.Z. kamen die Menschen der first nation (so nennen sich die amerikanischen Ureinwohner heute)…

Schamanismus, Reisen

Der Schamanismus aller Ethnien beinhaltet die zentrale Vorstellung einer Ordnung des Kosmos in drei Welten, die miteinander durch die Achse des → Weltenbaums verbunden sind. Oberwelt, Mittelwelt und Unterwelt sind Bereiche mit unterschiedlichen Seinsqualitäten, die von den Schamanen willentlich bereist werden, um Wissen und Erkenntnis zu erlangen zum Wohle des Einzelnen und somit auch zum…

Schule, spirituelle

Im Bereich des → Klosters wurde der lat. Begriff schola für „Muße“, „Ruhe“, „wissenschaftliche Beschäftigung“ während der freien Zeit geprägt. Das Wort hat auch die Bedeutung „Unterricht“ oder „Unterrichtsstätte“. Eine spirituelle Schule lehrt demgemäß spirituelle Philosophie, → Kunst und spirituelle Praxis. Manchmal wird Schule auch für eine besondere Richtung innerhalb einer Lehre gebraucht. Selbst wenn…

Seele

Seele ist nach Meinung vieler spiritueller Philosophen und Theologen etwas anderes als „Psyche“ im psychologischen oder neurologischen Sinne, die ja der Theorie zeitgenössischer Gehirnforscher zufolge ausschließlich gehirnfunktional bedingt ist (→ Bewusstsein). Traditionelle spirituelle Darstellungen gehen davon aus, dass wir bei der Geburt eine Seele mitbringen, die von Anfang an über eine individuelle, substanzielle Qualität verfügt.…

Seelenreise, Seelenrückführung

Aufgrund unserer körperlichen Existenz in einem dreidimensionalen Raum und einer fließenden Zeit ist es schwierig, dieses Konzept auch nur annähernd zu verstehen. Unsere normalen Wahrnehmungs- und Erkenntnisraster sind dafür nicht geeignet, unsere Begrifflichkeit von Zeit und Raum ist nicht auf die Vorstellung eines Bewusstseinsfeldes zu übertragen. Die Übernahme von Seelenbegriffen aus anderen Kulturen ist problematisch,…

Sefiroth

Sefiroth (hebr.) Der Begriff Sefiroth hat in der → Kabbala eine vielfältige Bedeutung, die wichtig für das Verständnis seines Gebrauchs sind. Deshalb sollen hier einzelne Bedeutungsgruppen des Wortes Sefiroth (Plural) oder Sefirah (Singular) dargestellt werden: 1. Ableitung vom Wortstamm S-PH-R (Saphar), das „Schrift“ und „Schreiben“ bedeutet; 2. die Bedeutung „zählen“, davon abgeleitet s’phar, „Zählung“, mispar,…

Selbst

Die theoretischen Unterscheidungen des Selbst der verschiedenen Lehren sind oft unklar und undifferenziert. Für den Psychologen C.G. Jung ist „Selbst“ ein empirischer Begriff für den Gesamtumfang aller psychischen Phänomene beim Menschen. Es drückt die Einheit und Ganzheit der Gesamtpersönlichkeit aus. In diesem Modell umfasst der Begriff Erfahrbares und Unerfahrbares, Bewusstes und Unbewusstes. Im → Hinduismus…

Sexualität und Spiritualität

Viele Wege wird eine strenge Einhaltung von Disziplinen, Übungen, Opfer und Askese (z.B. Fasten, sexuelle Abstinenz) gefordert bzw. als notwendige Voraussetzung für eine spirituelle Entwicklung erachtet. Bei einigen Wegen, z.B. auch im normalerweise lebensbejahenden → Schamanismus, dienen Rückzug und Askese für eine bestimmte Zeit als notwendige Voraussetzung für die Konzentration auf den Weg und die…

Shah, Idries Sayyed

Shah, Idries Sayyed (1924-1996) Herausragender Exponent und Vermittler der Sufi-Philosophie (→ Sufismus), international bekannter Gelehrter und Mitbegründer des Club of Rome. Shah stammte aus einem der ältesten Adelsgeschlechte in Afghanistan, das seine Linie direkt auf den Propheten Mohammed zurückführt (deshalb der Titel Sayyed oder Said). Shah studierte an der Universität in Oxford und in östlichen…

Shakti

Shakti (Sk. „Kraft“, „Macht“, „Energie“) Auch die Gefährtin → Shivas, die „göttliche Mutter“, die in ganz Indien unter verschiedenen Namen wie → Kali, Durga u.a. verehrt wird. Sie ist die Personifizierung der Urkraft → Brahmans, vergleichbar mit der Erdmutter der europ. Glaubenssysteme (→ Göttin). Als Urkraft ist sie auch der dynamische Aspekt Gottes, durch den…

Shunyata

In einigen Lehren gibt es das Konzept von einer „Welt jenseits des → Bewusstseins und → Geistes“. Vielleicht ist der Begriff „Welt“ dafür ungeeignet, denn eigentlich geht es dabei eher um einen Zustand des Nichts. Am bekanntesten dafür ist der indische Begriff shunyata, ein Zustand des → Nichtseins. Von unserem Seinszustand aus betrachtet erscheint dieser…

Siddhi

Siddhi (Sk. „vollkommene Fähigkeit“) Parapsychische Fähigkeit. Durch besondere → tantrische oder yogische Übungen kann diese Fähigkeit erworben werden, meistens stellen sich Siddhis im Laufe des Yoga-Weges ein. Dazu gehören u.a. → Hellsehen, Materialisierungen, → Levitation, Unsichtbarmachen oder Eintreten in andere Körper. Die meisten großen Meister warnen davor, Siddhis um ihrer selbst anzustreben, da diese Kräfte…

Sikhismus

Wurde im 15. Jh. von Guru Nanak begründet; zum Sikhismus gehört auch die Sant-Mat-Mystik. Zu dieser Zeit gab es einen großen Konflikt zwischen Muslimen und Hindus. Guru Nanak entwickelte ein auf gesundem Mensch- und Alltagsverstand beruhendes philosophisches und religiöses Lehrgebäude, in dem Allah und Brahma gleichermaßen angebetet werden können. In der Sikh-Religion gibt es keine…

Sivananda, Saraswati Swami

Sivananda, Saraswati Swami (1887-1967) Indischer Yogi, der heute als → Heiliger verehrt wird. Er lebte zeit seines Lebens in seinem → Ashram in Sivanandagar bei Madras. Erst seine Schüler machten seine Lehren des → Yoga und → Vedanta weltweit bekannt. Sein Motto: „Diene, liebe, gib, reinige Dich, meditiere und verwirkliche.” Auf dieser Lehre gründet die…

Sogyal Rinpoche

Sogyal Rinpoche (geb. 1948) Lehrt seit über 30 Jahren den → tibet. Buddhismus auf Grundlage der Nyingma-Tradition in Europa, Amerika, Australien und Asien. Er hält Vorträge vor Tausenden von Menschen und wird häufig zu internationalen Konferenzen eingeladen. Bekannt wurde er durch das Werk „Das tibetische Buch vom Leben und Sterben“, das, in 29 Sprachen übersetzt,…

Songlines

Die australischen Ureinwohner sagen, dass ihre Ahnen singend das Land erschaffen haben. Sie wanderten auf songlines und schufen mit jedem Lied eine Naturerscheinung. Felsen, Tiere, Pflanzen, Flüsse – alles hat seither ein Lied und klingt (→ Mantra). Jeder Eukalyptusbaum, jedes Wasserloch hat seine Tonfolge. Ganz Australien kann daher als eine Partitur gelesen werden. Der Zusammenfluss…

Sonnenkult

Aus der Bronzezeit Nordeuropas sind vielfältige Darstellungen (Felszeichnungen, Objekte) bekannt, die von einer besonderen Stellung der Sonne im Leben der Nordvölker zeugen: z.B. der Sonnenwagen von Trundholm (Dänemark), die Sonnenscheibe von Aurich, die Felszeichnungen von Bohuslan (Schweden). Sie waren meist aus Gold, der → Farbe der Sonne. Die lang anhaltende Winterdunkelheit im Norden brachte die…

Sophia

Uridee und Weisheit der Schöpfung. Helena in der griech. Mythologie war wahrscheinlich ursprünglich eine Vegetations- und Baumgöttin. Später wurde sie zu einer Heldin umgedeutet und zur schönsten Frau, Tochter des Zeus. Simon Magus (15 v.u.Z. – 53 n.u.Z.), der einflussreiche → Gnostiker, führte Helena-Sophia in das gnostische Weltbild ein. Sie ist die Göttin Helena im…

Spiritismus

Umfasst die Gesamtheit der Erscheinungen, Handlungen und Lehren, die sich aus dem Kontakt zwischen Lebenden („Verkörperten“) und Wesen anderer Dimensionen („Unverkörperten“) ergeben. Das Phänomen ist natürlich nicht neu. Die Heiligen und Büßer verschiedener Religionen hatten himmlische → Visionen, glaubten, → Geister zu sehen und mit Geistern und den Seelen der Verstorbenen verkehren zu können. Die…

Spiritualität

Wissenschaft, Philosophie und Religion versuchen, die Wirklichkeit und den Sinn des Lebens auf unterschiedliche Weise zu erforschen und zu erklären. Das Wesen der Spiritualität kann jedoch nur durch eigene Erfahrung erfasst werden. Die geistige Welt ist ungreifbar, sie liegt jenseits des Bewusstseins. Das Geistige kann sich jedoch im Leben manifestieren und diesem eine Qualität geben,…

Spirituelle Bilder

Jedes Glaubenssystem arbeitet mit spirituellen Bildern bzw. Vorstellungsbildern von der geistigen Welt. Während in polytheistischen → Religionen die ursprünglichen Naturkräfte zu Gottheiten personifiziert wurden, zu Götterbildern (→ Avatar), griffen die monotheistischen Religionen auf eine abstraktere Gottesvorstellung zurück. Doch auch in diesen Glaubensbildern wird Gott, Allah oder Jahwe in der Vorstellung der Gläubigen als übermächtige Person…

Spirituelle Suche

Suche entsteht häufig aus dem inneren Verlangen eines Menschen heraus, die Schleier vor seinen Augen wegzuziehen, um zu sehen, was sich hinter der sichtbaren Welt verbirgt. Viele Menschen, die sich auf spirituelle Lehren oder Seminare einlassen, sind zu Beginn ihrer Reise selten ausreichend bewusst und „entwickelt“, um die gesamten Konsequenzen ihres Tuns zu überblicken. In…

Spiritueller Weg

Auf die Frage: „Was ist der Weg?“, antwortete der Meister: „Was für ein schöner Berg.“ Der Fragesteller war nicht zufrieden: „Ich befrage Euch nicht über den Berg, sondern über den Weg.“ Der Meister sagte: „Solange du nicht über den Berg hinausgelangst, erreichst du den Weg nicht.“ (→ Koan) Das Leben ist wie ein Berg. Es…

Sprache, spirituelle Begriffe

Besondere Fachbegriffe sind manchmal ein Hinderungsgrund, bestimmte Texte zu lesen, manchmal gibt die Übersetzung nicht das wieder, was in der Originalsprache nicht nur inhaltlich, sondern auch durch Form und Klang der Sprache ausgedrückt wird. Es gibt darüber hinaus noch eine höhere Ebene der Sprache, die als Metasprache bezeichnet werden kann. Sprache ist ein Code zum…

Steiner, Rudolf

Steiner, Rudolf (1861-1925) Begründer der → Anthroposophie und Autor vieler Bücher über → Geisteswissenschaften. Als Philosoph beschäftigte er sich intensiv mit den Ideen von Johann Wolfgang von Goethe, an dessen Erkenntnistheorie seine eigene philosophische Weltsicht anknüpfte. Von 1890 bis 1897 war er in Weimar im Goethe- und Schiller-Archiv als Herausgeber von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften tätig.…

Stonehenge

Sakrale Steinkreisanlage (ca. 2000-1500 v.u.Z.) in Salisbury/England. Die → Megalithanlage besteht aus zwei Steinkreisen mit aufragenden, säulenartigen Vierkantblöcken; auf je zweien liegt ein waagrechter Stein (Trilith). Fünf Trilithen sind hufeisenförmig angeordnet und umgeben einen „Altarstein“ sowie eine kleine hufeisenförmige Steinsetzung. Um diesen Kreis (→ Weltzentrum) ist ein zweiter Trilithenkreis aus 30 Steinen von 4,1 Medter…

Subud

Die verschiedenen Formen des → Sufismus wurden immer wieder der Kultur der Wirkungsländer angepasst, so auch im islamisch geprägten Indonesien. Dort bildete sich die Subud-Lehre (abgekürzt von Susila Buddhi Dharma) heraus, deren Begründer Muhammad „Bapak“ Subuh (1901-1987) war. Subud ist heute in 80 Ländern verbreitet, und auch in der Bundesrepublik gibt es Subud-Gruppen. Die wesentliche…

Sufismus

„Der Liebe Reich ist anders als alle Religionen. Den Liebenden ist Gott ihr Reich und Religion“ (Dschelaluddin → Rumi). Historisch gesehen ist der Sufismus die mystische Strömung des Islam. Islam bedeutet Hingabe und Unterwerfung unter den Willen Gottes, Allahs, des Einen. Alle großen Sufi-Meister führen letztlich ihre Eingebung und Wandlungsfähigkeit auf den unsichtbaren Meister Kidhr,…

Sufismus, Sufi-Orden

Der türkische Sufi-Meister Hassan Shushud unterscheidet in seinem Buch „The Masters of Wisdom of Central Asia“ zwischen zwei Strömen im Sufismus: zum einen den nördlichen Sufis, die hauptsächlich in der Türkei, Usbekistan, Turkmenistan, Aserbeidschan, Afghanistan und dem Iran wirkten. Ihre bekannten Vertreter sind unter anderem die Schulen, die von den → Hodschagan (Meistern der Weisheit)…

Sufismus, Sufi-Orden in Nordafrika

Die verbreitetste Sufi-Strömung in Marokko stellen die Ischawi dar. Ihr Gründer ist Sidi Ibn ’Isa, der Ende des 15. Jh. wirkte. Ibn ’Isas Lehrer war Scheich Dschazuli, dessen Lehre auf den Gründerscheich Schazili (13. Jh.) zurückgeht. Der Schazili-Orden ist in Nordafrika und im Sudan weit verbreitet und berichtet in den Legenden um den Vollkommenen Meister…

Suzuki, Daisetz T.

Suzuki, Daisetz T. (1870-1966) Einer der bedeutendsten Vermittler des → Zen-Buddhismus in der westlichen Welt. Seine Zen-Ausbildung begann bereits mit 21 Jahren als Laie (also nicht als Mönch). Zwischen 1897 und 1909 war Suzuki in den USA, später unterrichtete er an der Kaiserlichen Universität von Tokio und in Kyoto buddhist. Philosophie. Seit den 1930er-Jahren hielt…

Swami

Swami (Sk. „Herr“) Anrede in einem indischen Mönchsnamen oder Ehrentitel hinter dem Namen eines spirituellen Lehrers oder Heiligen.

Swami Rama

Swami Rama (1925-1996) Begründer und Leiter des Internationalen Himalaya-Instituts (dt. Niederlassung in Ahrensburg bei Hamburg) ist der Psychologe Wolfgang Bischof. Er war Schüler einiger der bedeutendsten indischen Meister wie Neem Karoli Baba, → Ramana Maharshi, Sri → Aurobindo und anderer. Er studierte Psychologie und Philosophie an den Universitäten von Hamburg, Utrecht und Oxford. Als er…

Synchronizität

Phänomen der „Gleichzeitigkeit“. Kartenlegen (→ Tarot), Stäbchenwerfen (→ I Ging), der Flug von Vögeln, Linien im Sand und vieles andere mehr (→ Orakel) bringt eine einmalige Situation ins Blickfeld des Fragenden. Die Möglichkeit, eine „richtige“ oder angemessene Antwort zu erhalten, besteht aufgrund des Phänomens der Gleichzeitigkeit. Gleichzeitigkeit ist vergleichbar mit zwei Stimmgabeln, deren Schwingungen sich…

Tai-Chi

Tai-Chi (chines.) Ähnliches wie für das → Hatha-Yoga gilt auch für die chines. Bewegungsmethoden Chi-kung und Tai-Chi (moderne Schreibweisen: → Qigong und Dai Qi). Tai-Chi-Chuan entstand wahrscheinlich im 14. Jh. aus einer Methode der Selbstverteidigung und wurde zur Bewegungsmeditation umgewandelt. Außer dem meditativen Tai-Chi gibt es immer noch Tai-Chi-Selbstverteidigungstechniken. Die bekannteste Tai-Chi-Chuan-Übung ist eine Einzelübung,…

Tantra

Tantra (Sk. „gewebte Fäden auf einem Webstuhl“) Als spiritueller Begriff taucht Tantra im 3. Jh. auf und wird für hinduist., jainistische und buddhist. Texte gebraucht (→ tibetischer Buddhismus). Den Gelehrten ist bisher noch nicht klar, ob das Tantra im Buddhismus oder Hinduismus entstand, doch weist die Ablehnung des Kastensystems und die Verehrung des Weiblichen auf…

Tantra, in Europa

Heutzutage werden in Europa vielfach Tantra-Seminare angeboten, die allerdings völlig auf unsere Kultur und Bedürfnisse abgestimmt sind; das traditionell hinduist. Tantra gibt es natürlich nach wie vor in Indien, ist jedoch nicht leicht zugänglich. Die aktivsten Tantristen sind bei uns meist frühere Schüler des verstorbenen → Osho. Am bekanntesten ist Margo Naslednikov, eine Therapeutin, die…

Tantra, rituelle Praxis

Bei einem tantrischen Ritual ist die rituelle Projektion (nyasa) von Vorstellungen der Göttinnen und Götter (devata) auf verschiedene Körperteile von besonderer Wichtigkeit, denn so wird der Übende vom Göttlichen und seinen Manifestationen durchdrungen und verbindet sich mit dem göttlichen Selbst. Die Ausübung von nyasa soll das Nervenzentrum reizen und die Shaktis des Körpers richtig verteilen.…

Tanz als spirituelle Methode

Inzwischen weiß man, dass schon die Frühmenschen Musik und Tänze kannten. Der Tübinger Professor für Ur- und Frühgeschichte Hansjürgen Müller-Beck schreibt dazu: „Wahrscheinlich klopften ein paar von ihnen den Takt mit Ästen oder Knochen, dafür sprechen rhythmische Kerbungen, die wir auf Knochen gefunden haben“ (PM-Magazin 08/2004.) Es wurde in der Geißenklösterle-Höhle, Achtal, Schwäbische Alb sogar…

Tao-Yoga

Der Taoismus nutzt viele Übungselemente, die auch beim Yoga (→ Hatha-Yoga) und → Tantra vorkommen, viele davon sind Hunderte Jahre früher entstanden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Umwandlung von inneren Energien, um zur menschlichen Vollendung zu gelangen, eine Technik, die sich in der europ. Esoterik wieder findet (→ Energie). „Um aber die wahre Natur…

Tarot

.Das Tarot (auch Tarock genannt) ist ein Satz von 78 Karten. Die 22 Karten einer Bilderreihe werden Große Arkana („große Geheimnisse“) genannt. Die weiteren 56 Karten der so genannten Kleinen Arkana wurden später zu den heute üblichen Spielkarten (für Poker, Bridge usw.). Wir wissen nicht, wer die Spielkarten erfand oder in Italien einführte. Als Gutenberg…

Templerorden

Templerorden (gegr. 1118, aufgelöst 1313) Zeitgleich mit den Albigensern (→ Gnosis) und den Troubadouren (→ Katharer) verbreitete sich der Templerorden. Seine Begründer sollen Ritter während der Kreuzzüge gewesen sein, die ihr Wissen auf Geheimnisse aus dem Tempel Salomons zurückführten. Als man sie verbot und verfolgte, wurde die Anklage erhoben, sie beteten einen Kopf an, „Baphomet“…

Teufel

Teufel (althdt. tiufal) Das Wort steckt auch im lat. diabolus; Gott heißt deus und hat dieselbe Wurzel. Die heutige Vorstellung vom Teufel wurde durch die christl. Kirche geprägt und stellt das Böse in Person dar. Wahrscheinlich geht das Bild des Teufels auf → Beelzebub zurück, einen alten phönizischen Naturgott, es hat aber auch große Ähnlichkeit…

Theosophie

„Das göttliche Leben ist der Geist in allem Bestehenden, vom Atom angefangen bis zum Erzengel → Engel; das Staubkörnchen könnte nicht vorhanden sein, wäre Gott nicht in ihm, und der erhabenste Seraph ist nichts als nur ein Funken des göttlichen Feuers, welches Gott ist. Und so bilden wir eine Bruderschaft, die wir an dem einen…

Theravada

Theravada (Pali) Der südasiatische → Buddhismus stützt sich auf den buddhist. Pali-Kanon, wie er von Missionaren nach Sri Lanka (Ceylon), Kambodscha, Thailand und Burma gebracht wurde. Sie pflegen eine mönchische Lebensweise gemäß dem Achtfachen Pfad und legen das Gewicht auf die → Meditation. Eine der inspirierenden Erfahrungen des Praktizierenden ist das Nichtvorhandensein des Selbst, das…

Theresia von Ávila

Theresia von Ávila (1515-1582) Der spanischen Heiligen wurde einst in einer allegorischen Vision die Seele als eine kristallene Burg mit „sieben Wohnungen“ offenbart, deren Schönheit, Weite und Würde sie mit nichts anderem aus der geschaffenen Welt zu vergleichen wusste. Die Ringmauer der Burg ist gleichsam der Körper, ihr Inneres birgt reiche Schätze, und in ihrer…

Thich Nhat Hanh

Thich Nhat Hanh (geb. 1926) Vietnamesischer buddhist. Mönch und Lehrer. Während des Vietnamkrieges (1964-1975) engagierte er sich für die Opfer des Krieges, trat als Wortführer gegen die Verletzung der Menschenrechte in aller Welt auf und verurteilte das atomare Wettrüsten. Thich Nhat Hanh zählt zu den profiliertesten Vertretern der buddhist. Friedensbewegung. Seinen Wohnsitz hat er im…

Tibetischer Buddhismus, auch Tibet-Tantra

„Wenn jemand im eigenen Geist sich besinnt auf den ursprünglichen Zustand seines Geistes, lösen sich alle trügerischen Gedanken von selbst auf in das Reich der letzten Wirklichkeit. Niemand ist mehr zu finden, der Leiden verursacht, und niemand, der leidet“ (Milarepa 1985). Durch den heutigen Dalai Lama, das geistige Oberhaupt der tibet. Buddhisten, ist dieser Weg…

Tibetischer Buddhismus, Schulen

Im tibet. Buddhismus gibt es außer den vier bekannten Hauptrichtungen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind, noch eine Fülle von kleineren Schulen bis hin zu Familientraditionen. Daraus entstand eine große Vielfalt der Praxis. Die älteste unter den vier größten Schulen ist die Nyingma-Tradition, die Überlieferung der Alten – eine Sammelbezeichnung für all jene Übertragungslinien, die…

Tod und Wiedergeburt

Die Erfahrung des Todes und der Wiedergeburt ist ein Motiv, das in vielen Kulturen und Religionen zu finden ist. Insbesondere im → Schamanismus werden solche Erfahrungen weithin als Voraussetzung für die schamanische Meisterschaft gewertet. Sie treten meistens spontan auf und werden als deutliches und tatsächlich erlebtes körperliches Geschehen in der Trance erfahren. Der Schamane erlebt…

Trance

Veränderter Bewusstseinszustand. Die Trance kann durch eine Anzahl von Techniken hervorgerufen werden, die das Bewusstsein von der äußeren Welt der Sinne in die innere Welt versetzt. Im Erleben ist die Welt der Geister außerhalb – es handelt sich um parallele Welten: die der gewöhnlichen und die der „anderen“ Wirklichkeit. Schlaflosigkeit, Entzug der Sinnesreize, Fasten, Atemübungen…

Trance im → Schamanismus

Der Schamane ist ein Spezialist für die Induktion einer Trance. Dabei erfolgt die Veränderung der Bewusstseinslage meistens innerhalb eines Rituals, das aus Körperhaltung oder Tanz und rhythmischer Anregung besteht. Außer Rasseln verschiedenster Art werden meist Trommeln dafür eingesetzt. Für viele Schamanen sind auch → Mantras und Gesänge die Transportmittel in andere → Bewusstseinszustände. Geübte Schamanen…

Transpersonale Psychologie

Die transpersonale Psychologie hat das Ziel, die Verwirklichung des höchsten Zustandes des Menschen zu fördern. Dazu dient die Übung in Verbindung mit einem „Pfad“, einem → spirituellen Weg, der zum Zweck der Selbstverwirklichung beschritten wird. Die transpersonale Psychotherapie kümmert sich um die psychologischen Prozesse, die mit der Verwirklichung von Zuständen wie → Erleuchtung, mystischer Einheit…

Transzendenz

Transzendenz (lat. transcedere, „hinübersteigen jenseits, außerhalb des Bewusstseins“) In der → christlichen Mystik wird von zwei Arten der Erfahrung gesprochen: Der transzendenten und der immanenten Erfahrung. Transzendenz bedeutet in diesem Zusammenhang: Gott als Einheit jenseits aller möglichen Erscheinungen und Bezeichnungen und gleichzeitig als das Erscheinende beinhaltend zu erfahren: der Begriff Gottes als „der unaussprechliche Name“.…

Traumzeit

Die australischen Ureinwohner werden Aborigines genannt, was ein europ. Kunstbegriff ist wie das Wort „Indianer“. Die Ureinwohner selbst bezeichnen sich natürlich mit ihren Stammesnamen wie Yaralde oder Kakadu-Leute usw. Die spirituelle Überlieferung der Aborigines ist sehr komplex und für uns schwer zu verstehen. Die australischen Ureinwohner denken vielmehr in Metaphern, Geschichten, Landschaften usw. und weniger…

Trikaya

Lehre im → Buddhismus, die die drei Körper des Buddha bezeichnet: Dharmakaya, das wahre Wesen Buddhas (→ Seele), Sambhogakaya, den Körper des Entzückens (→ Energiekörper) oder die verkörperte Wahrheit und Nirmanakaya, den Körper der Verwandlung, den irdischen Körper, in dem die Buddhas (oder → Boddhisattvas) alle Wesen zur Erlösung führen. Im → Zen sind es…

Trinität, Triade

In vielen Religionen und spirituellen Lehren existiert die Vorstellung von einer → Kosmogonie, die ihre Ursache in der Einheit oder einem Absoluten → Nichtsein hat. Nachdem aus der Einheit die Schöpfung ausgeströmt ist, manifestiert sich die Gottheit oder die schöpferische Kraft als ursprüngliche Trinität, die im christl. Glauben als Vater, Sohn und Hl. Geist dargestellt…

Tulku

Tulku (tibet. „Körper der Verwandlung“) Ein Mensch, der nach bestimmten Prüfungen als → Reinkarnation einer verstorbenen Persönlichkeit angesehen wird. Siehe auch: → tibetischer Buddhismus.Watch Full Movie Online Streaming Online and Download

Upanischaden

Der Begriff besteht aus upa, was „zusätzlich“ oder „Hinzufügung“ bedeutet, und ni-sad, „sich bei einem Lehrer niederlassen“, der esoterisches Wissen vermittelt. Die Upanischaden selbst machen deutlich, dass das Wissen, das in ihnen enthalten ist, esoterisch ist und nur im Geheimen weitergegeben wird. Allerdings enthalten nur 13 oder 14 der 200 Upanischaden so genanntes esoterisches Wissen;…

Vajrayana

Als die höchste Form des → Mahayana-Buddhismus gilt das tibet. Vajrayana, meistens als „Damantener Weg“ übersetzt. Nach der Überlieferung ist vajra (tibet. dorje) jedoch ein himmlischer Edelstein, der jeden anderen massiven Gegenstand durchschneidet, also absolut unzerstörbar ist. Vajra-Weisheit wird auch die spiegelgleiche Weisheit genannt, die Schärfe der Selbsterkenntnis. In ihrer jeweils höchsten Ausprägung gleichen sich…

Valentinus

Einer der einflussreichsten → Gnostiker war Valentinus (110-175). Er lehrte, dass die Geschichte ein Prozess sei, worin der Geist sich seiner Verwandtschaft mit der Gottheit bewusst werde, und dass das All seinen Ursprung in einem göttlichen Unbekannten finde. Valentinus erklärte die Erschaffung der Welt damit, dass der Geist im Laufe der Geschichte zum Bewusstsein komme,…

Vedanta

„Die Unterscheidung von Erkennendem, Erkenntnis und dem Ziel der Erkenntnis hat im alles transzendierenden Selbst keinen Bestand. Weil dieses die Natur jener Seligkeit hat, die Reines Bewusstsein ist, leuchtet es aus sich selbst“ (Chandogya-Upanischad). Vedanta heißt wörtlich „Ende der Vedas“, womit vollständiges Wissen der Veden gemeint ist. Er ist keine bloße Hinzufügung zu bestimmten Abschnitten…

Vierter Weg

Der „Vierte Weg“ geht auf G.I. → Gurdjieff zurück. Im Allgemeinen wird er so bezeichnet, weil er die Wege des Fakirs (Körper), des Mönches (Seele) und des Yogi (Geist) vereint und somit auf alchemistische Weise einen vierten, integralen Weg erschafft (Sri → Aurobindo). Alle praktischen Methoden, die zur „harmonischen Entwicklung des Menschen“ führen sollen, müssen…

Vipassana

Vipassana, Einsicht oder Weisheit, ist die Fähigkeit, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Einsicht ist ein intuitives Verstehen. Die buddhist. Einsichtsmeditation (→ Buddhismus) Vipassana schult eine genaue und vollständige Wahrnehmung von allem, was im → Augenblick geschieht. Sie dient dazu, eine unvoreingenommene, uneingeschränkte Erfahrung des Augenblicks zu machen und angemessen darauf zu reagieren.…

Vision

Vision (lat. „Schau“) Einblick in andere Wirklichkeiten, ausgelöst durch veränderte → Bewusstseinszustände. In diesen Zuständen können die geschauten Bilder sehr stark an reale Wahrnehmungen erinnern oder sich wie im Traum in Form von Metaphern, mythischen Figuren, archetypische Bilder oder kosmische Strukturen zeigen. In den meisten Fällen gehen sie mit einem außergewöhnlich tiefen, emotionalen Erleben einher.…

Visionserfahrung

Der → Schamanismus ist für diese Erforschung besonders interessant, denn seine Techniken können ohne starken kulturellen Überbau eingesetzt werden. Seine visionären Berichte entsprechen vielen Berichten von Mystikern (→ Mystik), Psychedelikern (→ psychedelische Erfahrung) sowie → Nahtod- und → außerkörperlichen Erfahrungen. Die Grundmethode, um in einen veränderten Wachbewusstseinszustand zu kommen, ist die schamanische → Trance, die…

Visionssuche

Visionssuche (engl. „vision quest“) Die Visionssuche ist üblich im Rahmen der schamanischen Initiation. Soziale Deprivation (Isolation für längere Zeit), Nahrungs- und Schlafmangel, häufig auch psychologischer Stress bereiten darauf vor. Bei den nordamerikanischen Ureinwohnern und auch bei sibirischen Schamanen bildet die Suche nach Visionen einen Schwerpunkt des → Schamanismus. Der Kandidat begibt sich dabei allein an…

Visualisation

Im Gegensatz zu einer → Vision, die durch einen veränderten → Bewusstseinszustand entsteht und nichts mit Vorstellungskraft zu tun hat, ist eine Visualisation oder eine Visualisierung eine absichtliche Vorstellung von einem Ablauf oder einer Sache. Wenn Visualisierungen in Verbindung mit den Strukturen des → Bewusstseinsfeldes gebracht werden, können sie dazu beitragen, Handlungsabläufe vor dem „geistigen…

Voodoo

Im Voodoo steckt mehr als Afrika. Der bedeutende französisch-schweizerische Enthnologie Alfred Métraux (1902 – 1963) erwähnt → freimaurerische Elemente, und Joseph Campbell führt manches auf die griech. Götter zurück. Die täglichen Heiligenfeiern entsprechen dem, was die vorchristl. → Griechen „von Gott erfüllt sein“ nannten, den wichtigsten Aspekt ihres Theaters. Campbell glaubt auch, dass im haitischen…

Wahrnehmung

Aristoteles unterschied die sinnliche Wahrnehmung (aistesis, „Ästhetik“) und die geistige Wahrnehmung (noesis, „Intellekt“). Dabei ist die sinnliche Wahrnehmung – da in ihr die sinnlichen Wahrnehmungsobjekte empirisch gegeben sind – die Grundlage der geistigen Wahrnehmung, in der diese mit Hilfe der Vorstellung (phantasia) in ihrer verständlichen Form und ihrem Wesen nach erfasst werden. Der mittelalterliche Philosoph…

Waw

Waw (hebr. „Knauf, Haken“) Zahlenwert 6. Die Hieroglyphe stellte ursprünglich eine Schlange dar. Das Waw ist das Bindeglied zwischen den Welten. Es wird auch als das „Siegel Salomons“ mit zwei verschlungenen Dreiecken dargestellt (→ magische Symbole). Es ist sicherlich kein Zufall, dass uns das „www“ des Internet mit der Welt verbindet – auch wenn manche…

Wazifa

Wazifa (arab.) Aufgabe, eine Art „innere Arbeit“ durch die stille Rezitation der 99 Namen Allahs, von Koranversen, Gebeten und anderen hl. Texten in arab. Sprache. Der Schüler einer Sufi-Gruppe vollführt dieses Wazifa häufig mit Hilfe der Gebetskette, weil er eifrig zählen muss, da für jedes Wazifa eine bestimmte Anzahl von Wiederholungen vorgeschrieben ist.

Weil, Simone

Weil, Simone (1909-1943) Herausragende moderne → Mystikerin. Sie wurde 1909 als Tochter agnostischer jüdischer Eltern in Paris geboren. Nach dem Abitur verdingte sie sich eine Zeit lang als Akkordarbeiterin, Fräserin und Landarbeiterin. Dann arbeitete sie als Lehrerin und schloss sich der Gewerkschaftsbewegung an. 1934 nahm sie sich politischer Flüchtlinge aus Deutschland an und ging 1936…

Welten, neun

Die Überlieferung der neun Welten rührt von alteurop. Glaubensvorstellungen (→ Schamanismus) her und kehrt in vielen Mythen und Philosophien wieder (→ Enneagramm, → Kabbala). In der nord. Mythologie hing der um Wissen ringende Odin-Wotan neun Tage am Baum. So wie im Schamanismus aus den neun Welten später drei Welten wurde, hing schließlich Jesus nur noch…

Weltenbaum

Das für den → Schamanismus typische Weltbild der Gliederung in drei Welten – Unter-, Mittel- und Oberwelt – ging in die späteren nord. Glaubensvorstellungen ein. Die Schamanenreise in die Oberwelt und Unterwelt führt in eine andere Raum- und Zeitdimension, in einen Bereich zeitlosen Wissens. Der sibirische Schamane klettert auf einen Baum in der natürlichen Welt,…

Weltzentrum

Ein Vorstellungsbild, das auf ein geistig verstandenes Weltzentrum (→ heilige Orte) hinweist, ist der Omphalos („Nabel der Welt“). Der Omphalos von → Delphi ist wohl der bekannteste, doch auch im kelt. Irland spielte der Omphalos eine bedeutende Rolle; die „redenden“ Steine sind heute noch in der irischen Volksmythologie von Bedeutung. Die Minoer setzten den weiblichen…

Wille, freier

Die meisten Menschen glauben, dass es in ihnen eine Kraft gibt, die ihnen – zumindest manchmal – erlaubt, frei zu wählen, was sie tun oder nicht tun wollen. Sie würden sagen, dass sie von ihrem „Willen“ Gebrauch machen. Doch nur jene Forscher, die das Problem des Willens sorgfältig untersucht haben, wissen, wie komplex die Sache…

Y – Ypsilon

Entspricht als Zeichen dem hebr. ajin (Auge), Zahlenwert 70. Ein typisch semitischer Laut, der in unserer Phonetik schwer wiederzugeben ist. Er ähnelt einem Ü oder einem kurz ausgestoßenen O, weshalb das Griechische diesen Laut teils als Omikron (kleines O), teils als Ypsilon (kleines Ü) in seine Lautreihe übernahm. Das Wort existiert im Sk. als ajna…

Yantra

Ein Yantra ist die Visualisierung eines → Mantras und unterliegt keiner Geheimhaltung. Es ist ein geometrisches Diagramm, ein Abbild des kosmischen Geschehens, ein Symbol des Göttlichen sowie seiner Aspekte und Kräfte. Es wird v.a. im → Tantra benutzt. „Das erste aller Yantren ist das Sri-Yantra. Es ist eine magische Waffe (shastra) der Schamanen und ein…

Yin und Yang

Die beiden Urkräfte im daoistischen und chines. Denken (→ Tao, → Feng Shui). Die ursprüngliche Nichtkraft Wuji (Wu-Chi), der Urgrund, in dem alle Unterschiede noch ungeschieden nebeneinander vorhanden sind, wird symbolisch als Kreis (0) dargestellt. Aus diesem absoluten Nichtsein geht das Taiji (Tai-Chi), der Uranfang, das Eine (1) hervor, das sich dann in die zwei…

Yoga, Yoga-Wege

„Du hast ein Recht auf Handeln, aber nur auf das Handeln an sich, niemals auf dessen Früchte. Lass nicht die Früchte zum Beweggrund deines Wirkens werden! Und sei nicht der Untätigkeit verhaftet. Fest gegründet im Yoga, vollbringe deine Taten als einer, der jegliche Haftung aufgegeben hat und gleichmütig geworden ist hinsichtlich Misslingen und Erfolg! Denn…

Yogananda, Paramahansa

Yogananda, Paramahansa (1893-1952) Verbreitete schon in den 1920er-Jahren den → Yoga im Westen, insbesondere in den USA. Mit 21 Jahren trat er einem Mönchsorden bei. Sein Guru Sri Yukteswar (1855-1936) weihte ihn in das Yoga-Wissen ein und verlieh ihm den Titel Paramahansa (Sk. „der höchste Schwan“), eine Bezeichnung für den höchsten Stand des → Sannyasin.…

Zahlen, Zahlenmystik

„Eine Zahl und die ihr innewohnenden Kräfte zu kennen, ermöglichte es dem Menschen, sich der mit ihr zusammengehörigen Macht zu bedienen, zu zaubern oder seinen Gebeten stärkere Wirkungskraft zu verleihen. Die Kenntnis geheimer Bedeutungen der Zahlen spiegelt sich im Volksglauben ebenso wider wie in der hohen Literatur und kann in der mittelalterlichen Architektur ebenso entdeckt…

Zazen

Zazen (japan.) Meditationsübung. Eigentlich zenna (japan.), abgeleitet von dhyana (Sk.). In Dhyana steckt die Sprachwurzel dhi, „wahrnehmen“, „nachdenken“, „kontemplieren“, „den Geist auf einen Gegenstand richten“. Dhyana bedeutet also den Geist sammeln, die Gedanken nicht abschweifen lassen. → Aufmerksamkeit geht im Zen nur zusammen mit bewusster, entschlossener Anstrengung. Aufmerksamkeit ist das besondere Instrument des Willens zur…

Zeit

„Zeit“ ist ein Phänomen, das Schamanen, Philosophen, spirituelle Denker und Naturwissenschaftler schon immer beschäftigt. Auch dieses Lexikon kann keine Antworten geben, aber einige Fragen aufwerfen. Zeit kann nicht wahrgenommen werden (→ Wahrnehmung), auch wenn die Menschen ein Konzept davon haben und Uhren, um sie zu „messen“. Zeit ist kein Bestandteil der Existenz, d.h. der existierenden…

Zen und Kampftechniken

Der chines. Zen wird zudem auch in Form von Übungen und → Atemtechniken praktiziert, die gemeinhin unter dem Oberbegriff → Qigong (alte Schreibweise: Ch’i-kung) laufen. Übersetzt heißt der Begriff: „Arbeit mit Energie“. Aus den ursprünglichen Bewegungsformen entwickelte sich das Wu-shu als Selbstverteidigungstechnik, die sich zu Kung-Fu, zum Schwertkampf und anderen Formen der Kampftechnik weiterentwickelten. In…

Zen, die Schulen

Die Übertragungslinie der Südlichen Schule des chines. Zen fächerte sich in die „Fünf Häuser, Sieben Schulen“ auf, die sich in Details voneinander unterscheiden. Von diesen Linien gelangten die Rinzai-Schule und die Soto-Schule nach Japan. Einer der herausragenden Meister des japan. Zen war Hakuin Ekaku (1685-1768), der den Rinzai-Zen im 18. Jh. reformierte. In der Rinzai-Schule…

Zen-Buddhismus

Der klassische Buddhismus (→ Theravada) wurde bereits im 6. Jh. n.u.Z. in Japan eingeführt und beeinflusste im Laufe der Jahrhunderte die ganze intellektuelle, ästhetische und spirituelle japan. Kultur. Der Zen, der sich aus dem → Mahayana-Buddhismus entwickelt hatte, gelangte über China – wo er sich mit dem → Taoismus verband – erst im 12. Jh.…

Zen-Philosophie und Gesellschaft

„Man gestatte mir zum Abschluß einige Worte über die praktische Anwendung der → Hua-Yen-Lehre des Shih-Shih Wu-ai in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben“, führt D.T. Suzuki aus, der wie kein anderer das Wesen des Zen zu vermitteln vermochte: „Die Gesellschaft ist ein Organismus, dessen einzelne Teile oder Grundeinheiten (Shih-shih) aufs engste miteinander verwoben sind. Wenn einer der…

Zirbeldrüse

Zirbeldrüse (Hypophyse) Meist mit dem „dritten Auge“ (→ Chakras) in Verbindung gebracht. Der amerikanische Arzt Dr. Rick Strassmann erforschte die Zirbeldrüse über lange Jahre. Nach seinen Forschungen hat nicht nur Melatonin eine Wirkung auf diese Drüse, sondern auch die psychoaktive Substanz DMT (der Hauptwirkstoff von → Ayahuasca; → Psychedelische Erfahrung).

Zoroaster

Zoroaster (griech. „ein Besitzer alter Kamele“, auch: Zarathustra, selten: Zarduscht; um 630 – um 550 v.u.Z.) Persischer Prophet, der in einer Familie von Viehzüchtern und Nomaden aufwuchs. Daher finden sich in seiner Lehre auch Elemente des → Schamanismus (z.B. die Vorstellung von → Geistern) und der frühen polytheistischen Religion des indischen → Brahmanismus. Im Bereich…