K

Kampfsport

In vielen Kampfsporttechniken sind die Bewegungsabläufe, die ursprünglich wie beim → Qigong aus dem Wu-shu („leere Hände“) und Kung-Fu entwickelt wurden, Tierbewegungen nachempfunden. Am Beispiel des malayischen Silat, das mit dem Kung-Fu verwandt ist, sieht man das deutlich. Die Grundlage jeder Kampfsporttechnik ist stets, eine Haltung der aufmerksamen Konzentration herbeizuführen, die intuitive Bewegungsabläufe ermöglicht, welche…

Kunst und Kreativität

Die Entwicklung von Kunstformen, deren Kraft aus der Berührung mit einer kreativen, spirituellen Ebene herrührt, ist nur wenigen Menschen vorbehalten. Die Künstlerinnen und Künstler müssen das „Numinose“, d.h. das „Göttliche“ oder Geistige, als unbegreiflich erfahren haben, um es auszudrücken. Für das Kunstschaffen in jeder Form reicht es jedoch nicht aus, eine Vision, eine Inspiration zu…

Kabbala

(hebr. qabbalah, „Offenbarung“, „Enthüllung“, manchmal auch „Überlieferung“) Sie beschäftigt sich mit der geheimen Überlieferung von den göttlichen Dingen und ist der Kern der jüdischen → Mystik. Offenbarung bezieht sich auf die Entfaltung des eigenen, inneren Wesens des Menschen, durch Studium und praktische Anwendung der Kabbala. Die Kabbalisten sind Mystiker, die sich in das Mysterium der…

Kabbala, gnostische

Jüdische Mystik ist zwar eine Geheimlehre, drang aber zu manchen Zeiten, besonders im Mittelalter, auch nach außen und befruchtete so das europ. Denken. Der kabbalistischen Praxis geht es nicht so sehr um Versenkung und Vereinigung mit dem Höchsten wie in der → christlichen Mystik, sondern vielmehr um eine → Vision oder Erkenntnis seiner Erscheinung. Insofern…

Kali

Hinduist. Göttin. Die frühesten Zeugnisse von Kali in der Hindu-Tradition entstanden ca. 600 n.u.Z. Sie zeigen Kali entweder auf dem Schlachtfeld oder in Situationen am Rande der Hindu-Gesellschaft. Immer hat sie ein schreckliches, erschreckendes Aussehen. Sie wird immer schwarz oder dunkel dargestellt (→ Farbe) und üblicherweise auch nackt. Sie hat langes, aufgelöstes Haar. Sie ist…

Karma

Karma (Sk. „Tat“, „Handeln“) Das Sk.-Wort karma leitet sich von der Wurzel kr ab und bedeutet im engeren Sinne einfach „tun“ oder „handeln“. Auch unser Wort „Kreativität“ enthält diese Wurzel. Im → Hinduismus wird Karma verstanden als eine geistige oder körperliche Handlung, als Folgen dieser Handlungen und als Kette von Ursache und Wirkung. Im →…

Karnak

Ägyptische Tempelanlage. Das größte Heiligtum am Nil war dem Reichsgott Amun geweiht. Fürsten aus Theben hatten um 2000 v.u.Z. mit dem Bau des Tempels begonnen; alle folgenden Pharaonen vergrößerten das Gotteshaus. Zwei Hauptachsen kreuzen sich in der Mitte des Heiligtums (→ Kraftorte). Sie bestehen aus einer Abfolge von Höfen, Säulenhallen und Pylonen. Besonders der große…

Katharer

Von den → manichäisch-gnostischen Lehren beeinflusst waren die Katharer (griech. „die Reinen“), ein Sammelname, den sich eine Reihe häretischer christl. Sekten gab, welche sich vom 3. bis zum 11. Jh. in Vorderasien und Westeuropa ausbreiteten. Ihre Überzeugungen waren von Sekte zu Sekte unterschiedlich, dennoch hatten sie gewisse Gemeinsamkeiten. Man zählt fast 30 unterschiedliche Sekten. Die…

Kelten, keltische Glaubensvorstellungen

Die Kelten, die „Tapferen“, die „Erhabenen“, waren ein uneinheitliches Volk, das große Teile West-, Mittel- und Südeuropas und auch Kleinasiens bewohnte. Zum Alter der kelt. Völker gibt es bis heute kaum Belege, man nimmt aber an, dass die Kelten nicht vor 500 v.u.Z. zu datieren sind. Zum Teil vermischten sie sich auch mit den europ.…

Kendo

Japan. Stockkampf. Die notwendige → Aufmerksamkeit und Intuition, die für jeden spirituellen Weg wesentliche Grundlagen sind, können nur durch Übung und Training entwickelt werden. Ein gutes Beispiel dafür ist Kendo: „Wenn ein Schüler die Kunst des Kendo zu erlernen wünscht, werden seine Abwehrbewegungen am Beginn seiner Unterrichtung … instinktiv sein. Nach einer langen Zeit wird…

Keyserling, Arnold

Keyserling, Arnold (1922-2005) Religionsphilosoph, lehrte in Wien an der Universität für Angewandte Kunst. 1949 Begegnung in Paris mit G.I. → Gurdjieff, dessen Bücher er auf Dt. herausgab. Die Arbeit mit dem Zwölftonmusiker Josef Matthias Hauer vertiefte sein Verstehen, das er zusammen mit seiner Frau Wilhelmine → Keyserling in seinem ersten bedeutenden Werk „Das Rosenkreuz“ 1956…

Keyserling, Wilhelmine

Keyserling, Wilhelmine (geb. 1922) Yogalehrerin, Astrologin und Schriftstellerin. Sie leitet den Studienkreis Kriterion in Wien. Ihr bedeutendstes eigenes Werk, „Anlage als Weg“, entwickelt eine neue Theorie und Methodik der philosophischen → Astrologie auf der Grundlage des „Rades der Weisheit“.

Khan, Hazrat Inayat

Khan, Hazrat Inayat (1882-1927) Kam in den 1920er-Jahren nach Europa. Hazrat war ein Musiker und Mystiker, der von seinem Meister in Indien beauftragt wurde, im Westen den mystischen Sufismus zu aktivieren. Die Khans stehen in der Linie des Chisti-Ordens, der auf den indischen Sufi Moin-uddin Chisti (13. Jh.) zurückgeht; dieser war wahrscheinlich von → Rumi…

Khan, Pir Vilayat Inayat

Khan, Pir Vilayat Inayat (1916-2004) Sohn von Hazrat Inayat Khan. Kurz vor dem Tod seines Vaters erhielt er den Auftrag zu seiner Nachfolge. Er studierte Psychologie und Philosophie an der Sorbonne in Paris und außerdem Musik an den Konservatorien von Oxford und Paris. Seine Schwester Noor-un-Nisa Inayat Khan arbeitete während des Zweiten Weltkriegs für den…

Kloster

Kloster (lat. claustrum, „Verschluss“, „Umfriedung“) Das Kloster (ind. → Ashram) entwickelte sich aus der Einsiedelei. Die einzelnen christl. Klöster sind den verschiedenen Orden und ihren Aufgaben angepasst. Die ältesten Klöster sind die des Benediktinerordens (gegr. im 6. Jh. von Benedikt von Nursia). Der hl. Benedikt verfasste die Regel der ständigen Anwesenheit im Kloster. Die regelmäßige…

Koan

Koan (japan. „gesetzliche Verordnung“) Heute versteht man im → Zen-Buddhismus darunter die Anekdote eines Meisters, ein Zwiegespräch zwischen Meister und Mönchen (auch „Mondo“ genannt), eine Feststellung oder eine Frage. Das Koan dient in der Bewusstseinsschulung durch einen Roshi (Zen-Meister) dazu, den Geist für die Erkenntnis zu öffnen. Meistens geschieht das durch die Auseinandersetzung mit einem…

Kosmogonie

Mythische Lehre von der Entstehung der Welt oder auch die wissenschaftliche Theorienbildung über die Entstehung des Weltalls.

Kraftorte

Der Planet Erde ist mit einer Fülle von Kraftorten und → heiligen Orten überzogen, von denen manche miteinander über so genannte Energielinien oder Ley-Linien netzartig verbunden sind. Die meisten dieser Plätze sind schon lange bekannt und wurden oft für kultische Handlungen (→ Kult) ausgesucht. In früherer Zeit errichtete man z.B. Kirchen an vielen Orten, an…

Kreuz

Das Kreuz wird ursprünglich meist als im Kreis gezeichnet und stellt dabei das Sonnenrad mit den vier Himmelsrichtungen und Sonnwendpunkten dar. Es ist eine Verknüpfung von Raum und zyklischer Zeit. Die meisten traditionellen Lehren wie die jüdische Mystik symbolisieren den „Allmenschen“, hebr. Adam Kadmon, durch das Kreuz. Die vertikale Achse versinnbildlicht die Erschaffung des Raumes…

Krishnamurti, Jiddu

Krishnamurti, Jiddu (1895-1986) Gilt als Vertreter eines nichtdualistischen → Vedanta. In jungen Jahren wurde er von Annie → Besant adoptiert, die in ihm den neuen „Heiland“ sah. Bereits im Alter von 16 Jahren wurde er zum Haupt eines eigens für ihn gegr. Ordens ernannt. Seine Lehrjahre waren sehr intensiv; schon während dieser Zeit hielt er…

Kriya-Yoga

Sehr alte, von der Priesterkaste praktizierte Methode, die mit der religiösen Richtung des Veda verknüpft ist. Dabei geht es um die Trennung des Reinen vom Unreinen. Der Kriya-Yoga wird in den Yoga-Sutren des Patanjali (→ Raja-Yoga) und den „Bhagavata Puranas“ erwähnt und ist eine Technik, die – abgesehen von positiven körperlichen Nebenwirkungen – zur Erfahrung…

Kues, Nikolaus

Kues, Nikolaus (1401-1464) Kaum ein anderer mittelalterlicher Denker hat die hermetisch-theosophischen Gedankensysteme (→ Hermetik) des 16. und 17. Jh. so entscheidend geprägt wie dieser → neuplatonische Universalgelehrte. Seine Vorstellung vom Zusammenfall aller Gegensätze in Gott und die daraus resultierenden Spekulationen (→ Wahrnehmung) über die Unbegrenztheit des Weltalls und des menschlichen Daseins haben die Anschauungen von…

Kult

Kult (lat. cultus, „Verehrung, Hingabe“) Steht heute auch für die übertriebene Verehrung einer bestimmten Person, etwa eines spirituellen Führers. Es kommt häufig vor, dass aus einem spirituellen Weg oder einer Methode ein „Kult“ gemacht wird, der darin besteht, die Sache zu überhöhen oder sich ausschließlich nur noch auf die kultischen Handlungen des Glaubenssystems zu konzentrieren.…

Kundalini

Kundalini (Sk. „Schlangenkraft“) Ein herausragendes Merkmal des → Tantra ist die Anwendung vielfältiger spiritueller Techniken. Dabei spielen die Praxis des → Hatha-Yoga und andere körperliche Übungen eine wichtige Rolle. Dazu gehört auch die Technik des Kundalini-Yoga in Verbindung mit der Aktivierung der → Chakras. Mit dem Erwecken der Kundalini-Kraft, die an der Basis der Wirbelsäule…

Kunst in schamanischen Gemeinschaften

Ein Beispiel, das stellvertretend für viele indigene Kunstformen näher betrachtet werden soll, ist die Kunst der Shipibo, eines Volks, das im Amazonasbecken Perus, am Oberlauf des Rio Ucayali, im tropisch-feuchtheißen Dschungel lebt. Was die Shipibo vor allen anderen Völkern dieses Gebietes auszeichnet und schon in ihrer äußeren Erscheinung unverwechselbar macht, sind die feinlinigen, netzartigen geometrischen…

Kunst, spirituelle oder „objektive“

In allen spirituellen Traditionen ist Kunst in jeder Form des kreativen menschlichen Ausdrucks eng mit der geistigen Entfaltung des Menschen verbunden. Die ersten Künstler waren vor vielen tausend Jahren die geistigen Mittler zwischen den Wirklichkeiten, die wir heute als Schamanen bezeichnen (→ Schamanismus, → Kunst in schamanischen Gemeinschaften). Sie ritzten ihre Kunstwerke in Felsen und…