Zen-Philosophie und Gesellschaft

„Man gestatte mir zum Abschluß einige Worte über die praktische Anwendung der → Hua-Yen-Lehre des Shih-Shih Wu-ai in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben“, führt D.T. Suzuki aus, der wie kein anderer das Wesen des Zen zu vermitteln vermochte:

„Die Gesellschaft ist ein Organismus, dessen einzelne Teile oder Grundeinheiten (Shih-shih) aufs engste miteinander verwoben sind. Wenn einer der Teile in irgendeiner Weise Schaden erleidet, so ist es sicher, dass die anderen Teile früher oder später auf die eine oder andere Weise ebenfalls daran teilhaben werden … Das Gefühl der Zusammengehörigkeit ist für das Wohlergehen der ganzen Gemeinschaft von absoluter Notwendigkeit, und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl ist am stärksten, wenn es auf Gleichheit und Freiheit gegründet ist. Und all das, dessen müssen wir uns eingedenk sein, lässt sich nur verwirklichen, wenn es seine Wurzeln im fruchtbaren Boden des Großen Mitfühlenden Herzens hat.“ (D.T. Suzuki 1983, 126)

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