Jakobsweg

Der Jakobsweg ist ein ganzes Wegesystem. Wie die Verästelungen von Bachläufen und Flüsschen zu einem Flusssystem führen, so durchqueren verschiedenste Wege ins spanische Santiago de Compostela ganz Europa. Es ist deshalb auch richtig, in der Mehrzahl von den Jakobswegen zu sprechen. In Spanien führt ein Hauptweg, der camino francés, von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela in Nordwestspanien und noch weiter bis ans Cap Finisterre am Atlantik. Der Name Jakobsweg bezieht sich auf den Apostel Jakobus den Älteren. Er und sein Bruder Johannes gehörten zu den zwölf Aposteln. Die Wege, die nach Santiago führen, erhielten den Namen Jakobsweg, Sternenweg und Milchstraße.
Die Legende besagt, dass die Gebeine von Jakobus in Santiago begraben liegen. Ans Jakobusgrab setzte parallel zur spanischen Reconquista (722-1492, der Kampf der Christen gegen die arab. Herrschaft) eine große Pilgerschaft ein. So gehörte Santiago im Mittelalter mit Rom und Jerusalem zu den drei Hauptorten der christl. Pilgerziele (→ Pilgerreise). Heute ist der Jakobsweg, insbesondere durch den Bestseller von Paulo Coelho – „Auf dem Jakobsweg“ – auch zum nichtchristl. Pilgerweg geworden, den ernsthafte Wanderern zum Zwecke geistiger Klärung und als persönliche Herausforderung beschreiten. Viele tun dies, um sich selbst kennen zu lernen und zu erfahren, dass „der Weg der Erkenntnis allen Menschen offen steht und bei den einfachen Dingen beginnt“.

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