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Bailey, Alice Ann

Bailey, Alice Ann (1880-1949) Gründerin der Arkanschule und des Lucis-Trust. Ab 1919 empfing sie „Durchsagen“ (→ Channeling) des unsichtbaren Meisters Djawal Khul, der ihr im Laufe der folgenden Jahre eine neue → Theosophie verkündete und eine große Zahl von Büchern „diktierte“. Diese Bücher übten im weitesten Sinne großen Einfluss auf die so genannte → New-Age-Bewegung…

Baker Roshi, Richard

Baker Roshi, Richard (geb. 1936) Seit dem Tod von Shunryu Suzuki Roshi (→ Literatur, Zen) führt er dessen Traditionslinie des → Zen fort. Nach einem Studium an der Harvard-Universität und der Universität von Kalifornien in Berkeley lernte er 1961 in San Francisco seinen Lehrer Shunryu Suzuki kennen, der ihn später nach Kyoto (Japan) in ein…

Balsekar, Ramesh S.

Balsekar, Ramesh S. (geb. 1917) Einer der bedeutensten lebenden Lehrer der indischen Advaita-Vedanta-Tradition. Er fand Mitte der 1940er-Jahre die Bücher von → Ramana Maharshi. Etwa 20 Jahre später traf er seinen Lehrer und Guru → Nisargadatta Maharaj, bei welchem er „Erleuchtung erlangte“ bzw. „erwachte“. Balsekar lebt in Indien und empfängt dort Sucher aus der ganzen…

Baraka

Baraka (arab. „Charisma“) Ein Modus der Anwesenheit des Göttlichen in der Welt, sein „Segen“. Entweder hat der Meister baraka, eine besondere Ausstrahlung, oder die Linie der Überlieferung hat baraka (→ Sufismus, Sufi-Orden). Manchmal bekommt auch eine neue Linie der Arbeit den universalen „Segen“, unabhängig von einer traditionellen Form der Arbeit.

Bardo

Bardo (tibet. „Zwischenzustand“) Im → tibetischen Buddhismus ein Zustand zwischen → Tod und Wiedergeburt oder dem Übergang ins klare Licht des Bewusstseins. Dieses Konzept wurde in den Lehren des → Vajrayana weiter ausgebaut. Im „Tibetischen Totenbuch“ („Bardo Thödol“) gibt es sechs Arten des Zwischenzustands: 1. Bardo der Geburt; 2. Bardo der Täuschung; 3. Bardo der…

Basho, Matsuo

Basho, Matsuo (1644-1694) Begründer der klassischen japan. Haiku-Dichtung im Sinne des → Zen. Sein Lebensmotto: „Suchet nicht das Wissen der alten Weisen, sondern das, was sie selbst gesucht haben.“ Eines seiner Haikus lautet: „Kommt! Lasst uns den Schnee betrachten, bis auch wir zu Boden fallen.“ „Vom Zen durchdrungen fingen seine Haikus auf unvergleichliche Weise den…

Bauhütte

Die Bauhütte als Institution entstand gegen Ende des 12. Jh. Steinmetzen und Maurer samt Gesellen und Lehrlingen waren an eine Hüttenordnung und die Geheimhaltung der Kunstregeln gebunden, aber frei von allen Verpflichtungen gegenüber der jeweiligen Kirchengemeinde. Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Bauhütten und Kunstschulen das Wissen um „objektive“ oder spirituelle Qualitäten der → Kunst…

Bayt oder Beth

Bayt oder Beth (hebr. „Behältnis“) Deshalb heißt es im „Bahir“ (einem bedeutenden Werk der → Kabbala): „Lies nicht beth, sondern bayit (‚Haus’).“ Das Zeichen geht aus → Aleph (der Eins) hervor. Der zweite Buchstabe (und gleichzeitig die Ziffer Zwei) im hebr. Alphabet. In der Kabbala stellt die Zwei die Phase oder den Zustand dar, der…

Bede Griffiths

Bede Griffiths (1906-2002) Wurde in einer mittelständischen engl. Familie geboren und studierte in Oxford, wo er ein enger Freund des engl. Mystikers, Sciencefiction- und Kinderbuchautors C. S. Lewis („Narnia“) und anderer Literaten wurde. Er wurde Katholik und trat in ein Benediktinerkloster ein, um sein Leben Studium und Gebet zu widmen. Seiner Neigung zur indischen Philosophie…

Beelzebub

Beelzebub (hebr. „Herr der Fliegen“) Ursprünglich war Baal, der bei uns auch als Beelzebub bezeichnet wurde, eine → demiurgische Gottheit, die im Judentum wie alle alten Götter als → Dämon (griech. daimon), d.h. eine geisterhafte, unheimliche Macht, verteufelt wurde. In „Beelzebubs Erzählungen für seinen Enkel“, dem Opus magnum von G.I. → Gurdjieff, wird der Begriff…

Bennett, John Godolphin

Bennett, John Godolphin (1897–1974) Britischer Mathematiker und bedeutender Schüler von G.I. → Gurdjieff. Nachdem er diesen in den 1920er-Jahren kennen gelernt hatte, schloss er sich in England zunächst dem eigenständig lehrenden Gurdjieff-Schüler P.D. → Ouspensky an. Durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges und Ouspenskys ambivalente Ablehnung Gurdjieffs verlor Bennett den Kontakt zu Gurdjieff, den er…

Besant, Annie

Besant, Annie (1847-1933) Eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Adyar-Theosophie (Adyar in Indien ist heute noch das Zentrum der Theosophischen Gesellschaft, TG; → Theosophie). Von 1907 bis zu ihrem Tod 1933 war Besant Präsidentin der TG. Während dieser Zeit veröffentlichte sie mehr als 300 Bücher und Broschüren. Als sie 1912 Jiddu → Krishnamurti als neuen Messias…

Beschwörung

Anrufung von → Geistern mit rituellen Formeln, Machtworten, → Mantras oder Gebeten. In der rituellen → Magie werden die Geister dazu gebracht, sich auf irgendeine Weise zu manifestieren. Im → Schamanismus ruft man Geister an, um mit ihnen durch rituelle Formeln zu kommunizieren. So will man evtl. Informationen über die Ursachen von Krankheiten oder Heilverfahren…

Besessenheit

Fast alle Glaubenssysteme kennen Zustände der Besessenheit, Zustände also, in denen ein Mensch neben seiner eigenen Seele noch von einem anderen, übernatürlichen Geistwesen besessen sein kann. Kultiviert wird dieser Zustand u.a. von der evangelistischen Pfingstgemeinde (in der Form des Zungensprechens, der Glossolalie), die es nicht nur Amerika, sondern auch in Südafrika gibt, dem haitianischen Vodun…

Bewusstsein

Wesentlicher Begriff für das Verstehen des menschlichen Geistes. Je nach Lehre und Weltbild gibt es unterschiedliche Bewusstseinsmodelle. Heute treffen sich naturwissenschaftliche und spirituelle Modelle und verbinden sich. Modelle sind jedoch immer hypothetisch, sind Bilder oder erste Vermutungen. Je nach geistigem Hintergrund interpretiert jeder Mensch seine Einsichten und Erfahrungen auf seine Weise. Dennoch sind Modelle nützlich,…

Bewusstsein, kosmisches

Dieser Begriff wurde 1894 von dem amerikanischen Arzt Richard Maurice Bucke geprägt. Das kosmische Bewusstsein befähigt den Menschen, den Kosmos als Ganzheit zu begreifen. „Das kosmische Bewusstsein ist das Ergebnis einer Erfahrung, die man als das plötzliche Erwachen eines neuen, nämlich des kosmischen Sinnes begreifen kann. In diesem Erwachen erfährt der Mensch eine Intensivierung aller…

Bewusstseinsevolution

Die Geschichte der menschlichen Kultur ist auch eine Geschichte der Evolution des Bewusstseins. Insbesondere der Philosoph Jean Gebser (1905-1973) versuchte in seinem Werk „Ursprung und Gegenwart“ eine Geschichte der Bewusstseinsevolution zu entwerfen. Eine Stufenfolge birgt natürlich Probleme in sich, weil sie auch bedeutet, dass frühere Stufen als „niedriger“ angesehen werden als spätere. Wenn man die…

Bewusstseinsfeld

Neuer Begriff für Energiefelder, die Information (→ Geist) übertragen, vergleichbar mit der die unsere Erde umgebende Atmosphäre (aber nicht identisch mit dieser). Von einigen fortschrittlichen Wissenschaftlern wird angenommen, dass das Bewusstseinsfeld Träger der Information aller notwendigen Lebensprozesse ist. Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955) prägte den Begriff der →Noosphäre, Geistsphäre, die dieser Vorstellung entspricht, bereits in…

Bewusstseinszustände

„Ein Bewusstseinszustand ist etwas Dynamisches. In Einzelheiten verändert er sich ständig, wobei das übergreifende Muster aber immer erkennbar bleibt. … Ein Bewusstseinszustand ist dann ein veränderter Bewusstseinszustand, wenn er sich deutlich von einem Normalzustand unterscheidet“ (Charles Tart 1988, 21). Die traditionelle Sichtweise der Psychologie vertritt die Auffassung, dass nur ein begrenztes Spektrum von Zuständen existiert…

Bhagavadgita

„Bhagavadgita“ (Sk. „Gesang des Erhabenen“) Philosophisches Lehrgedicht, das als das „Evangelium“ des → Hinduismus gilt. Die „Bhagavadgita“ wurde schon 1785 durch die engl. Übersetzung von Charles Wilkins bekannt. Sie ist ein Teil des zwischen dem 5. Jh. vor und 2. Jh. n.u.Z. entstandenen indischen Nationalepos „Mahabharata“. Die Gelehrten nehmen stark an, dass die „Bhagavadgita“ später…

Bhakti-Yoga

Ein typisches Beispiel der Vermischung von → Yoga und Volksreligiosität ist der Bhakti-Yoga, der durch betonte Hingabe und Liebe zu dem einen Gott, dem Erhabenen und Allmächtigen, bestimmt ist. „Die Betonung auf hingebungsvoller Annäherung an die Gottheit und die monotheistische Idee vom Ziel der Verehrung sind somit die beiden wichtigsten und charakteristischsten Elemente des Bhakti-Weges…

Blavatsky, Helena Petrowna

Blavatsky, Helena Petrowna (1831-1891) Begründete 1875 zusammen mit Henry S. Olcott die → Theosophische Gesellschaft (TG) in New York. Bei der Gründung hatte man es sich zum Ziel gesetzt, die alten Praktiken und Lehren der → Magie zu erforschen. Aus den ersten Studien dieser Praktiken resultierte das Werk „Entschleierte Isis“. Erst später wurden buddhist. und…

Bodhidharma

Bodhidharma (um 470-543) Sohn eines südindischen Brahmanenkönigs, der im Alter von 60 Jahren nach China reiste und dort den Ch’an- Buddhismus begründete, eine Mischung zwischen Taoismus und Buddhismus, die später zum → Zen-Buddhismus in Japan wurde. In China wurde er von dem damals herrschenden Kaiser Wu nach Nanking eingeladen. „Was ist der höchste Sinn der…

Bodhisattva

Bodhisattva (Sk. „Erleuchtungswesen“) Im → Mahayana ein Mensch, der durch die systematische Ausübung der buddhist. Meditationspraxis und der Vervollkommnung seiner Tugenden (Paramita) die Buddhaschaft anstrebt, jedoch so lange auf das Eingehen ins vollständige → Nirwana verzichtet, bis alle anderen Wesen erlöst sind. Ein Boddhisattva leistet tätige Hilfe und ist bereit, das Leid aller Wesen auf…

Bogenschießen als → Zen-Disziplin

Zen lehrt, Leben und Tod nicht getrennt zu sehen. Zen ist die Lehre der Nichtunterscheidung. Beim Bogenschießen wie bei anderen Kampftechniken innerhalb des Zen wie → Kendo oder Kung-Fu (→ Kampfsport) geht es um das Wesen der Meisterung einer Methode, den do, den spirituellen Weg, der körperliche Geschicklichkeit mit geradliniger Entschlossenheit und Entscheidungskraft verbindet. Die…

Böhme, Jakob

Böhme, Jakob (1575-1624) Protestantischer Mystiker. Er wurde bekannt durch seine Schrift „Die Morgenröte im Aufgang“, später „Aurora“ genannt, in der er der in Natur und Kosmos ausgebreiteten Gottesweisheit näher kommen wollte, um die „Signaturen“ zu entziffern, die allem Sichtbaren anhaften. Darin folgt er Paracelsus (→ Gnosis, → Magie). Böhme beschreibt seine Erfahrung als Theosophie, als…

Bön

Bön (tibet. „Herbeirufen“) Alte schamanische Lehre (→ Schamanismus), die vor dem Aufkommen des Buddhismus in Tibet existierte und später in den tibet. Buddhismus insbesondere in die Lehren der Nyingmapas (→ tibetischer Buddhismus) integriert und transformiert wurde. Wie bei anderen schamanischen Methoden geht es dem Bön unter anderem darum, die Geister herbeizurufen, sie zu zähmen oder…

Brahma, Brahman

Im frühen vedischen → Brahmanismus wurde das letztendlich Göttliche, brahman, ohne Qualitäten (nirguna) gesehen und daher jenseits menschlichen Denkens und war durch keine persönliche Verehrung erreichbar. Die upanischadische Präsentation (→ „Upanischaden“) von Brahma als mentalem Vorstellungsbild des abstrakten Brahman löste vorübergehend ein Problem der monotheistischen Theorie, doch durch die Kulte um Vishnu (→ Bhakti-Yoga) und…

Brahmane

Im Hinduismus ein Priester bzw. Angehöriger der Priesterkaste. Der Begriff → Brahman bezeichnet einen Zustand der Transzendenz, ebenso auch das Ewige und Absolute, die höchste, nichtduale Wirklichkeit (→ Nichtsein

Brahmanismus

Die fundamentalen Aspekte der brahmanischen Religion des → Hinduismus entstanden im 1. Jahrtausend v.u.Z. aus einer Reihe von priesterlichen Kommentaren zu den „Veden“. Veda bedeutet „Wissen“, ein Begriff, der sich insbesondere auf das höchste heilige Wissen bezieht, das in den vier Sammlungen (Samhitas), die „Veden“ genannt werden, zusammengefasst ist. Die „Veden“ sind Hymnen (mantras, →…

Buddha

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Buddhi

Buddhi (Sk. „Intelligenz, universaler Geist“) Instanz im Menschen, die durch Unterscheidungsvermögen alle Sinneseindrücke klassifizieren kann. Als Instrument des Geistes „leiht“ sie sich die Intelligenz und das Bewusstsein des Atman („Selbst“, „Ich“) und entfaltet alle Fähigkeiten des Menschen bis hin zur Intuition. In der → Theosophie, insbesondere bei Annie → Besant, ist es die vierte Bewusstseinsebene,…

Buddhismus

Geht als „Religion der Vernunft“ und Meditation auf den so genannten „historischen → Buddha“ Siddharta Gautama zurück, auch Shakyamuni genannt, der ca. 500 v.u.Z. lebte. Der Buddhismus ist im ganzen Fernen Osten noch heute verbreitet und gewinnt neuerdings auch immer mehr Anhänger in Europa und den USA. Was an ihm so anziehend wirkt, ist jedoch…