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	<title>MYSTICA.TV &#124; SPRITUELLES LEXIKON </title>
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		<title>Y – Ypsilon</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 10:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Entspricht als Zeichen dem hebr. ajin (Auge), Zahlenwert 70. Ein typisch semitischer Laut, der in unserer Phonetik schwer wiederzugeben ist. Er ähnelt einem Ü oder einem kurz ausgestoßenen O, weshalb das Griechische diesen Laut teils als Omikron (kleines O), teils als Ypsilon (kleines Ü) in seine Lautreihe übernahm. Das Wort existiert im Sk. als ajna [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Entspricht als Zeichen dem hebr. ajin (Auge), Zahlenwert 70. Ein typisch semitischer Laut, der in unserer Phonetik schwer wiederzugeben ist. Er ähnelt einem Ü oder einem kurz ausgestoßenen O, weshalb das Griechische diesen Laut teils als Omikron (kleines O), teils als Ypsilon (kleines Ü) in seine Lautreihe übernahm.<br />
Das Wort existiert im Sk. als ajna und bezeichnet dort als Ajna-Chakra das so genannte „dritte Auge“ (→ Chakras). Auch in der → Kabbala ist es das mystische Symbol für das „Auge Gottes“, das ursprünglich auch in der Triade der göttlichen Ureinheit eingezeichnet war (→ Trinität). Aus diesem Auge drangen mehrere Strahlen, um die Kraft der göttlichen Wahrnehmung anzudeuten: das Sehen der Gottheit durch ihre Allgegenwart in jedem Teil der Schöpfung (→ Oktavengesetz).
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		<title>Reshad Feild</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Sep 2010 20:31:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Reshad Feild, geboren am 15. April 1934 als Richard Timothy Feild ist ein englischer Mystiker, Schriftsteller, spiritueller Lehrer und Musiker. Er ist Autor von mehr als einem Dutzend Bücher über Sufismus und Spiritualität und hatte einen großen Einfluss auf westliche Suchende während der letzten vierzig Jahre. Heute lebt Reshad Feild in England. Er widmet sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://lexikon.mystica.tv/wp-content/uploads/2010/08/Reshad-Feild.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1535" style="margin: 10px;" title="Reshad Feild" src="http://lexikon.mystica.tv/wp-content/uploads/2010/08/Reshad-Feild.jpg" alt="" width="158" height="200" /></a>Reshad Feild, geboren am 15. April 1934 als Richard Timothy Feild ist ein englischer Mystiker, Schriftsteller, spiritueller Lehrer und Musiker. Er ist Autor von mehr als einem Dutzend Bücher über Sufismus und Spiritualität und hatte einen großen Einfluss auf westliche Suchende während der letzten vierzig Jahre. Heute lebt Reshad Feild in England. Er widmet sich weiterhin dem Schreiben und berät Suchende auf dem »Weg der Liebe, des Mitgefühls und des Dienens«, wie er ihn nennt.
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		<title>Noosphäre</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 15:56:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Geologe Wladimir Wernadski (1863 &#8211; 1945), der den Begriff der Biosphäre prägte, erfand auch in den 1920er Jahren den Begriff Noosphäre – Geistsphäre oder Bewusstseinsfeld. Der Philosoph, Paläontologe und Anthropologe Pierre Teilhard de Chardin (1881 &#8211; 1955) lernte Wernadski in den 1920er Jahren in Paris kennen und übernahm von ihm den Begriff der Noosphäre, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Geologe Wladimir Wernadski (1863 &#8211; 1945), der den Begriff der Biosphäre prägte, erfand auch in den 1920er Jahren den Begriff Noosphäre – Geistsphäre oder Bewusstseinsfeld. Der Philosoph, Paläontologe und Anthropologe Pierre Teilhard de Chardin (1881 &#8211; 1955) lernte Wernadski in den 1920er Jahren in Paris kennen und übernahm von ihm den Begriff der Noosphäre, die er mehr als eine Sphäre des Geistes sah und weniger materialistisch als Wernadski. Seither wird Noosphäre, Geistsphäre oder &#8594; Bewusstseinsfeld, wie wir es heute bezeichnen, vor allem mit Teilhard de Chardin in Verbindung gebracht. Für seine Evolutionslehre ist die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins ein zentrales Argument.<br />
In diesem Feld werden seiner Vorstellung nach alle wesentliche Gedanken, Philosophien, wissenschaftliche Erkenntnisse und Kulturleistungen der Menschheit abgespeichert und beeinflussen umgekehrt die weitere Evolution des menschlichen Bewusstseins (ähnlich der &#8594; Akasha-Chronik). Obwohl Teilhard zu seiner Zeit noch nichts von Computern und Internet wusste, spekulierte er prophetisch: „Wie soll die Verknüpfung der reflektierenden Elemente der Erde vor sich gehen? Natürlich durch die Nachrichtennetze und die Rechenmaschinen, die uns alle in einer Art ‚ätherischem’ Mitbewusstsein verbinden. Sie nehmen so eine direkte Abstimmung der Gehirne aufeinander mittels der noch geheimnisvollen Kräfte der Telepathie vorweg.“ (Teilhard de Chardin 2010, 221) In dieser Aussage wird deutlich, dass er die Denksphäre letztlich als ein umfassenderes Bewusstseinsfeld sieht. Man kann das „globale Internet“ heute allerdings eher als eine „technische“ Vorstufe dieses globalen Bewusstseins sehen.
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		<title>Maya-Kalender</title>
		<link>http://lexikon.mystica.tv/maya-kalender/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 15:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>

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		<description><![CDATA[Das alte Volk der Maya, das hauptsächlich in verschiedenen Regionen Mittelamerikas lebte (und deren 6 Millionen Nachkommen heute noch in Guatemala und Mexiko leben), datiert bis zu 2000 Jahre v.u.Z. zurück. Ihre kulturelle Blüte mit monumentalen Pyramiden-Bauten und kunstvollen eingravierten Stelen wie in Tikal und Palenque erreichten sie um 300 v.u.Z. bis 900 n.u.Z. Ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://lexikon.mystica.tv/wp-content/uploads/2010/08/Sonnenstein-der-Azteken.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1667" style="margin: 10px;" title="Sonnenstein der Azteken“, datiert auf 1479. Das Original befindet sich im Museo nacional de antropoligia de México. Wird fälschlicherweise meist als “Maya-Kalender” bezeichnet. Hier Stich von Bouquet aus A. v. Humboldt, Vues des Cordillères, et Monuments des Peuples indigènes de L’Amerique. 1816." src="http://lexikon.mystica.tv/wp-content/uploads/2010/08/Sonnenstein-der-Azteken.jpg" alt="" width="295" height="300" /></a>Das alte Volk der Maya, das hauptsächlich in verschiedenen Regionen Mittelamerikas lebte (und deren 6 Millionen Nachkommen heute noch in Guatemala und Mexiko leben), datiert bis zu 2000 Jahre v.u.Z. zurück. Ihre kulturelle Blüte mit monumentalen Pyramiden-Bauten und kunstvollen eingravierten Stelen wie in Tikal und Palenque erreichten sie um 300 v.u.Z. bis 900 n.u.Z.<br />
Ihre spirituellen Rituale und Zeremonien waren eng mit den astronomischen und irdischen Zyklen der Natur verbunden. Immer wiederkehrende Vorgänge wurden systematisch beobachtet und in verschiedenen Kalendern der Maya verzeichnet. Eine Aufgabe der spirituellen Spezialisten der Maya (Priester, Schamanen, Astrologen, Wahrsager) lag darin, die Zyklen zu interpretieren.<br />
„Maya“ ist tatsächlich der Oberbegriff für verschiedene Völker mit verwandten Sprachen in Mittelamerika. Es gibt auch keinen einheitlichen Kalender, aber am bekanntesten sind drei Arten von Zeitrechnungen, die nicht miteinander korrelieren.<br />
Für den täglichen Gebrauch gab es den Haab-Kalender mit 365 Tagen – eine erstaunlich genaue Berechnung des Erdumlaufs um die Sonne schon vor unserer Zeitrechnung, als in Europa für die meisten Zeitgenossen die Sonne noch um die Erde kreiste. Der zweite Kalender heißt Tsolkin, dieser besteht aus 260 rituellen Tagen (13 x 20 Tagen). Außerdem zählen die Maya fortlaufend alle Tage in der &#8220;Langen Zählung&#8221;, um Ereignisse genau zu datieren. Ein Jahr dieser Zählung umfasst 18 Monate zu je 20 Tagen. 20 mal 20 dieser Jahre ergeben ein &#8220;Baktun&#8221;. Tag 1 der Zählung beginnt im Jahr 3113 v.u.Z, am 21. 12. 2012 endet dieser 13. Baktun-Zyklus, allerdings sind die Angaben dieser Jahreszahlen wissenschaftlich strittig.<br />
Die meisten ernsthaften Forscher sind sich einig, dass in den entzifferten Steinritzungen an den Maya-Tempeln keine Endzeitprophezeiungen zu finden sind, höchstens Hinweise auf Übergänge zu neuen Zeiten mit dem Datum 13.0.0.0.0. Eigentlich müsste hier die Zeit wieder bei 0.0.0.0.0. beginnen, doch die heilige Zahl der Maya war 13 und somit beginnt jedes neues Zeitalter mit dieser Zahl. Diese Szenarien kennen wir aus unserer Geschichte auch, das Christentum zählt die neue Zeit von der Geburt Christi an.<br />
Nach esoterischen Maya-Forschern wie José Argüelles u.a. soll der Maya-Kalender Hinweise darauf stützen, dass es am 21. 12. 2012 eine Art Zeitenwende gibt, die sich in Katastrophen äußert oder zumindest eine kollektive, beschleunigte Bewusstseinsevolution hervorrufen soll. Doch die angeblich vorausgesagte gefährliche Konjunktion unserer Sonne mit dem Zentrum der Milchstraße ist nach den Berechnungen einiger Astronomen auch schon eineinhalb Millionen Jahre vorbei und erst wieder in 29 Millionen Jahren fällig. Und wenn man sich die Ausmaße der Milchstraße mit einem Durchmesser von 100 Millionen Lichtjahren vorstellt – und ein Lichtjahr bezeichnet eine Entfernung von 9,5 Billionen Kilometern -, kann wohl kaum irgendein Energiestrahl genau zur Wintersonnwende 2012 Katastrophen auf der Erde auslösen.<br />
Eine andere Theorie bringt einen „Polsprung“ der Erde ins Spiel, der auch schon längst hätte geschehen sollen. Astronomen meinen durchaus, dieser wäre bald wieder möglich, doch er könnte nur bewirken, dass wir den Kompass neu justieren müssen. Die letzte größere Umpolung des Magnetfelds der Erde liegt schon ungefähr 750.000 Jahre zurück. Das  kann nach Berechnungen der Forscher immer mal wieder passieren, doch wenn es geschieht, dann so langsam, dass es jemand ohne Kompass kaum bemerken wird. Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Maya von der möglichen Umpolung der Erde oder ihrem Magnetfeld wussten.<br />
Ein weiterer Einwand gegen die These, dass der Maya-Kalender Hinweise auf einen globalen Bewusstseinssprung gibt, kann damit begründet werden, dass sich dieses Weltbild einzig auf den religiös-spirituellen Vorstellungen der Maya (wie bei anderen Glaubensrichtungen auf der Erde auch) beschränkt, das wohl kaum global auf alle Kulturen in allen auf die Maya folgenden Zeiten übertragbar ist.
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		<title>Zoroaster</title>
		<link>http://lexikon.mystica.tv/zoroaster/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 15:33:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zoroaster (griech. „ein Besitzer alter Kamele“, auch: Zarathustra, selten: Zarduscht; um 630 – um 550 v.u.Z.) Persischer Prophet, der in einer Familie von Viehzüchtern und Nomaden aufwuchs. Daher finden sich in seiner Lehre auch Elemente des → Schamanismus (z.B. die Vorstellung von → Geistern) und der frühen polytheistischen Religion des indischen → Brahmanismus. Im Bereich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://lexikon.mystica.tv/wp-content/uploads/2010/08/Zoroaster.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1729" style="margin: 10px;" title="Zwei mazdaische Priester und der Baum des Lebens mit dem Symbol von Ahura Mazda (Flügel und Sonne)." src="http://lexikon.mystica.tv/wp-content/uploads/2010/08/Zoroaster.jpg" alt="" width="284" height="300" /></a>Zoroaster (griech. „ein Besitzer alter Kamele“, auch: Zarathustra, selten: Zarduscht; um 630 – um 550 v.u.Z.)</h3>
<p>Persischer Prophet, der in einer Familie von Viehzüchtern und Nomaden aufwuchs. Daher finden sich in seiner Lehre auch Elemente des → Schamanismus (z.B. die Vorstellung von → Geistern) und der frühen polytheistischen Religion des indischen → Brahmanismus.<br />
Im Bereich von Religionsausübung, Mythologie und Kult lassen sich viele Übereinstimmungen zwischen „Avesta“ (die Überlieferung seiner Lehren) und „Rigveda“ finden. Der Übergang vom Nomadentum zum Ackerbau, den Zoroaster erlebte, wird mit dem Beginn der „Zivilisation“ gleichgesetzt. Daher ist die Verehrung der guten Kräfte der Natur auch ein zentrales Motiv seines Glaubens.<br />
Mit 20 Jahren verließ Zoroaster seine Heimat und lebte als Eremit. Aus den „Gathas“, den wahrscheinlich von Zoroaster verfassten Versen, lässt sich entnehmen, dass er von den Priestern des Mithraskults verfolgt wurde und fliehen musste. Mithras war eine iranische Lichtgottheit, dessen Kult sich von Persien über Rom bis nach Britannien ausbreitete. Im Alter von 30 Jahren offenbarte sich Zoroaster der höchste Gott, Ahura Mazda. Zwölf Jahre lang versuchte Zoroaster vergeblich, Anhänger für seine Lehre zu finden. Das änderte sich erst, als es ihm gelang, den Fürsten Vishtaspa, dessen Gattin und schließlich den Hofadel zu bekehren. Zoroaster starb im Alter eines gewaltsamen Todes.<br />
Der Zoroastrismus ist wohl die erste bekannte „Offenbarungsreligion“ der Welt, d.h. durch prophetisch gehörte Mitteilungen Gottes geoffenbart (→ Channeling). Es war die Staatsreligion dreier großer iranischer Reiche vom 6. Jh. v.u.Z. bis zum 7. Jh. n.u.Z. Judentum, → Manichäismus, → Gnosis, Christentum und Islam übernahmen Teile dieses Glaubenssystems, insbesondere das dualistische Weltbild (→ Dualismus) und die Lehre von den → Engeln.<br />
Die Lehre Zoroasters ist im „Avesta“ („Wissen“, dieselbe Wurzel wie im indischen Veda) niedergelegt. Er besteht aus gleichnishaft-lyrischen Psalmen, „Gathas“ genannt. Der Avesta wurde kommentiert; die exegetische Fassung nennt man „Zend-Avesta“, d.h. „Wissen der Tradition“. Der ursprüngliche Text des Avesta soll zur Zeit Alexanders des Großen verloren gegangen sein. Aus den Resten stellten die Priester im 3. bis 4. Jh. n.u.Z. den Kanon der „wahren Lehre“ zusammen.<br />
Charakteristisch für die Lehre Zoroasters ist der universale → Dualismus: das Gute und das Böse. Der Gott des Guten (der Reinheit, der Wahrheit, des Lichtes) ist Ahura Mazda, der Gott des Bösen, der Lüge, der Finsternis ist Ahriman (→ Anthroposophie). Letztlich wird das Böse vernichtet. Die Auseinandersetzung dauert bis zum Weltende, dann erst werden das Böse und die Lüge überwunden und völlig vernichtet sein und die Wahrheit gesiegt haben.<br />
Ahura Mazda ist der „andere“ Gott, sein Wesen ist Menschen nicht vermittelbar, er ist auch nicht erfahrbar, außer durch Beschreibungen der Negation. Er ist der Einsame und Erhabene. Ahura Mazda entspricht der Idee des vedischen → Brahman oder auch dem „nichtseienden Gott“ der → Gnostiker. Möglicherweise floss das Konzept von hier in die Gnosis ein, wie ja auch viele andere zoroastrische Ideen die Religionen des Nahen Ostens beeinflusst haben.<br />
Die Anhänger Zoroasters legten Wert darauf, gute und ehrliche Menschen zu sein, nie zu betrügen und Wohltätigkeit zu üben. Reinigung, → Opfer und → Gebet waren ihre zentralen Forderungen. Zoroaster duldete weder Tempel noch Götzen; Altäre wurden auf Hügeln, in Palästen oder im Zentrum der Stadt errichtet. Auf diesen Altären wurden Feuer, das Symbol der Leben spendenden Sonne, zu Ehren Ahura Mazdas unterhalten, weshalb die Zoroaster-Anhänger „Feueranbeter“ genannt wurden. Auch der Herd im Haus galt als hl. Altar; hier durfte das Feuer niemals ausgehen.<br />
In der zoroastrischen Lebensweise oder spirituellen Methode ist das Erreichen der Harmonie mit dem Kosmos eine lebenslange Aufgabe des Menschen. Jeder ist für seine Taten selbst verantwortlich. Diese Verantwortung sowie Achtung vor Andersdenkenden führte dazu, dass im Vergleich zu anderen spirituellen Lehren der missionarische Eifer bei den Anhängern Zoroasters weniger ausgeprägt war.<br />
In der Lehre Zoroasters wurde auch Sklavenhaltung abgelehnt. Trägheit, Faulheit und ein Leben auf Kosten anderer wurde im höchsten Maße verachtet, und jeder war verpflichtet, durch eigene Arbeit sein Leben zu bestreiten.<br />
Das Zentrum dieses Glaubens bilden 16 natürliche und kosmische Kräften oder Eigenschaften, die jeden Aspekt des Lebens einbeziehen. Aber offenbar war es nicht beabsichtigt, diese Kräfte in eine starre oder künstliche Ordnung zu bringen, sie sind vermutlich nur die „Eckwerte“ für die Lebenseinstellung.<br />
Ahura Mazda ist der Gott des Zoroastrismus. Er ist umgeben von → Engeln und → Geistern. Die sieben obersten Engel heißen Amesha Spenta und sind übernommene Gottheiten älterer Götter- und Mythenwelten. Die sieben Erzengel, die in seiner unmittelbaren Nähe sind, heißen: „Die gute Gesinnung“ (Vohu Manah), „die Gerechtigkeit und Wahrheit“ oder „beste Frömmigkeit“ (Asha Vahista), „der göttliche Wille“ oder „gewünschte Herrschaft“ (Kshatra Vairya), „Demut und Frömmigkeit“ oder „hl. Ergebung“ (Spenta Armaiti), „die Vollkommenheit“ oder „das Heil“ (Haurvatat), „die Unsterblichkeit“ (Ameretat) und „der Gehorsam“ (Sraosha).<br />
Unter den sieben Erzengeln stehen die Fravashi, das sind die unsterblichen Seelen aller Lebewesen. Sie sind Urbilder der einzelnen Lebewesen und beschützen diese. Man kann auch sagen, dass diese die Lebenskräfte der Erde symbolisieren wie Gesundheit, Wasser, Luft, Nahrung, Sonne und Freude. Selbst Ahura Mazda hat ein solches Urbild, das als geflügelter Mensch dargestellt wird.<br />
Die Begleiter des Bösen, Ahrimans, sind eine endlose Schar von Teufeln und → Dämonen, die die Menschen heimsuchen. Hinter den Teufeln stehen alte Naturdämonen und -götter als Urbilder. Nach Dr. Edmond Bordeaux Székely entstand aus diesem Weltbild das Schachspiel mit seinen 16 weißen und schwarzen Figuren, die gegeneinander antreten (→ Orakel). Ahura Mazda ist als Schöpfer heute noch die Figur des „Königs“. Die 64 Spielfelder des Schachs entsprechen der Idee des → I Ging, ebenso wie die acht Trigramme, im Schach die Hauptfiguren, die im „Avesta“ die Erzengel darstellen. So ist es durchaus möglich, dass auch Vorstellungen aus dem I Ging in den Zoroastrismus einflossen.<br />
Die von Ahura geschaffenen Gottheiten erschufen andere wohltätige Wesen, welche dem alten iranischen Pantheon entsprechen: die Yazata („Verehrungswürdige“) oder auch Amesha Spenta, „hl. Unsterbliche“. Die Zeitalter sind auf die Vollendung hin angelegt, auf ein Ende der Geschichte und des Werdens. Die Doktrin eines Jüngsten Gerichts, von Himmel und Hölle, der Auferstehung und des ewigen Lebens danach wurde hier vermutlich zum ersten Mal gelehrt.<br />
Heute gibt es noch rund 200 000 Anhänger der zoroastrischen Glaubensform; die meisten davon sind die so genannten Parsen, die in Indien leben. Der im Westen bekannteste Parse war Freddie Mercury, Leadsänger der Rockgruppe „Queen“.
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		<title>Zirbeldrüse</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 15:32:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zirbeldrüse (Hypophyse) Meist mit dem „dritten Auge“ (→ Chakras) in Verbindung gebracht. Der amerikanische Arzt Dr. Rick Strassmann erforschte die Zirbeldrüse über lange Jahre. Nach seinen Forschungen hat nicht nur Melatonin eine Wirkung auf diese Drüse, sondern auch die psychoaktive Substanz DMT (der Hauptwirkstoff von → Ayahuasca; → Psychedelische Erfahrung).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Zirbeldrüse (Hypophyse)</h3>
<p>Meist mit dem „dritten Auge“ (→ Chakras) in Verbindung gebracht. Der amerikanische Arzt Dr. Rick Strassmann erforschte die Zirbeldrüse über lange Jahre. Nach seinen Forschungen hat nicht nur Melatonin eine Wirkung auf diese Drüse, sondern auch die psychoaktive Substanz DMT (der Hauptwirkstoff von → Ayahuasca; → Psychedelische Erfahrung).
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		<title>Zen, die Schulen</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 15:31:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Übertragungslinie der Südlichen Schule des chines. Zen fächerte sich in die „Fünf Häuser, Sieben Schulen“ auf, die sich in Details voneinander unterscheiden. Von diesen Linien gelangten die Rinzai-Schule und die Soto-Schule nach Japan. Einer der herausragenden Meister des japan. Zen war Hakuin Ekaku (1685-1768), der den Rinzai-Zen im 18. Jh. reformierte. In der Rinzai-Schule [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Übertragungslinie der Südlichen Schule des chines. Zen fächerte sich in die „Fünf Häuser, Sieben Schulen“ auf, die sich in Details voneinander unterscheiden. Von diesen Linien gelangten die Rinzai-Schule und die Soto-Schule nach Japan. Einer der herausragenden Meister des japan. Zen war Hakuin Ekaku (1685-1768), der den Rinzai-Zen im 18. Jh. reformierte. In der Rinzai-Schule wird v.a. die &#8594; Koan-Praxis – die Arbeit mit unlösbaren paradoxen Ideen oder Geschichten – als besonders schneller Weg zur Verwirklichung der Erleuchtung (&#8594; Satori) gelehrt, während in der Soto-Schule der „Zen der schweigenden Erleuchtung“ (mokusho) geübt wird, die Praxis des &#8594; Zazen ohne Hilfsmittel. Wie im &#8594; tibetischen Buddhismus wird dabei auch über &#8594; Mandalas oder abstrakte Eigenschaften meditiert. In seiner reinsten Form ist Zazen das Sitzen in einem Zustand gedankenfreier, hellwacher Aufmerksamkeit ohne Konzentration auf ein Objekt. Sitzen in Versunkenheit ist wesentlicher Bestandteil jeder Zen-Schule, da es um die unmittelbare Erfahrung des eigentlichen Wesens geht.<br />
In der Traditionslinie der Rinzai-Schule richtet man sich nach genauen Regeln, um die Qualifikation eines Lehrers zu erkennen. Es gibt derzeit in Deutschland einige Lehrer, die von dieser Linie ihre Lehrbefugnis erhalten haben, während andere über andere Wege gelernt oder sich selbst autorisiert haben.</p>
<p>„Wollt ihr die Dinge richtig sehen können, dann lasst Euch von niemandem verwirren. Wer immer euch begegnet, außerhalb oder innerhalb von euch, den tötet sofort. Trefft ihr Buddha, dann tötet ihn. Trefft ihr einen alten Meister, tötet ihn. Befreit euch von allem, dann wird nichts mehr euch behindern. Löst euch von allem los und seid unabhängig.“ (Lin-chi/Rinzai, in: Oliver Bottini 2002, 200)</p>
<p>&#8594; Mahamudra, der tibet. Zen, wurde begründet von Tilopa (988-1069), dem Naropa, Marpa, Milarepa und Gampopa nachfolgten. Vermutlich wurde durch Naropa das chines. Ch’an mit dem tibet. Buddhismus verbunden. Seit dem 12. Jh. ist der &#8594; Karmapa geistiges Oberhaupt der Karma-Kagyü-Linie (&#8594; Tibet-Tantra). Zen wie Mahamudra bezeichnen ihre Lehre als „Geistdoktrin“ (tibet. nao-ba), bei der es um die Ergründung der wahren Natur des Geistes geht. Im Gegensatz zur analytischen Betrachtungsweise der indischen Yogacara-Schule betonen Zen und Mahamudra wie andere &#8594; Tantra-Traditionen die Übung. Mahamudra jedoch geht im Gegensatz zum japan. Zen der Südlichen Schule Schritt für Schritt vor und ist dadurch in mancher Hinsicht für einen Schüler leichter nachvollziehbar.<br />
Die Faszination des Zen ist aber v.a. durch jene großen Meister begründet, deren unkonventioneller Lebensweg und Lebensstil sie zu Beispielen des ungebundenen, freien Zen-Geistes werden ließ. Das ist der „Zen der verrückten Wolke“, nach dem literarischen Namen, den der berühmte Zen-Dichter, Maler, Kalligraph und wandernde Lehrer Ikkyu annahm. Die „Verrückten Wolken“, vom weltlichen Leben losgelöste innovative Reformer, Rebellen und Radikale des Zen, waren meist wandernde Sucher und Weise, deren einzigartiger Weg die traditionelle Übung der Meditation sowie die spirituelle, soziale und politische Haltung des Zen-Buddhismus bis in die heutige Zeit hinein beeinflusste.
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		<title>Zen-Philosophie und Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 15:29:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Man gestatte mir zum Abschluß einige Worte über die praktische Anwendung der → Hua-Yen-Lehre des Shih-Shih Wu-ai in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben“, führt D.T. Suzuki aus, der wie kein anderer das Wesen des Zen zu vermitteln vermochte: „Die Gesellschaft ist ein Organismus, dessen einzelne Teile oder Grundeinheiten (Shih-shih) aufs engste miteinander verwoben sind. Wenn einer der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://lexikon.mystica.tv/wp-content/uploads/2010/08/zenkreis.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1726" style="margin: 10px;" title="der unvollendete Zen-Kreis, ein Hinweis auf die Offenheit des Geistes. " src="http://lexikon.mystica.tv/wp-content/uploads/2010/08/zenkreis.jpg" alt="" width="300" height="298" /></a>„Man gestatte mir zum Abschluß einige Worte über die praktische Anwendung der → Hua-Yen-Lehre des Shih-Shih Wu-ai in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben“, führt D.T. Suzuki aus, der wie kein anderer das Wesen des Zen zu vermitteln vermochte:</p>
<p>„Die Gesellschaft ist ein Organismus, dessen einzelne Teile oder Grundeinheiten (Shih-shih) aufs engste miteinander verwoben sind. Wenn einer der Teile in irgendeiner Weise Schaden erleidet, so ist es sicher, dass die anderen Teile früher oder später auf die eine oder andere Weise ebenfalls daran teilhaben werden &#8230; Das Gefühl der Zusammengehörigkeit ist für das Wohlergehen der ganzen Gemeinschaft von absoluter Notwendigkeit, und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl ist am stärksten, wenn es auf Gleichheit und Freiheit gegründet ist. Und all das, dessen müssen wir uns eingedenk sein, lässt sich nur verwirklichen, wenn es seine Wurzeln im fruchtbaren Boden des Großen Mitfühlenden Herzens hat.“ (D.T. Suzuki 1983, 126)
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		<title>Zen und Kampftechniken</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 15:28:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der chines. Zen wird zudem auch in Form von Übungen und &#8594; Atemtechniken praktiziert, die gemeinhin unter dem Oberbegriff &#8594; Qigong (alte Schreibweise: Ch’i-kung) laufen. Übersetzt heißt der Begriff: „Arbeit mit Energie“. Aus den ursprünglichen Bewegungsformen entwickelte sich das Wu-shu als Selbstverteidigungstechnik, die sich zu Kung-Fu, zum Schwertkampf und anderen Formen der Kampftechnik weiterentwickelten. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der chines. Zen wird zudem auch in Form von Übungen und &#8594; Atemtechniken praktiziert, die gemeinhin unter dem Oberbegriff &#8594; Qigong (alte Schreibweise: Ch’i-kung) laufen. Übersetzt heißt der Begriff: „Arbeit mit Energie“. Aus den ursprünglichen Bewegungsformen entwickelte sich das Wu-shu als Selbstverteidigungstechnik, die sich zu Kung-Fu, zum Schwertkampf und anderen Formen der Kampftechnik weiterentwickelten.<br />
In Japan entstanden die Kunst des Bogenschießens (Kyudo), der Schwertweg (&#8594; Kendo), der aus der Kampftradition der Samurai hervorging, und der Weg der Selbstverteidigung (Judo) sowie andere Formen der Kampftechnik (&#8594; Kampfsport).
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		<title>Zen-Buddhismus</title>
		<link>http://lexikon.mystica.tv/zen-buddhismus/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 15:27:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>

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		<description><![CDATA[Der klassische Buddhismus (&#8594; Theravada) wurde bereits im 6. Jh. n.u.Z. in Japan eingeführt und beeinflusste im Laufe der Jahrhunderte die ganze intellektuelle, ästhetische und spirituelle japan. Kultur. Der Zen, der sich aus dem &#8594; Mahayana-Buddhismus entwickelt hatte, gelangte über China – wo er sich mit dem &#8594; Taoismus verband – erst im 12. Jh. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der klassische Buddhismus (&#8594; Theravada) wurde bereits im 6. Jh. n.u.Z. in Japan eingeführt und beeinflusste im Laufe der Jahrhunderte die ganze intellektuelle, ästhetische und spirituelle japan. Kultur. Der Zen, der sich aus dem &#8594; Mahayana-Buddhismus entwickelt hatte, gelangte über China – wo er sich mit dem &#8594; Taoismus verband – erst im 12. Jh. nach Japan.<br />
Im engeren Sinne ist Zen keine Religion und auch nicht an den Buddhismus gebunden; er ist vielmehr die Lehre der direkten Schau oder Einsicht in die absolute Wirklichkeit (&#8594; Shunyata). Zen gilt als „besondere Überlieferung außerhalb der orthodoxen Lehre“. Der Legende nach soll der Buddha Shakyamuni bei einer berühmten „Nichtpredigt“ nur schweigend eine Blüte in die Höhe gehalten haben. Nur sein Schüler Kashyapa begriff diese Darlegung und erlangte die Erleuchtung. Deshalb spielt die plötzliche Erleuchtung (tongo) im Zen seither eine wichtige Rolle.<br />
Chinesischer Zen-Buddhismus, Ch’an: Als der Buddhismus nach China gelangte, nahm er gemäß der chines. Mentalität andere Formen an als in Indien, Südostasien oder Tibet. In China vermischte er sich mit taoistischem Gedankengut. Auch wenn die Schule des Zen im 6. Jh. mit &#8594; Bodhidharma ihren Ursprung hatte, wurden ihre Fundamente tatsächlich vom großen Meister Hui-neng (638-713), dem sechsten Patriarchen, gelegt. Er entwickelte aus der Verbindung der geistigen Essenz des Mahayana-Buddhismus mit der kongenialen Lehre und Lebensart des Taoismus die Form der geistigen Schulung, die heute als Zen bezeichnet wird. Die von Hui-neng begründete Südliche Schule betont die plötzliche Erleuchtung (tongo), während die Nördliche Schule, die von Shen-hsiu begründet wurde, die allmähliche Erleuchtung (zengo) betont.<br />
Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Südliche Schule die Auffassung vertrat, &#8594; Erleuchtung geschehe ganz plötzlich. Es komme weniger auf intellektuelle Schulung als auf die Schulung der Intuition oder der direkten Einsicht an. Der Weg der allmählichen Erleuchtung hingegen betont, dass das Studium der hl. Schriften notwendig sei. Die Südliche Schule setzte sich jedoch durch und blühte unter großen Meistern wie Ma-Tsu, Shih-T’ou, Nan Ch’uan, Pai Chang, Huang Po und Chao-Chou auf. Im 9. Jh. verzweigte sich der chines. Zen-Buddhismus in verschiedene Äste.<br />
Zen ist eine &#8594; Schule des Augenblicks, die in jeder Situation und jeder Zeit immer wieder von kreativen Geistern neu belebt wird. Meister &#8594; Basho (1644-1694) sagte dazu: „Suche nicht den Weg der Vorfahren, suche das, was auch sie gesucht haben.“ Diese Idee wird durch eine der drei „großen Qualitäten“ des Zen-Schulungswegs ausgedrückt, den Großen Zweifel. Er besagt, dass das Leben immer als Frage zu verstehen ist, die noch der Antwort harrt. Wir sollen das Geheimnis unseres Lebens und des Kosmos zwar anerkennen, aber dieses Geheimnis unermüdlich und mit fester Absicht enthüllen. Dazu gehört die zweite Qualität der Großen Entschlossenheit, des Willens, regelmäßig und mit bewusster Entschlossenheit zu üben und hart daran zu arbeiten, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die unsere Erkenntnis verstellen. Es ist auch die Entschlossenheit, sich für die Bedürfnisse aller Mitwesen zu sensibilisieren und Mitgefühl für sie zu entwickeln. Das alles wird möglich durch die dritte Qualität des Großen Glaubens daran, dass allen Wesen die Buddha-Natur innewohnt, dass wir Erleuchtung erfahren und unsere wahre Natur „sehen“ können.<br />
Auch wenn die Worte Zen oder Ch’an eine Übersetzung des Sk.-Wortes dhyana sind (&#8594; Zazen), sind doch das indische Dhyana und Zen wesentlich verschieden. Dhyana bezeichnet eine konzentrierte und methodische &#8594; Meditation, während Zen, so wie die Gründungsväter der chines. Schulen es verstanden, den direkten Einblick in die Realität, die blitzartige &#8594; Erleuchtung sucht. Selbstverständlich reicht eine Erleuchtung nicht dazu aus, ein Meister zu werden. Es geht vielmehr darum, sich immer wieder von allen vorherigen Erkenntnissen freizumachen und die materiellen und geistigen Welten immer wieder neu zu erforschen und neu zu sehen.<br />
In gewisser Weise brachte Zen eine Dynamik hervor, die zu einer Wiedergeburt des ursprünglichen &#8594; Taoismus führte. So kann man sagen, dass die wahren Erben des „Geistes“ Dschuang Zes (eines der Begründer des chines. Taoismus , 369-286 v.u.Z.) die chines. Zen-Buddhisten der T’ang-Periode (618-906) sind, des goldenen Zeitalters des Zen in China.<br />
Es gibt mehrere Übereinstimmungen zwischen dem chines. &#8594; Taoismus und dem chines. Zen. Seng-chao (384-414) schreibt, dass „Handeln und Nichthandeln nicht voneinander geschieden sind, sondern eine Einheit bilden. Dinge in Aktion sind gleichzeitig immer in Nichtaktion; Dinge in Nichtaktion sind immer in Aktion. Nichthandeln bedeutet also nicht Ruhe, nachdem Aktion zu Ende gegangen ist, sondern Ruhe, die immer auch Aktion ist“ (Chang Chung-yuan 1980, 13). Dschuang Ze stellt ebenfalls die Identität aller Dinge dar: „Dies ist auch Das; Das ist auch Dies. Es gibt weder Zerstörung noch Aufbau. Beide verschmelzen in Eins.“ Interessant ist der Vergleich mit dem aus der Physik bekannten Gedanken, dass immer eine potenzielle Energie vorhanden sein muss, um sich als aktualisierte Energie manifestieren zu können (&#8594; Ewigkeit).<br />
Ein weiterer Gedanke, den Buddhismus und Taoismus gemeinsam vertreten, ist die Idee der Einheit in der Verschiedenheit, ebenso von Teil und Ganzem. Dieser Gedanke wird in der &#8594; Hua-Yen-Philosophie ausgedrückt.<br />
Hui-nengs Zen-Philosophie ist ebenfalls nichtdualistisch und vergleichbar mit der Advaita-Vedanta-Vision Shankaras (&#8594; Vedanta) und der taoistischen des Dschuang Ze. Hui-neng über die Versenkung:</p>
<p>„Verblendete mögen zwar mit bewegungslosem Körper sitzen, aber wenn sie den Mund aufmachen, reden sie nur über Richtig und Falsch von anderen, über Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen. Dies ist ein Abweichen vom Weg. Wenn man am Geist oder der Reinheit haftet, wird das im Gegenteil lediglich zum Hindernis auf dem Weg. &#8230; Das Wesentliche ist das Gehen und nicht die Fußabdrücke.“ (Hui-neng)</p>
<p>Es geht zwar um die plötzliche Erleuchtung, die unvorhersehbare Öffnung des Geistes, doch der Weg dorthin besteht in der regelmäßigen Übung der Öffnung des Geistes für diese plötzliche Einsicht, in der jegliche dualistische Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Innen und Außen aufgehoben ist.</p>
<p>Japanischer Zen-Buddhismus (Zen): Der Überlieferung nach soll der Zen-Buddhismus im 6. Jh. mit der Reise des &#8594; Bodhidharma von Indien nach China zum ersten Mal nach Osten gezogen sein. 600 Jahre später, im 12. Jh., wanderte er weiter nach Japan. Nach weiteren 600 Jahren kam Zen über den Pazifik nach Westen und fasste zuerst in Kalifornien Fuß. Ende des 20. Jh. erreichte er auch Deutschland; hier wird die Zen-Meditation sogar in christl. Klöstern gelehrt (&#8594; Willigis Jäger).<br />
Der wichtigste Exponent im Westen war der 1966 verstorbene D.T. &#8594; Suzuki, dessen „Essays in Zen-Buddhism“ schon 1927 als Ereignis angesehen wurden (und erst in den 1990er-Jahren in vollständiger dt. Übersetzung erschienen). Auch wenn Zen der Weg der direkten Erleuchtung ist, wird Gelehrsamkeit keineswegs für gering erachtet. Deshalb gibt es auch hoch gelehrte Zen-Bücher, die jedoch immer auf ihre Art den Weg zur direkten Erkenntnis fördern, weil sie paradoxe Gedanken ausdrücken.</p>
<p>„Zen, könnten wir sagen, ist radikaler Empirismus. Deshalb ist Raum keine ausgedehnte objektive Gegebenheit und Zeit keine Linie mit einem Verlauf namens Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Zen kennt keinen solchen Raum, keine solche Zeit, und so gelten ihm Vorstellungen wie Ewigkeit und Unendlichkeit als bloße Träume. Zen lebt nur in und als Erfahrungstatsachen.“ (D.T. Suzuku 1987)</p>
<p>Ein gutes Beispiel dafür ist die folgende Geschichte: „Ein Mönch fragte den Meister: Es ist schon eine Zeitlang her, seit ich zu Euch kam, um über den heiligen Pfad des Buddha unterrichtet zu werden. Aber ihr habt mir niemals nur einen Wink gegeben. Ich bitte Euch, habt mehr Mitgefühl mit mir! Darauf lautete die Antwort: ‚Was meinst du, mein Sohn? Jeden Morgen entbietest du mir deinen Gruß, habe ich ihn nicht erwidert? Brachtest du mir eine Schale Tee, habe ich sie nicht angenommen und mich nicht gefreut, als ich sie austrank? Welcherlei Unterricht wünschest du außerdem von mir?“ (D. T. Suzuki 2003, 115)</p>
<p>Die Zen-Meister sind Meister des Augenblicks (&#8594; Schulen des Augenblicks). Zen ist Leben in der „Geistes-Gegenwart“, Leben in wacher Aufmerksamkeit. Das gängige Klischee vom Zen, zurückgezogen in einem Kloster in den Bergen stundenlang zu meditieren oder &#8594; Koans (paradoxe Fragen) zu lösen, ist nur eine Seite des ganzen Bildes. Im Sinne des Wechselspiels der kosmischen Grundkräfte &#8594; Yin und Yang sind Ruhe und Bewegung, Entspannung und Anspannung die zwei Pole des Übungsweges.<br />
Die alten chines. Weisen haben früh erkannt, dass außer den konzentrierten Stille- und Meditationsübungen auch innere und äußere aktive Übungen wichtig sind, um eine innere Transformation zu erreichen. Eine solche „Energietransformation“ arbeitet mit drei grundlegenden Energien bzw. Kräften: Jing, der vitalen Essenz (Körperenergien), Qi, dem Atem des Lebens, der die bewusste Energie trägt, und Shen, der geistigen Kraft. Mit Hilfe von Bewegung und Atem (bewusste Aktivierung des Qi) kann die vitale Essenz zu einer geistigen Kraft umgewandelt werden.<br />
Der zentrale Gedanke für den Alltag sowie bei Übungen ist deshalb, in jedem Augenblick so wach zu sein, dass eine Handlung entsteht, die dem Fluss der Bewegung der Natur folgt. Wang Wei (5. Jh.) betont noch eine andere Vorstellung: „Wenn der Geist nicht durch die Form offenbar wird, dann ist das von der Form Dargestellte leblos“. Wenn der Geist nicht in Bewegung ist, dann ist er eine nichtoffenbarte Wirklichkeit in der Form. Ist er in Bewegung, dann lebt er in der Schau des Betrachters auf. Heute würde man von manifestierter und potenzieller Energie sprechen.<br />
Meister Hakuin (1686-1769) kommentierte den zentralen philosophischen Gedanken des Zen „Form ist Leere, Leere ist Form“ mit den Worten: „Schund! Was für ein nutzloser Haufen Schrott! Versucht nicht, Affen beizubringen, wie man auf Bäume klettert! Diese Ware liegt seit zweitausend Jahren in den Regalen und eignet sich nur als Staubfänger“ (in: D. T. Suzuki 1973). Heute würde man sagen: Materie ist Energie, Energie ist Materie und beides nicht voneinander zu trennen. Doch was bedeutet das für den Menschen?<br />
Zen ist radikal. Es fordert die Menschen auf, die Welt immer wieder auf neue Weise zu sehen. Gerade die chines. Linie des Ch’an war sehr geerdet. Das Leben eines Mönches bestand aus harter körperlicher Arbeit. Er schlief und meditierte auf derselben Matte, flickte seine Robe und pflanzte Gemüse an. Seine Lehrer teilten die Arbeit mit ihm. Die Verehrung von Buddha-Figuren und komplexen Ritualen wurde vollkommen abgelehnt; gelegentlich ging dieses Verhalten sogar so weit, dass hl. Schriften verbrannt wurden, denn nicht das auswendig gelernte Wissen zählte, sondern die eigene Erkenntnis.</p>
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