Hölle

Die christl. Theologie machte aus dem Namen der alten nord. Göttin Hel, Frau → Holle, den Begriff der Hölle. Dabei hat diese nichts mit Hels göttlichem Kessel der Wiedergeburt zu tun (→ Reinkarnation). Die Vorstellung von der ewigen Höllenqual kam mit den asketischen, patriarchalischen Religionen auf. Barbara Walker (1994, 227) berichtigt für uns Hels Reich:

„Hels Kessel unter der Erde war nicht jene Folterkammer der späteren christl. Mythologie. Es war ein Ort der Reinigung und Wiedergeburt. Alle Toten zogen an diesen Ort, um sich der Erinnerungen an frühere Leben zu entledigen und im geheiligten Feuer Hels neu erschaffen zu werden … Heilige Quellen und Brunnen an solchen Stätten (Hellir, Höhlentempel) standen Pate für Geschichten wie der von Frau Holle und ihrem Brunnen, aus dem alle Kinder der Welt geboren wurden.“

Die Idee der Reinigung und Neuerschaffung ist ein sehr interessanter Aspekt, weil er darauf hinweist, dass der Seelenstoff (→ Seele) „recycelt“ wird: Vielleicht trifft darauf auch das Gesetz der Energieerhaltung in der Physik zu. Möglicherweise liegt hier der Grund für die Eindrücke mancher Menschen, irgendwann einmal gelebt zu haben. In diesem Fall haben sie einen Teil des Seelenstoffs einer fremden Person übernommen.

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