Huna, polynesischer → Schamanismus

In Polynesien entstand vor einigen Jahrtausenden die Lebensphilosophie Huna. Huna heißt übersetzt „verborgenes Wissen“ oder „Geheimnis“. Damit ist jedoch nicht ein geheim gehaltenes Wissen gemeint, sondern ein Wissen von den unsichtbaren Dingen. Die Huna-Meister werden Kahuna genannt.
Die Kunst des Heilens durch den Geist war eine „Spezialität“ der schamanischen Huna. Nach Kahili King gibt es im Huna drei Bewusstseinsaspekte: ku – Herz, Körper (oder Unterbewusstes, auch Unihipili, das niedere Selbst) –, lono – Verstand, Denken oder Bewusstes, auch Uhane, das mittlere Selbst – und kane, Geist, Überbewusstes, auch aumakua, das höhere Selbst. „Das Hauptwerkzeug des kane ist Energie. Das Universum besteht aus Energie, und es ist Energie, was die Träume des Lebens nährt, erhält und verändert. Die Imagination des lono lenkt die Energie, und die Wahrnehmung des ku läßt uns ihre Auswirkungen erleben.“ (Kahili King 1992)
Die drei Innenwelten entsprechen den drei Welten der → schamanischen Reisen (→ Schamanismus, Reisen; → Weltenbaum):
1. Die Oberwelt (lanikeha) im unsichtbaren Bereich. Schamanen suchen in diesem Bereich vor allem Inspiration.
2. Die Mittelwelt (kahiki), der innere Bereich. Die Mehrzahl der Träume und Tagträume findet hier statt. In diesem Bereich hat man die Macht, etwas zu tun.
3. Die Unterwelt (milu). Dies ist das Reich der Alpträume und Herausforderungen, das Schamanen auf ihrer Visionssuche betreten, um verlorene Macht wiederzugewinnen. „Die wahre Macht der Menschen, ihr Vermögen, die Welt zu beeinflussen und zu verändern, erwächst aus ihrer Fähigkeit, für ein gemeinsames Ziel zusammenzuarbeiten“ (Kahili King 1992).

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